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04.12.1987

Amerikanisches Anwenderforum äußert Vorbehalte: Umrüstung auf OS2 kann teuer werden

NEW YORK/SAN JOSE (CWN) - Die Umstellung von MS-DOS- oder PC-DOS-Arbeitsplätzen auf das neue OS/2 wird teurer als erwartet. Auf durchschnittlich 1500 Dollar schätzt Paul Schuman, Marketingdirektor der kalifornischen Businessland Inc., die Kosten pro Rechner für die Implementierung. Bugs in der "Compatibility Box" machen zudem nach Ansicht des Entwicklers Paul Mace die Anwendung alter Software zum Vabanque-Spiel.

Einer der Hauptgründe für die hohen Kosten bei der Umrüstung liegt, so Schuman auf einer Anwenderkonferenz seines Unternehmens in New York, in der Komplexität des PC-DOS-Nachfolgers begründet. Sie führe zu einem höheren Aufwand bei der Anwendungsentwicklung. Für die Erweiterung der Hardware bei AT-kompatiblen PCs machte Schuman folgende Rechnung auf: Zusätzlich zur System- und Anwendungssoftware brauchte der Anwender wenigstens 2 MB RAM auf der Systemplatine, Grafikunterstützung, eine Maus und eine Festplatte. Die erweiterte IBM-Version erfordere wenigstens 3 MB RAM.

Preiswerter werde die Aufrüstung mit Produkten von unabhängigen Herstellern, meint Schuman. Gleichzeitig warnt er jedoch vor unüberschaubaren Kosten bei der Vorbereitung und Schulung der Mitarbeiter. Schuman fürchtet, daß besonders auf größere Gesellschaften erhebliche Kosten für die Umrüstung zukommen werden.

Nicht alle Anwender in den Unternehmen seien bereit, das Betriebssystem zu wechseln, berichtet Konferenzteilnehmer Lloyd Kerbel, ein Netzwerkspezialist aus Greenwich/ Connecticut. Auch könnten die wenigsten Anwender im Betrieb die Möglichkeiten des Multitasking ausnutzen. In seinem Unternehmen mit insgesamt 100 PC-Arbeitsplätzen würde eine Umrüstung 150 000 Dollar kosten, rechnete Kerbel aus. Da stelle sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen. Auch ein Vertreter der Wells Fargo Bank aus San Francisco sprach sich gegen einen vorschnellen Systemwechsel aus; er will warten, "bis bei OS/2 das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt ".

Für den Knalleffekt auf der Businessland-Tagung sorgte der Softwareentwickler Paul Mace. Daß der weitere Einsatz von PC-DOS-Anwendungen unter OS/2 überhaupt durchführbar sei, hält er nämlich für ein Werbe-Märchen. Wenn es bei der PC-DOS-Anwendungssoftware, die mit Hilfe der OS/2-Utility "Compatibility-Box" auch unter dem neuen Betriebssystem läuft, Probleme gebe, schlage dies auch auf die im Hintergrund laufenden OS/2-Anwendungen durch. Dann bestehe die Gefahr, daß alle Programme im "protected mode" abstürzen. Mace bitter: "Ich spreche nur noch von der Tschernobyl-Box."