Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.08.1988 - 

Der durchschnittliche Verkaufspreis steigt wieder:

Amerikas PC-Anwender wollen Leistung sehen

DALLAS (IDG) - Die PC-Branche zeigt in den USA nach wie vor gesunde Zuwachsraten. Dies belegt die monatliche Erhebung des texanischen Marktforschungsinstituts Storeboard Inc. Dabei sind vor allem hochwertige Rechner Ó la Compaq 386 gefragt: unterdurchschnittlich entwickelte sich die Nachfrage nach IBM-Produkten.

Die routinemäßige Repräsentativbefragung der amerikanischen PC-Fachhändler durch Storeboard ergab für den Juni einen Gesamtverkauf von gut 235 000 Geräten, von denen etwa jedes dritte (34,3 Prozent) ein IBM-Label trug. Zweitgrößter Anbieter war Compaq mit etwa dem halben Marktanteil, gemessen an der Stückzahl. Apple liegt auf Platz drei; die asiatischen Hersteller folgen weit abgeschlagen mit jeweils unter fünf Prozent Marktanteil.

IBM-Absatz mehr als mäßig

Trotz des recht hohen Verkaufsvolumens schneidet die IBM im Vergleich zu ihren früheren Ergebnissen sehr schlecht ab. So konnte Big Blue im Juni die Vorjahreszahlen nur marginal überbieten - um gerade sieben Promille. Im ersten Halbjahr fiel der Konzern sogar kräftig zurück gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 1987; die Stückzahl sank in den beiden ersten Quartalen 1988 um etwa sieben Prozent. Bei den PS/2-Rechnern, von denen die US-Fachhändler im Mai wegen bevorstehender Neuankündigungen nicht allzu viele abgesetzt hatten, ging der Trend im Juni hin zu den neuen Modellen PS/2-50Z (schnelle 286er Version) und PS/2-70 (386/25 MHz): Allein diese beiden Typen trugen 13 Prozent zu IBMs PC-Geschäft bei. Von den PS-Geräten waren 63 Prozent mit dem gerüchteumwobenen Mikrokanal ausgestattet.

Allgemein waren im Juni höherwertige PCs gefragt. Obwohl die Händler nur 31 Prozent mehr Rechner an den Anwender brachten als im Vergleichsmonat des Jahres 1987, kassierten sie 50 Prozent mehr Dollars. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte der Hersteller Compaq: Bei 40 Prozent höherer Stückzahl stieg der Umsatz um 74 Prozent. Laut Storeboard lieferten die Texaner 36 von 100 Geräten mit dem Prozessor 386. Mit 59 Prozent Marktanteil in dieser Hardwarekategorie gilt Compaq als Marktnischenbeherrschend. IBM erreicht auf diesem Spezialgebiet mit 26,5 Prozent zwar nicht einmal die Hälfte, ist aber der einzige ernstzunehmende Konkurrent.

Compaq beherrscht 386-Geschäft deutlich

Die vom Intel 286 angetriebenen PCs sind, wie die Storeboard-Analyse zeigt, so günstig zu haben wie nie zuvor. Zu Lasten der 8086/8088-Modelle legten die 286er zwar bei der Stückzahl binnen Jahresfrist 44 Prozent zu, doch die Einnahmen aus diesem Geschäft gingen um drei Prozent zurück.

Bei Apple scheint der Höhenflug der letzten beiden Jahre an Auftrieb zu verlieren. Die Zuwächse gegenüber 1987 - sowohl im Monats- als auch im Quartals- und Halbjahresvergleich - liegen deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Dagegen reüssiert der PC-Neuling NEC, der einst nur mit Komponenten wie Druckern und Laufwerken an diesem Geschäft partizipierte. Der japanische Konzern, bei Chips zum Ärger der Intel Corp. Selbstversorger, ist mit über 10 000 Computern im Monat bereits zur Nummer vier im US-PC-Markt avanciert.

PC, Neuling NEC auf dem Vormarsch

NECs Rivale Toshiba, dessen Zahlen sich in Relation zu 1987 noch sehen lassen können, fiel im Juni als einziger Markenhersteller hinter die Mai-Ergebnisse zurück. Der Grund dürfte in den Aktionen der US-Regierung im Zusammenhang mit Verstößen, gegen die Cocom-Exportvorschriften zu suchen sein.