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Auch der europäische TK-Markt ist betroffen


15.05.1998 - 

Ameritech-Übernahme durch SBC schürt Monopolängste

Geschickt hat SBC-Chef Edward Whitacre seine Company in den vergangenen Jahren und Monaten nach oben geschaukelt. Eine Übernahme finanzierte die andere. Das erforderliche Kapital besorgte ihm die boomende Börse in Form von Aktienhöhenflügen. Seit der Übernahme der Pacific Telesis Group im April 1997 für 16,5 Milliarden Dollar, einem in Kalifornien und Nevada aktiven Carrier, legte die SBC-Aktie um das Doppelte zu und machte Whitacre den Weg für weitere Akquisitionen frei.

Die nun angekündigte und durch Aktientausch zu bezahlende Ameritech-Akquisition sprengt alle Dimensionen (zum Vergleich: Die Hochzeit der umsatzstärkeren Automobilkonzerne Daimler und Chrysler umfaßt einen Wert von 41 Milliarden Dollar). Sie ist weltweit bisher die zweitgrößte Übernahme überhaupt, übertroffen lediglich vom Banken-Merger zwischen Citicorp und Travelers für 72 Milliarden Dollar.

In den USA reduziert die geplante Verbindung die Zahl der ursprünglich sieben Baby Bells auf vier und schürt alte Monopolängste. Im TK-Wunderland entsteht ein Anbieter, der in 13 Bundesstaaten präsent ist, wichtige Regionen wie die High-Tech-Landschaft Silicon Valley sowie die Wirtschaftshochburgen Chikago und Detroit abdeckt, rund 180 Millionen Amerikaner mit TK-Verbindungen versorgt und zukunftsträchtige Dienste wie das Hochgeschwindigkeits-Verfahren Digital Subscriber Line (DSL) sowie Zugangsservices via Kabelnetze im Portfolio führt.

Aufgrund dieser Daten sehen US-Kartellbehörden und Verbraucherschützer Nachforschungsbedarf. Und auch die EU wird die Hochzeit beschäftigen. Nicht nur weil sie jeden Merger beobachtet, der weltweit zu einem aufsummierten Umsatz von rund 5,6 Milliarden Dollar führt, sondern auch weil Ameritech und SBC intensive Expansionspläne in Europa verfolgen. Als potentieller internationaler Partner werden etwa Cable & Wireless und die British Telecom gehandelt. Außerdem unterhält SBC Kapitalbeteiligungen in Frankreich, England und der Schweiz, während Ameritech in Ungarn, Dänemark, Belgien und Norwegen Milliardenbeträge investierte. Weitere Verhandlungen sollen bereits in Zentral- und Osteuropa sowie in Österreich laufen.