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02.09.1988 - 

Computer Associates hat bereits die Fühler ausgestreckt:

Ameritech will Softwarehaus ADR loswerden

FRAMINGHAM (IDG) - Das Übernahmekarussell in der amerikanischen Softwarebranche dreht sich weiter: Nachdem sich der Wirbel um Management Science gelegt hat, erwarten Insider jetzt den Verkauf der Ameritech-Division Applied Data Research (ADR). Als potentieller Käufer wird erneut Computer Associates International (CA) gehandelt.

1985 hatte die American Information Technologies Corp. (Ameritech), eine regionale AT&T-Gesellschaft in Chicago, das in Princeton ansässige Softwarehaus für 215 Millionen Dollar erworben. Dies war damals der größte Deal in der Geschichte der Software-Industrie gewesen. Jetzt aber scheinen alle Zeichen auf Verkauf der Softwaredivision zu stehen. Nach Aussage eines ehemaligen ADR-Mitarbeiters habe Computer Associates der Holding bereits eine Kaufofferte in Höhe von 175 Millionen Dollar unterbreitet. Da Ameritech jedoch 225 Millionen Dollar forderte, so der Informant, sei der Deal vorerst geplatzt.

Weder Ameritech noch Softwareriese CA wollten zu diesen Gerüchten Stellung nehmen. Andere Quellen hingegen behaupten, Fujitsu hätte Interesse an ADR bekundet. Ein Sprecher der US-Niederlassung des japanischen Elektronikkonzerns erklärte jedoch, man wisse nichts von derartigen Kaufambitionen.

Daß Ameritech ADR wieder loswerden will, steht für amerikanische Software-Insider indes fest. Nach Ansicht des ehemaligen ADR-Managers deute alles darauf hin, daß das Softwarehaus "zum Verkauf vorbereitet werde". James Meyer, Director of Research bei der Janney Montgomery Scott Inc., Philadelphia, erklärte: "ADR war nicht sonderlich erfolgreich unter Ameritech. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Softwaredivision offiziell zum Verkauf angeboten wird." Die Softwaregesellschaft selbst soll laut John Burton, Executive Vice President der Business Software Technology Inc., Westboro/Massachusetts, bereits Investment-Banken mitgeteilt haben, daß das Unternehmen verkauft werden solle.

Auch Business Software Technology war am Erwerb der größeren ADR interessiert gewesen. Doch letztendlich, so Burton, habe man sich aufgrund der finanziellen Situation von ADR dagegen entschieden.

Auch wenn die Softwaregesellschaft Gewinn und Verlust seit der Übernahme durch Ameritech nicht mehr ausgewiesen hat, glaubt Burton, daß ADR bereits seit mehreren Jahren rote Zahlen schreibt. 1985 hatte das Unternehmen für die ersten neun Monate, den letzten der Eigenständigkeit, ein Defizit von 2,3 Millonen Dollar ausgewiesen.