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03.04.1998 - 

Weltweit größtes elektronisches Handelssystem soll entstehen

Amex und Nasdaq wollen zur neuen "Mega-Börse" fusionieren

Das Börsengeschehen an der New Yorker Wallstreet konsolidiert sich - zum Vorteil aller Beteiligten. Dies ist der einhellige Tenor in Fachkreisen auf die Ankündigung des Zusammenschlusses von Amex und Nasdaq. Nach jetzt bekanntgewordenen Plänen beider Vorstände soll die 1911 gegründete Amex als formal unabhängige Tochter der rund 60 Jahre jüngeren Computerbörse Nasdaq weiter geführt werden - allerdings unter dem Dach einer gemeinsamen Holding. Die Nasdaq ihrerseits wird zunächst 110 Millionen Dollar in die Modernisierung der technischen Infrastruktur der Amex investieren.

Niedrige Gebühren sollen Investoren Vorteile bringen

Während an der Nasdaq der zeitgemäße - allerdings auch ausschließlich angebotsorientierte - Bildschirmhandel gang und gäbe ist, richtet sich das Börsengeschehen an der Amex noch nach den Gesetzen des klassischen Parketthandels, bei dem neben den jeweiligen Unternehmens- und Marktdaten letztlich Angebot und Nachfrage das Auf und Ab der Aktienkurse bestimmen. Dies soll auch in Zukunft so beibehalten werden - nicht zuletzt auch aufgrund des bevorzugt an der Amex abgewickelten Handels mit Optionsscheinen und anderen Finanzderivaten. Beide Börsen sollen jedoch in absehbarer Zeit mit einem einheitlichen elektronischen Handelssystem operieren, das, wie es in New York hieß, "weltweit konkurrenzlos" sei und aufgrund höherer Effizienz zu erheblichen Kosteneinsparungen beitragen dürfte. Diese würden zu niedrigeren Gebühren führen und damit letztlich jedem einzelnen Investor zugute kommen.

Aber auch aufgrund der derzeitigen "Performance" beider Börsen sehen Analysten Synergieeffekte in einem Zusammenschluß. Während die Amex zuletzt deutlich unter dem High-Tech-Boom litt und mit ansehen mußte, wie nahezu alle Börsen-Newcomer unter den IT- und TK-Companies sich für die Nasdaq entschieden, sind bis heute Standardwerte, wie sie vor allem an der Amex gehandelt werden, so gut wie nicht an der US-Computerbörse vertreten. Überdies könnte, so die Mutmaßungen, die Nasdaq vom unverändert guten Ruf der Amex in Finanzkreisen profitieren - Skandale in der jüngsten Vergangenheit der Nasdaq im Zusammenhang mit vermeintlichen illegalen Preisabsprachen lassen grüßen!

Mit rund 5500 notierten Unternehmen, die einen Börsenwert von derzeit 1,9 Billionen Dollar repräsentieren, hat sich die Nasdaq im letzten Jahrzehnt zu dem Handelsplatz schlechthin in den USA entwickelt - noch vor der klassischen New York Stock Exchange, die mit knapp über 3000 gehandelten Firmen allerdings immer noch als das Maß aller Dinge an der Wallstreet gilt. Die Amex rangierte zuletzt mit knapp 800 Titeln im Vergleich zu Nasdaq und Nyse unter ferner liefen. Abgesegnet werden muß der Deal allerdings noch von der US-Börsenaufsicht SEC. SEC-Chef Arthur Levitt und der Vorstandsvorsitzende der Nasdaq, Frank Zarb, sind allerdings dem Vernehmen nach gut befreundet, woraus Insider auf einen ganz bestimmten Ausgang des Prüfverfahrens schließen.