Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.03.1977 - 

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen V

(Amortisationsbetrag, Abschreibungsdauer)

5.1 Die Wirtschaftlichkeit eines EDV-Projektes wird wesentlich von der Laufdauer des Verfahrens beeinflußt. Man sollte sich daher die Mühe machen, genau festzustellen, wie lange das Verfahren voraussichtlich laufen wird.

Man wird immer wieder feststellen, daß Projekte, die von Beginn an nicht der Endlösung entsprechen, einem starken Änderungsdienst seitens der Fachbereiche unterliegen. Dieser Änderungsdienst kann in extremen Fällen dazu führen, daß ganze Programmsysteme neu geschrieben werden müssen, weil sie "totgeändert" wurden.

Herkömmlicherweise unterstellt man, daß ein Verfahren fünf Jahre lang läuft und richtet seine Berechnungen darauf aus. Je schlechter ein Projekt durchgeführt wird, um so weniger wird man diese Zeit von 5 Jahren erreichen.

Die Projektlaufzeit aus der Sicht der späteren Durchführung wird durch das Unternehmen am Markt entscheidend mitgeprägt. Wenn starke Änderungen aus externer Sicht auf die Organisation und EDV ausstrahlen, kann es mitunter sinnvoll sein, eine große EDV-Lösung noch zurückzustellen, weil eine genügend lange Laufzeit realisierter EDV-Verfahren nicht gegeben ist.

Andererseits muß man aufpassen, daß die Laufzeit eines Projektes aus der Sicht bis zur Einführung des zukünftigen Verfahrens nicht zu lange dauert, da man dann schon während der Einführungsphase von anstehenden Änderungen seitens der Fachbereiche erdrückt werden kann.

Die Laufzeit eines neuen EDV-Verfahrens ist insofern von Bedeutung, als die Abschreibungsbeträge der gesamten Projektkosten sich damit auf mehr Jahre verteilen. Dadurch erhöht sich zwangsläufig die Wirtschaftlichkeit eines neuen Verfahrens, wenn man die Kosten der Durchführung des bisherigen Verfahrens mit dem zukünftigen Verfahren (unter Einbeziehung der Abschreibung der Projektkosten) vergleicht.

Die Höhe der Projektkosten selbst wird von der Laufzeit des zukünftigen Verfahrens nur insofern beeinflußt, als man gezwungen ist, einen gewissen Aufwand für die Berücksichtigung zukünftiger Erfordernisse zu betreiben.

5.2 Man kann für EDV-Projekte in den meisten Fällen über die gesamte Laufzeit des neuen Verfahrens eine gleichbleibende Annuität aus Kapitalverzinsungskosten und Tilgungen ermitteln und diese dann in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, einsetzen.

Nimmt man einen Zinssatz von 8% und einen Tilgungssatz von 17% an und bildet aus diesen beiden Größen eine gemeinsame Annuität von 25% der Projektkosten, so hat man in ca. 5 Jahren die gesamten Projektkosten amortisiert. Dies liegt darin begründet, daß die Tilgungs- bzw. Abschreibungsraten fortwährend größer werden, weil die Kapitalverzinsungskosten nur aus der jeweils anstehenden Restschuldsumme (Projektkosten - Abschreibungsbeträge) berechnet werden.

Eine ganz grob vereinfachte Rechnung sieht bei einem Zinssatz von 8% und einer Tilgung von 17% und einer Projektkostensumme von 100000 DM wie folgt aus, wenn man Zinsen und Tilgungen jeweils am Ende des Jahres berücksichtigt: nung sehr grob vereinfacht ist; als Anhaltspunkt ist sie jedoch für EDV-Projekte durchaus brauchbar.

Gerade bei EDV-Projekten kann immer wieder festgestellt werden, daß es primär darauf ankommt die richtigen Ausgangswerte- zu ermitteln. Es ist beispielsweise viel wichtiger, festzustellen, ob das Verfahren statt 5 Jahre eventuell 7 Jahre laufen kann. Dies hat einen erheblichen Einfluß auf die Wirtschaftlichkeit.

Selbstverständlich kann man das von mir vorgeschlagene Annuitätsverfahren verfeinern. In den meisten Fällen -macht man sich jedoch nur etwas vor. Ich bin der Meinung, daß ein Verfahren der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung so transparent sein sollte, daß die Schwachstellen bei der Ermittlung der einzelnen Werte sofort auffallen. Dies ist bei dem hier vorgeschlagenen Verfahren gegeben, da in die Methodik kein erheblicher Aufwand gesteckt wurde. Dementsprechend wird der Organisator gezwungen, die Basisdaten sehr viel sorfältiger zu ermitteln, da er sich nicht hinter einer komplexen Methodik verstecken kann.