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07.08.1987 - 

Schreckgespenst "DV-Eunuchen" (...) Anwender und Anbieter auf den Plan:

Amputierte PCs machen individuelle DV zunichte

MÜNCHEN (CW) - Ein negativ definiertes System hält auf dem PC-Markt Einzug: der "un-persönliche" Personal Computer, der laufwerklose PC. Keine Chance mehr für eigene Software oder private Dateien beklagen die Anwender das Debüt des "DV-Eunuchen". Zentrale Kontrolle und Steuerung der Informationen versprechen sich dagegen die Befürworter von dieser neuen Rechner-Kategorie.

Als der Branchenprimus ankündigte, die US-Fluggesellschaft American Airlines mit diskettenlosen /2-Systemen, Modell 30, zu beliefern, bestätigte er damit eine Vermutung, die eingefleischte Mikro-User in Schrecken versetzt hatte: Das Floppy-Laufwerk, unverwechselbares Merkmal des Personal Computers, soll "amputiert" werden. Der Mikro wird zum Terminal mit PC-Möglichkeiten, dessen Daten zentral abgespeichert werden. Ohne Netz funktioniert das System nicht.

Für den DV-Verantwortlichen bedeutet eine solche Anlage wieder oder neuen Machtzuwachs, denn nur er kann bestimmen, welche Programme an den einzelnen Arbeitsplätzen laufen. Software-Klau und Computer-Hobby können in den Betrieben nicht mehr stattfinden. Außerdem würden die Benutzer alle mit demselben Release des Programms arbeiten, gibt ein kalifornisches Unternehmen zu bedenken, in dem gerade 75 laufwerklose 3Com-Systeme installiert wurden.

Zu den weiteren Argumenten der Verfechter von Diskless-PCs zählen der geringe Platzbedarf - der 3Com-Typ mißt 7,6 mal 36 mal 36 Zentimeter - sowie der Preis. Die kalifornische Systems Inc. bietet beispielsweise ein derartiges System mit Anbindungsmöglichkeit an ein Novell-Netz für nur rund 600 Dollar an.

Ein Marketing-Experte bei Compaq Computer sieht in der "PC-Kastrierung" Perspektiven für die Zukunft: "Wenn sich diskettenlose Personal Computer ausbreiten, werden Anwender eigene, voll funktionsfähige Mikros in ihren Büros aufstellen." Unter keinen Umständen wollten emanzipierte User die Kontrolle über ihre Rechner aufgeben. Dramatischer noch sieht ein Analyst des Marktforschungsunternehmens International Data Corp., Framingham, die Zukunft der laufwerklosen PCs: "Das ist die Einschätzung von Personal Computern aus kommunistischer Sicht."

Daß der PC-Markt in Bewegung gerät, deutet sich indes auch durch einen weiteren Trend an. "Klassische" Hersteller von Workstations wie Sun Microsystems und Apollo Computer üben nämlich mit ihren hochleistungs- und grafikfähigen Rechnern in der Preisklasse um 5000 Dollar verstärkt Druck auf das High-end des PC-Markts aus. Das Bedürfnis der Mikro-Individualisten nach performancestarken Rechnern ließe sich so mit Systemen aus dem unteren Workstation-Bereich stillen - und damit wäre dem Dasein des unabhängigen, wenn auch vernetzten Mikrocomputers neuer Atem eingehaucht.

Neues von Löwenbräu

MÜNCHEN (CW) - Die neue DV-Marschroute bei Löwenbräu und die damit verbundene Kosten-Diskussion hat jetzt den Aufsichtsrat des Münchner Bierriesen aufgeschreckt: Nun soll ein neutraler Unternehmensberater das zum Teil bereits installierte Unix-Konzept auf Siemens-Mehrplatzsystemen der bisherigen IBM-Großrechnerlösung in einer Studie gegenüberstellen (vergleiche CW Nr. 30 vom 24. Juli 1987: "Löwenbräu geht mit Unix auf Anti-IBM-Kurs").