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10.03.2000 - 

Interims-CEO Everaert will vorerst weitermachen

Amsterdamer Börse fordert von Baan eine finanzielle Generalauskunft

HANNOVER (CW) - Der angeschlagene Softwareanbieter Baan bekommt Druck von der Börse in Amsterdam: Die Firma muss bis Mitte März ihre finanzielle Situation offen legen, andernfalls droht ihr die Aufnahme in eine Liste von Werten mit hohem Risiko für Investoren.

Der niederländische Handelsplatz sieht diese Einordnung in eine spezielle Rubrik für Unternehmen vor, deren Aktien mit großen Risiken behaftet sind oder die sonstwie kränkeln. Von einer gesunden Kursentwicklung kann bei Baan spätestens seit Beginn des Jahres keine Rede mehr sein, als nach einer Verlustmeldung die Aktie von rund 14 Dollar auf nunmehr sechs Dollar abstürzte. Der Eigenkapitalanteil, an dem sich die Klassifikation der Börse bemisst, sank von 139 Millionen Dollar am Ende des dritten Finanzquartals 1999 auf lediglich neun Millionen Dollar im anschließenden Berichtszeitraum.

Derweil verkündete Baans Interims-CEO Pierre Everaert, dass er dem Unternehmen noch für die nächsten sechs bis zwölf Monate vorstehen wird, um es in ein ruhiges Fahrwasser zu lotsen. Die Entscheidung zur Verlängerung - ursprünglich war das Engagement nur für rund ein Quartal vorgesehen - sei auf Drängen von Kunden und Mitarbeitern gefallen. Everaert äußerte sich auf der CeBIT in Hannover auch zu einem möglichen Verkauf des Unternehmens: "Wenn uns jemand einen guten Preis macht und weiteres Wachstum zusichert, wie könnte ich da Nein sagen?" Allerdings zeigte er sich zuversichtlich, dass Baan unabhängig bleiben kann.

Nach dem Verkauf der Coda-Finanzsparte vergangenen Monat für rund 50 Millionen Dollar arbeite man weiterhin mit Investment-Bankern zusammen, um die mögliche Veräußerung verschiedener Produktlinien zu prüfen. In keinem Fall, so Everaert, stehe das gleichnamige Customer-Relationship-Management-(CRM-)Produkt des übernommenen Herstellers Aurum zum Verkauf.

Everaert will darüber hinaus eine weitere Finanzierung durch Fletcher International möglichst gering halten: "Wir werden nur im Notfall auf die Mittel zurückgreifen, aber ich würde Fletcher gern unter zehn Prozent halten." Dem New Yorker Investor gehören derzeit 6,7 Prozent der Baan-Anteile. Sollte es gelingen, das Eigenkapital wieder auf wenigstens 50 Millionen Dollar zu bringen, würde Fletcher weitere 40 Millionen in Baan investieren. Die Niederländer wollen am 20. April die Ergebnisse für das erste Quartal ihres laufenden Geschäftsjahres bekannt geben. Everaert rechnet mit einem - allerdings geringen - Verlust.