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05.03.1982 - 

Text- und Datenverarbeitung im mittelständischen Betrieb:

An acht Terminals 10 000 Kunden verwalten

NÜRNBERG (hö) - Über 40 000 unterschiedliche Artikel vertreibt der Kautschukverarbeiter in Nordbayern, die Otto Haas KG. von Nürnberg aus an nahezu 10 000 Kunden. Um die Fertigung und den gesamten kommerziellen Bereich mit den 170 Mitarbeitern in Nürnberg und in der Stuttgarter Filiale bewältigen zu können, bemüht sich das Haas-Management, ständig neue technische Hilfsmittel einzuführen: Zu Industrierobotern und modernsten Telefonnebenstellenanlagen kam 1978 eine DV-Anlage, auf der jetzt die Text- und Datenverarbeitung integriert läuft.

Bis 1970 war vor allem das Rechnungswesen recht mühsam zu bearbeiten: Statistiken und die Fakturierung mußten rein manuell zusammengestellt werden. Den Einstieg in die EDV bildete eine Fakturiermaschine, die Lochstreifen produzierte die dann außer Haus zu Artikelstatistiken verarbeitet wurden. Als nächstes installierte man in Nürnberg eine kleine EDV-Anlage für die Buchhaltung, die jedoch schon bald aus allen Nähten platzte.

Gerd Düring, EDV-Leiter bei Haas begann zu diesem Zeitpunkt mit der Auswahl eines geeigneten Systems: "Mir war klar, daß es damals schon nicht mehr zu vertreten war, Daten auf Disketten zu speichern und zu verwalten. Wir brauchten ein Mehrplatzsystem mit Magnetplattenspeicher." Der Nürnberger DV-Chef liebäugelte auch mit der Möglichkeit, nicht nur Datenverarbeitung sondern auch bald automatisierte Textverarbeitung zu betreiben.

1978 wurde in den Haas-Räumen ein DDC-System Serie 550 installiert, das 1981 durch Austausch der Zentraleinheit auf das größere System 230 aufgerüstet wurde. Gleichzeitig konnten um 50 Prozent mehr Bildschirme angeschlossen werden.

Heute steht in Nürnberg eine Zentraleinheit mit 384 K, Plattenspeicher von 3 x 50 MB, ein Zeilendrucker mit 300 Zeilen pro Minute, ein Typenraddrucker mit 55 Zeichen pro Sekunde sowie sechs Bildschirme in der Produktion, im Vertrieb und in der Buchhaltung.

Per EDV wurden damit die wesentlichen kommerziellen Aufgabenstellungen gelöst:

- Auftragsbearbeitung für den Großhandel und die Produktion,

- Betriebsaufträge mit Kalkulation und Teilefertigung,

- Auftrags- und Rechnungsschreibung,

- Lagerbuchführung,

- Fakturierung,

- Statistiken mit automatischer Überleitung in die Finanzbuchhaltung,

- Kostenrechnung,

- Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie

- integrierte Textverarbeitung in den Bereichen Mahnwesen, Werbung oder für Informationsschriften.

Drei Arbeitskräfte schaffen das Arbeitspensum

"Obwohl die sechs Bildschirme simultan eingesetzt werden, sind die Antwortzeiten so niedrig, daß wir jetzt problemlos zwei weitere Bildschirme dranhängen können", freut sich der DV-Chef. Ein gezielter Brief mit der DDC-Software "Intext" entsteht heute in Nürnberg in zehn bis 15 Sekunden - von der Eingabe bis zum Druck. Düring meint, daß diese Verarbeitungsgeschwindigkeit auch notwendig ist, um bei einem Kundenstamm von 10 000 Kunden das 14tägige Mahnwesen individuell durchführen zu können: "Bei einem Personalbestand von drei Vollzeitkräften in der Buchhaltung ist es nicht denkbar, diese Briefe mit der Schreibmaschine zu schreiben." Düring plant, die Intext-Software demnächst auch für Angebotsschreibung einzusetzen. Einen großen Rationalisierungseffekt bringt die integrierte Text- und Datenverarbeitung auch bei der Verarbeitung von Zahlungseingängen. Ein Sachbearbeiter kann heute in zwei bis drei Stunden am Bildschirm sämtliche Zahlungseingänge verbuchen. Dazu werden die Daten der Zahlungsbelege eingegeben. Das System findet innerhalb von einer Sekunde den dazugehörigen Kunden und übernimmt automatisch die Berechnung sämtlicher Faktura. Entsteht eine Differenz, so wird ebenfalls automatisch für die Buchhaltung zur Weiterverfolgung ein Differenzbeleg geschrieben. Den derzeitigen Arbeitsumfang dieses Sachbearbeiters beschreibt der EDV-Chef so: "An einem "kleinen" Zahlungstag werden zwischen 120 und 140 Buchungen vorgenommen, dieses Pensum kann sich aber leicht auf 300 Buchungen täglich erhöhen." Zudem produziert das System täglich noch etwa 160 bis 180 Rechnungen.