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12.11.1993

An der Objektorientierung wird noch gearbeitet Die OSF liefert nun die verteilte Management-Umgebung DME

MUENCHEN (CW) - Allen Unkenrufen zum Trotz ist das lang erwartete Distributed Management Environment (DME) der Open Software Foundation (OSF) nun doch noch in diesem Jahr freigegeben worden. Allerdings arbeiten die Entwickler derzeit noch an der Einbindung von Netz-Management-Protokollen wie SNMP und CMIP sowie an objektorientierten Features.

Hoechste Eisenbahn wurde es nach Ansicht von Insidern fuer die etwa um ein halbes Jahr verspaetete Freigabe der DME-Technik. So mutmasste die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" noch kuerzlich, dass eine weitere Verzoegerung zu einem Desinteresse an der OSF-Software fuehren koennte, da sich Produke wie Open View von Hewlett-Packard und Netview/6000 von der IBM sowie Unicenter von CA und die Management-Umgebung von Tivoli zu De-facto-Standards entwickeln koennten. Kuerzlich hatten sich die mit DME befassten Arbeitsgruppen sogar gezwungen gesehen, ihre Projektziele zu aendern, um nicht mit der 1990 ankuendigten DME-Umgebung hinter dem Stand der Technik zurueckzubleiben (vgl. CW. Nr. 39 vom 24. September 1993, Seite 3: "Anwender fordern Einigung bei System- Management-Produkten").

Die Gefahr einer Verdraengung durch marktgaengige Produkte scheint mit der Freigabe von DME 1.0 vorerst gebannt. Die Technik, die den rund 400 OSF-Mitgliedern bereits zugaenglich ist, kann ab sofort von jedermann fuer 250000 Dollar im Sourcecode erworben werden. Zum Funktionsumfang des ersten DME-Releases gehoeren:

- Softwareverteilungs- und -lizenz-Management, um nicht nur Anwendungen in heterogenen Umgebungen netzweit zu installieren und zu verwalten, sondern auch die Berechnung von Lizenzgebuehren zu erleichtern. Statt Festpreisregelungen wollen immer mehr Anbieter ihren Kunden die tatsaechliche Nutzung von Anwendungen in Rechnung stellen.

- Durch PC-Management-Dienste sollen PCs in heterogene Netze eingebunden und verwaltet werden koennen.

- Ein Event-Management-Feature dient der Ueberwachung und Steuerung der Vorgaenge auf allen Knoten einer heterogenen und verteilten Umgebung.

- Die Subsysteme in einer solchen Umgebung werden ebenfalls ueber eine weitere Management-Komponente ueberwacht und verwaltet.

Zwei wichtige Komponenten fehlen noch im ersten Release

Nicht fertig geworden sind die Komponenten Network Management Option und das Object Management Framework, die - urspruenglich fuer 1993 vorgesehen - nun erst mit dem ersten DME-Update kommen. Bei der Netzwerkkomponente geht es im wesentlichen um die Einbindung von herkoemmlichen proprietaeren DV-Installationen in die offene und verteilte Client-Server-Welt. Ausserdem sollen hier auch die beim Netz-Management als De-facto-Standard geltenden Protokolle SNMP und CMIP fuer den Einsatz in verteilten Umgebungen angepasst werden.

Das Object Management Framework soll DME mit einheitlichen Programmier-Schnittstellen ausstatten. Ausserdem arbeiten derzeit OSF-Mitglieder wie IBM und HP unter Hochdruck daran, dass sich Objekttechniken fuer das Management von verteilten DV-Umgebungen einsetzen lassen.