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04.04.2003 - 

Online-Module ergänzen klassischen Frontalunterricht bei SBS

An E-Learning muss man sich gewöhnen

MÜNCHEN (CW) - Der Kostendruck lässt Bildungsanbieter klassische Kurse mit Online-Elementen kombinieren. Siemens Business Services (SBS) erprobt diese Verbindung in der Weiterbildung zum Microsoft Certified Systems Engineer (MCSE). Zielgruppe sind Netzwerkadministratoren, Servicemitarbeiter und Netzberater.

Die Weiterbildung besteht aus Selbststudium, E-Learning und Präsenz-Workshops. Während des Kurses ackern sich die Teilnehmer durch die Microsoft-Originalunterlagen und üben daheim an einer Schulungsversion von Windows 2000 Advanced Server. Über die E-Learning-Plattform können sie sich im Forum austauschen oder an Live-Chats mit den anderen Teilnehmern beteiligen. Wer zusätzliche Materialien und Übungsfragen möchte, stöbert in der umfangreichen Windows 2000 Knowledge Base. Damit das Wissen nicht abstrakt bleibt, können die Teilnehmer in fünf Workshops an einem Übungsnetzwerk all das ausprobieren, was ihnen beim Selbststudium unklar geblieben ist.

Test zur Selbsteinschätzung

Die Präsenzphasen finden an je zwei Tagen unter Leitung eines Trainers parallel an den verschiedenen Standorten von SBS statt. "Der konventionelle Weg mit einem 28-tägigen Crashkurs wäre bei mir einfach zeitlich nicht drin gewesen, da ich in verschiedenen Projekten eingebunden bin", erzählt Klaus Benning, Siemens-Mitarbeiter aus Nürnberg und einer der ersten Teilnehmer.

Bisher dauert der Kurs ein halbes Jahr, demnächst soll er auf acht Monate verlängert werden. Denn wie Benning mussten auch andere Teilnehmer feststellen, dass ein Blended-Learning-Kurs aufwändig ist. "Viele brauchen für das Selbststudium mehr Zeit, weil sie beruflich stark eingespannt sind", schildert IT-Trainer Peter Holländer, der die Teilnehmer mit einem Kollegen betreut.

Vor Beginn des Lehrgangs können die Teilnehmer über einen Selbsttest prüfen, ob ihre Kenntnisse für den Kurs ausreichen. Ein Angebot, das von jedem Zweiten auch genutzt wird. Doch Erfahrung mit Online-Lernen hat bisher kaum jemand, deshalb stimmt eine zweistündige Auftaktveranstaltung im Netz die Teilnehmer auf die neue Lernform ein. Auch später treffen sich die angehenden Windows-2000-Experten im virtuellen Klassenzimmer wieder, um etwa einen Workshop nachzubereiten.

Eine Situation, die auch für den Trainer gewöhnungsbedürftig ist, gesteht Holländer: "Da man die Teilnehmer nicht sehen kann, fragt man sich, ob die Leute jetzt aufmerksam vor dem Computer sitzen." Um sich für die neue Lernform fit zu machen, hat er selbst zwei Kurse zur Betreuung von Online-Lerngruppen absolviert.

Mittlerweile haben sich laut Holländer zwei Arten von Teilnehmern herauskristallisiert: Die einen ziehen sich zurück und beteiligen sich selten an den Online-Angeboten - ihnen genügen die Microsoft-Unterlagen und die Präsenz-Workshops. Andere nehmen an den zweimal wöchentlich stattfindenden Chats teil, klären in der Newsgroup fachliche Fragen und holen sich Tipps vom Tutor und den anderen Teilnehmern. "Durch den Austausch sehe ich, wo ich im Vergleich zu den anderen Teilnehmern stehe, und bin besser motiviert", lobt Benning. Das ist auch die Erfahrung von Thomas Rosenkranz, der bei einer Stahlbearbeitungsfirma das Netzwerk administriert und sich mit dem Kurs auf die neue Systemarchitektur vorbereitet. "Wenn ich etwas nicht verstanden habe, finde ich immer einen Ansprechpartner und bekomme innerhalb von kurzer Zeit seine Lösung."

Die Statistik deutet darauf hin, dass sich die Betreuung und Einbindung in eine Lern-Community auszahlen: Obwohl die MCSE-Ausbildung als lernintensiv gilt, hat erst einer der Teilnehmer abgebrochen. "Ich kenne einige, die den Kurs nur mit Hilfe der Bücher bestehen wollten, aber dann bald abbrachen", berichtet Rosenkranz. "Mich halten dagegen das Feedback der Community und das Präsenztraining bei der Stange. Wichtig ist das für mich auch deswegen, weil bei uns das System noch nicht eingeführt ist und ich sonst keine Erfahrungen damit sammeln könnte." Er klinkt sich etwa alle zwei Wochen ins Forum ein und holt sich Rückmeldung zu seinem Wissensstand.

Präsenztraining hält bei der Stange

In Workshops können die Teilnehmer zwei Mal in der Woche am Rechner die Funktionen von Windows 2000 üben. "Die Workshops bringen am meisten. Man ist mit Gleichgesinnten zusammen und kann alles ausprobieren, was man sonst mangels Netzwerk nicht simulieren kann - man kann schließlich daheim keine komplette Domäne aufbauen", meint Benning. Probleme zu bearbeiten und Befehle wirklich einzugeben, statt sie nur auf dem Papier nachzuvollziehen - das lässt sich auch in Zeiten virtueller Klassenräume nicht ersetzen.

Die nächsten Kurse starten am 11. April in Berlin, Essen, München, Nürnberg und Paderborn. Informationen gibt es bei peter.hollaender@siemens.com oder unter www.siemens.com/learning.