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25.10.1991 - 

Cash-Probleme und Chapter eleven

An Floating Point Systems ist nun Cray Research interessiert

MÜNCHEN (bk) - Konzentrationstendenzen zeichnen sich nun auch im Supercomputer-Markt ab. Kaum hat sich FPS Computing, besser bekannt als Floating Point Systems Inc., unter Chapter eleven stellen lassen, bekundet die Cray Research Inc. Interesse an dem finanziell angeschlagenen Supercomputer-Hersteller. Beide Unternehmen unterzeichneten bereits einen entsprechenden "Letter of intent".

Bis zum 15. November 1991 will das Management der Cray Research Inc. prüfen, ob eine Übernahme bestimmter Assets von Floating Point Systems Sinn macht. Sollte man sich für den Kauf entscheiden, so teilte Chairman und CEO John A. Rollwagen den Mitarbeitern bereits mit, würden sich die Investitionen dafür auf etwa 3,25 Millionen Dollar belaufen.

Eigentlich hatte sich FPS unter den Schutz von Chapter eleven gestellt, um sich in Ruhe reorganisieren zu können. Den Supercomputer-Hersteller aus Beaverton drückten in den letzten Geschäftsjahren immer wieder Verluste. Dennoch hatten erst im Juli noch namhafte Marktforschungsunternehmen dem Jumbo-Anbieter eine positive Entwicklung prophezeit, weil man ihm mit dem Rechnersystem 500 auf Basis der Sparc-Technologie von Sun Microsystems einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung hinsichtlich heterogener Rechnersysteme bescheinigte.

Cash-Probleme, die letztlich zu Lieferschwierigkeiten führten, bescherten FPS jedoch in den letzten zwei Quartalen hohe Verluste. Dazu Peter Hemmer, Geschäftsführer der FPS Computing in Riemerling bei München: "Die Vorfinanzierung, die wir für die Sparc-Supercomputer leisten müssen, ist hoch. Aufgrund der vielen von der US-Behörde vorgegebenen Auflagen, die der Kunde zu erfüllen hat, ist die Installationszeit lang, und es dauert manchmal Monate, bis der Kunde bezahlt. Wir hingegen bezahlen unsere Lieferanten sofort."

Daß Cray Research über einen Aufkauf von FPS nachdenkt - die Company aus Eagan dürfte dabei speziell an den Sparc-Supercomputer-Aktivitäten und den Matrix-Prozessoren interessiert sein - kam zwar überraschend, bei Floating Point Systems aber scheint man nicht unwillkommen zu sein. Kommentiert Hemmer: "Für uns wäre dies sicher eine höchst interessante Alternative. Cray Research hat Erfahrung im Supercomputermarkt und will in Richtung offene Standards gehen - da bieten sich dem Unternehmen durch die Sparc-Rechner, die nahe an die Performance von Crays YMP-Systeme herankommen, große Möglichkeiten." Auch die bereits informierten Kunden hätten auf das Ansinnen von Cray Research positiv reagiert.

Interessant sei für Cray Research sicher auch, so Hemmer weiter, daß FPS trotz der finanziellen Schwierigkeiten keine größeren Bank-Verbindlichkeiten habe. Somit müsse Cray Research im Falle einer Übernahme nicht erst Schuldenberge abbauen, sondern bekäme vielmehr ein strategisch wichtiges, vor allem aber fertiges Produkt und zudem erfahrenes Personal.