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08.05.1998 - 

Bisher keine Bestätigung von Behörden

Analysten erwarten Antitrust-Klage gegen Intel

Obwohl die FTC entsprechende Presseberichte bislang nicht bestätigt hat, erwarten einige Branchenbeobachter ein weitreichendes Antitrust-Verfahren gegen den Chipkonzern. Wie die Zeitung "USA Today" unter Berufung auf den Justizbehörden nahestehende Quellen meldet, könnte sich die Andy-Grove-Company alsbald gar mit zwei einschlägigen Klagen konfrontiert sehen.

In einem der beiden Verfahren würde Intel den Insidern zufolge vorgeworfen, Unternehmen, mit denen der Konzern in Streitigkeiten verwickelt sei, von dringend benötigten Produktinformationen abzuschneiden. Ein Beispiel dafür liefere die jüngste Auseinandersetzung mit Intergraph (siehe CW 16/98, Seite 3). Im anderen Fall würden die Ermittler Intel beschuldigen, Kunden, die Mikroprozessoren kaufen wollten, zum Erwerb zusätzlicher Intel-Produkte zu zwingen.

"Bei einem normalen Unternehmen könnte ein solches Verhalten noch als einsehbar eingestuft werden", kommentiert Michael Slater, Herausgeber des Branchenblattes "Microprocessor Report". Die Frage sei jedoch, ob die Praktiken angesichts der dominanten Marktposition Intels noch zu akzeptieren seien.

Wie Slater halten auch etliche andere Analysten eine weitreichende Untersuchung und ein Antitrust-Verfahren für den einzig adäquaten Weg, die Rechtmäßigkeit von Intels Geschäftsmethoden zu prüfen. "Wenn eine Firma so groß und so allgegenwärtig ist, lassen sich Anklagen kaum vermeiden", meint Tony Massimini von Semico Research in Phoenix, Arizona.

Allerdings gibt es diesbezüglich auch kritische Stimmen. Für den Washingtoner Antitrust-Experten Joe Sims etwa ist eine Klage gegen Intel keineswegs ausgemacht. Die Federal Trade Commission müßte in diesem Fall beweisen, daß der Hersteller ein Monopol hält. Dies sei weit schwieriger, als einen Marktanteil von 90 Prozent zu belegen.

Nach der juristischen Definition eines Monopols müßte die Wettbewerbsbehörde entweder aufzeigen, daß Intel die Preise erhöhen kann, ohne dabei Marktanteile einzubüßen, oder aber beweisen, daß der Konzern, indem er weniger Chips ausliefert, die Marktpreise für seine Produkte hochtreiben kann.