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08.02.1985

Analysten erwarten hohe Zuwächse Im CADCAM-Bereich:Bei DV Aktien kommt man an IBM nicht vorbei

Die US-Börse fährt in unbekannten Gewässern. Der Dow-Jones-Aktiendurchschnitt notiert nahe 1300. Das ist höher als je zuvor in der Geschichte dieser Börse. Sind High-Tech-Werte noch zu niedrig bewertet?

In keiner Branche fielen die Notierungen während der Konsolidierung seit Mitte 1983 ähnlich stark zurück. Oft erfolgte der Absturz ohne Verschulden des Unternehmers. Eine unrealistisch hohe Bewertung durch die Anleger führte häufig zum Kurssturz. Nur wer sorgfältigste ausgewählt hatte, blieb von Verlusten verschont. Und dies wird auch künftig so sein.

Die Schätzungen des Ertrages für das laufende Jahr sind sowohl für die Hersteller von Großrechnern, Mikro- und Minicomputern, die Anbieter von Software, CAD/CAM, Telekommunikation und Rüstungselektronik positiv. Die positivsten Erwartungen werden von Marktanalysten für den Bereich des, Computer Aided Design (CAD) mit einem Plus von 40 Prozent geäußert.

Konservative Anleger kommen an IBM nicht vorbei. Die Aktie hat - wie der Index, dessen Anstieg sie anführte - mit 137,5 Dollar neue historische Höchstkurse erreicht. Sie ist damit etwa mit dem zwölffachen Gewinn bewertet. Dies ist im historischen Vergleich noch preiswert.

Wir befinden uns derzeit in einer breitangelegten, längerfristigen internationalen Aktienaufwärtsbewegung. Sowohl die Privatanleger als auch die Institutionen sind am Aktienmarkt noch immer unterinvestiert. Es mangelt an attraktiven Anlagealternativen. Sachwerte sind im Hinblick auf die mangelnde Rendite und den Wertverfall unverändert eine schlechte Investion.

In Zinspapieren sind die Anleger dagegen hoch investiert. Die Aktie aber bietet eine Mischung von Sachwert (Beteiligung am Produktivvermögen) und Geldwert (Dividende). IBM wird als zukunftsorientierter internationaler Qualitätstitel weiter steigen können und nicht schlechter als der Index abschneiden.

Viel Kurssteigerungs-Raum

Betrachtet man wichtige Aktien-lndices inflationsbereinigt, wie etwa den Financial Times Index, so wird deutlich, wieviel Raum für weitere Kurssteigerungen bleibt. 1935 war der Index bei 100 eingeführt worden. Vor einigen Tagen erreichte er einen neuen Höchststand bei 1000. Inflationsbereinigt allerdings steht er real lediglich bei 500.

Der Commerzbank-Aktienindex notiert nominal 10 Prozent über dem Stand von 1960, der Schweizer Bankverein Index hat erst jetzt wieder sein Hoch von 1972 erreicht. Berücksichtigt man den Kaufkraftverlust, liegen die Aktienindices in Deutschland und der Schweiz um zwei beziehungsweise ein Drittel unter dem früheren Höchststand.

Zu den börsenanalytisch preiswerten DV-Herstellern zählt Wang Laboratories. Unter anderem hat die Furcht, der Sohn des Firmengründers Fred Wang, könne die erfolgreiche Politik nicht fortsetzen, zu einem Kursrutsch seit Mitte 1983 von in der Spitze beinahe 50 Prozent geführt. Mit heute knapp 30 Dollar und einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 15 ist die Aktie ein aussichtsreicher Kauf. Interessant ist auch die in Zürich gehandelte 4 3/4 Prozent-Schweizer-Franken-Wandelanleihe.

Wang ist hierzulande auf der Suche nach eingeführten Vertriebspartnern für Bürokommunikationssysteme. Bei einer Börsenkapitalisierung von umgerechnet 12,6 Milliarden Mark (dies ohne den Verwässerungseffekt der Wandelanleihen) und einem Umsatz von knapp sieben Milliarden Mark in 1984 sollten hier jedoch wegen der Bewertung mit dem l,8 fachen Umsatz nur vorsichtige Käufe vorgenommen werden.

Vorsicht vor Euphorie

Zum Vergleich: Apple wurde Ende 1984 mit dem 1fachen Umsatz bewertet, Siemens (Börsenkapitalisierung gut 22 Milliarden Mark) lediglich mit dem halben Umsatz des Geschäftsjahres 1983/84. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich Vorsicht vor zuviel Euphorie. Die Wandelanleihe kann gekauft werden.

Neben IBM sollte sich auch Hewlett-Packard (HP) behaupten können. Die Aktie ist mit dem rund 16fachen des Gewinns bewertet. Die guten Erträge aus Nicht-DV-Bereichen - wie etwa medizinische Meßtechnik - lassen die Aktie weniger anfällig für Kursrückschläge erscheinen. Die Bewertung mit dem 1,5fachen Umsatz erscheint gerechtfertigt.

Amdahl veröffentlichte nach den enttäuschenden Earnings für das dritte Quartal 1984 relativ gute Zahlen zum Jahresschluß. Die letzten drei Monate in 1984 fingen die ersten Quartalsergebnisse einigermaßen auf. Amdahl sollte dennoch gemieden werden.

Kurssturz ohne Ende bei Commodore? Diese enttäuschende Gewinnentwicklung im vierten Quartal 1984 führte zu einem Kursrückgang auf 12 Dollar. Damit hat sich die Aktie seit ihren Höchstkursen 1983 gefünftelt. Für Käufe scheint es aber noch zu früh.

Gewinnversechsfachung hingegen bei Apple. Nach dem Umsatz- und Ertragseinbruch von Ende 1983 fand man zu altem Wachstum zurück Apple gelang mit dem Macintosh der Zugang zum von IBM beherrschten Mikro-Markt (IBM-Anteil 40 Prozent, Gesamtmarktumsatz 1984 über 20 Milliarden Dollar). Durch Kooperationsverträge mit General Electric Information Services Company wird versucht, das Eindringen in den Industriemarkt zu beschleunigen.

Trotz der guten Nachrichten kam die Aktie (30 Dollar) in den letzten Tagen nicht recht vom Fleck. Bei 32 Dollar existiert ein charttechnischer Widerstand. Die Durchbrechung dieser Widerstandslinie würde Käufe rechtfertigen.

Motorola und Gould berichteten über schlechte Ergebnisse für das vierte Quartal 1984. Bei Motorola sank der Gewinn pro Aktie von 81 Cents in der Vorjahresperiode auf 73 Cents - trotz einer Umsatzsteigerung von l 7 Prozent. Gould konnte seinen Umsatz um 5 Prozent verbessern. Das Ergebnis pro Aktie für das vierte Quartal 1984 sank jedoch auf 52 Cents, das heißt, um 4 Cents im Vergleich zum Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr konnte eine Gewinnsteigerung pro Aktie von 1,75 (1983) auf 1,89 Dollar gemeldet werden.

Die seit Oktober 1984 im ungeregelten Freiverkehr Frankfurt gehandelte Aktie des norwegischen Computerherstellers Norsk Data SA wird bis spätestens März an der Frankfurter Wertpapierbörse amtlich notiert werden. Norsk Data ist mit einem Umsatz von 1360 Millionen norwegischen Kronen (etwa 470 Millionen Mark) der führende norwegische Hersteller von Mikrocomputern und Computersystemen. Während der vergangenen sechs Jahre konnte der Umsatz im Durchschnitt um 44 Prozent pro Jahr gesteigert werden.

1982 verdiente Norsk Data 70,4 Millionen norwegische Kronen vor Steuern, 1983 144 Millionen, und 1984 230 Millionen Kronen. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie vor Steuern von 22 Kronen bei einem Kurs von 427,5.

Das Unternehmen, das 1967 mit finanzieller Unterstützung zweier Reeder zur Entwicklung eines Navigationscomputers für die norwegische Fischerei- und Handelsflotte gegründet wurde, versucht durch wachsende Beteiligungen und Kooperationen die Abhängigkeit von den Bauelement-Zulieferern zu vermindern. So wurde 1983 eine 80prozentige Beteiligung an Dietz Computer Systemen GmbH erworben. Heute gehört das Unternehmen zu 97 Prozent dem norwegischen Konzern.

In den USA wurde ein gemeinsames Produktions- und Vertriebsunternehmen mit der britischen Racal Electronics gegründet. Durch die Teilproduktion in den USA reduzierte man die Abhängigkeit vom US-Dollar. Mit 40 Prozent Import der Bauelemente aus den USA bleibt die Entwicklung des Dollarkurses jedoch weiterhin wichtig für die Einschätzung der Erträge.

Die Stärke der Norsk Data liegt in der Forschung, für die die Gesellschaft knapp 10 Prozent der Verkaufserlöse aufwendet. Dabei entfielen 1983 allein 75 Prozent der Kosten auf die Entwicklung der Software. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von über 20 sind die guten Gewinnaussichten für die Zukunft bereits im Kurs enthalten. Bei weiterer Expansion und gleichzeitiger Steigerung der Erträge bleibt die Aktie weiter steigerungsfähig. Der Titel kann in Frankfurt gekauft werden, Kurs 125Mark.

Kaufenswert ist die Aktie der Lübecker Drägerwerke (Vorzüge 255 Mark, Genußscheine 140 Mark). Das Unternehmen kooperiert mit Honeywell. Dräger ist ein Wachstumstitel des Medizinbereiches mit einer Kurschance von 25 Prozent. Seit der Emission vor sechs Jahren ist die Aktie trotz Verdoppelung des Ertrages kaum gestiegen.