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03.05.1996 - 

Allianzenfieber macht Anwendern strategische Planung unmoeglich

Analysten kuehlen Euphorie im ueberhitzten Internet-Markt ab

Das muntere Treiben im und um das Internet sowie die professionellen Online-Dienste ist unueberschaubar geworden. Man kann quasi nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden; so gut wie alle wichtigen Anbieter, Hard und Softwarefirmen sowie Telefon- und Kabel-TV-Gesellschaften stuerzen sich in undurchdachte Partnerschaften - frei nach dem Motto: Dabeisein ist alles. So in etwa ist der Tenor immer oefter laut werdender Stimmen von US- Analysten, die vor ueberzogenen Erwartungen an den zukuenftigen Online-Markt warnen - Anbieter wie Anwender uebrigens.

"Nahezu jeder in der Branche geht derzeit mit der vermeintlich grossen Zukunft einer Business-orientierten Nutzung des Internet hausieren, ohne sich auch nur im Ansatz Gedanken ueber einen halbwegs realistischen Return on Investment zu machen. Man muss geradezu den Eindruck gewinnen, dass die Firmen nicht mehr wissen, was sie tun", gibt etwa Emily Green, Direktorin beim Marktforschungsunternehmen Forrester Research, zu bedenken. Konsequenz fuer die Anwenderunternehmen: Neben allen anderen Unwaegbarkeiten in Sachen eigenes Internet-Engagement ist eine langfristige strategische Planung mit einem oder einigen wenigen Herstellern beziehungsweise Service-Providern kaum moeglich.

Flucht ins Internet als signifikantes Merkmal

Auguren wie Green lassen im Zuge ihrer Kritik die in den zurueckliegenden Monaten zu beobachtende hektische Entwicklung im Internet- und Online-Markt noch einmal Revue passieren. Neben der "Flucht" der professionellen Online-Dienste ins Internet war vor allem der Kampf um einen Platzvorteil im Browser-Markt zwischen Netscape und Microsoft von Bedeutung. Fast am gleichen Tag brachten beide Companies ein Lizenzierungsabkommen mit dem Online- Dienst America Online (AOL) unter Dach und Fach, der nun seit Mitte Maerz seiner Kundschaft Microsofts "Explorer" als sogenannten Premium-Browser kostenlos anbietet (Windows 95 verfuegt quasi im Gegenzug automatisch ueber ein AOL-Interface).

Aehnliche Abkommen beider Firmen gibt es auch mit Compuserve. Insider werteten diese Erfolge der Mannschaft um Bill Gates als mehr als nur einen Publicity-Erfolg, galt es doch, die bis dato vorherrschende Dominanz der "Internet-Company" Netscape zu brechen. Muskelspiele uebrigens, die sich auch im Web-Server-Markt fortsetzen. Aber auch die Online-Dienste selbst gingen auf Einkaufstour. So uebernahm Compuserve den Web-Software-Spezialisten Spry, waehrend AOL sich den Internet-Service-Provider und Browser- Entwickler Global Network Navigator (GNN) einverleibte.

Auf welchen Anbieter und damit welche erfolgversprechen- dere Strategie soll man nun aber als Anwender mit eigenen Plaenen in puncto Internet- oder Online-Engagement setzen? Die Auguren wissen darauf momentan keine Antwort. Dies um so mehr, da sich, wie Forrester-Research-Managerin Green es formuliert, durch den "Eiertanz" von AT&T mit der fruehzeitigen Einstellung von "Interchange" und wahrscheinlich auch "Personal Link" die Existenz eigenstaendiger Online-Dienste als wenig stabil erwiesen hat. Dem allerdings widerspricht eine andere Erkenntniss: Der weltweit groesste Online-Dienst, AOL, hat in juengster Zeit als eine von ganz wenigen Firmen Geld verdient - mit und ohne das Internet.