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Bisher konnte Big Blue bei den High-end-Platten absahnen

Analysten rechnen ab April mit Discounts bei 3390-Laufwerken

01.03.1991

FRAMINGHAM (IDG) - Anwender von Hochleistungsplatten des Typs IBM 3390 und kompatibler Modelle können sich demnächst auf Preisnachlässe einstellen. Bisher hatte die IBM als Monopol-Anbieter in diesem Bereich es nicht nötig, Rabatte oder Nachlässe anzubieten. Mittlerweile sind die PCMer in der Lage, kompatible Modelle in großer Stückzahl herauzubringen.

IBM hat die 3390 mit einer Speicherkapazität von bis zu 22,7 GB im November 1989 angekündigt, in größeren Stückzahlen wird das System seit rund 15 Monaten ausgeliefert. Nach Angaben des US-Marktforschungs-Unternehmens Dataquest sollen 1990 etwa 20000 3390-Einheiten verkauft worden sein. Bis jetzt konnten die PCMer keine Alternativen anbieten, was Big Blue die Möglichkeit gab, Höchstpreise für die Platten zu verlangen.

Die Wettbewerber im PCM-Bereich werden nach Analystenansicht in wenigen Wochen ihre Produkte auf den Markt bringen. Dann aber, so Mark Hess von der Gartner Group, wird IBM mit Preisnachlässen kontern. Um sich die dicken Gewinne zu sichern, wird der Marktführer vermutlich gegen Ende des Jahres ein "Modell 3" der Serie 3390 herausbringen, das neue Top-end-Leistungen bringt und für das ein entsprechend hoher Preis verlangt werden kann.

Ab April dürften die meisten PCMer soweit sein, ihre 3390-Alternativen anzubieten. Hitachi hat zwar mit dein "Modell 7390" bereits vor fünf Monaten ein entsprechendes System vorgestellt, konnte aber wegen Problemen bei der Qualitätskontrolle bislang nicht in großen Stückzahlen liefern.

Nach Dataquest-Angaben ist bei den Hitachi-Platten ein Fehler aufgetaucht, dessen Ursache lange nicht geklärt werden konnte.

Im April will auch Amdahl das Modell "6390" auf den Markt bringen. Auch hier kam es zu Verzögerungen, weil es länger als erwartet dauerte, bis die 3390-Kompatibilität gewährleistet werden konnte. Selbstkritisch räumte Amdahls Chief-Operational-Officer Joseph Zemke ein, daß man in Zukunft schneller die Zeit zwischen der IBM-Ankündigung und der Auslieferung eigener Geräte überbrücken müsse. Die Verzögerungen geben letztlich nur der IBM die Möglichkeit, hohe Gewinne einzufahren. Für Amdahl sind diese Aspekte nicht unerheblich, da das Unternehmen 16 Prozent seines Gewinnes mit Speichermedien macht. Bei dem Amdahl-Produkt handelt es sich im großen und ganzen um das gleiche System, das vom Amdahl-Partner Fujitsu im letzten Jahr vorgestellt wurde. Die Amdahl-Ingenieure haben jedoch eine neue Software für die Platten geschrieben, die besser an den 3390-Mikrococle angepaßt ist und IBM-kompatible "Systems-Managed-Storage-Features" (SMS) implementiert.

Memorex Telex will im dritten Quartal ein 3390-kompatibles Produkt ankündigen, das ebenfalls die SMS-Features unterstützt.

Und schließlich ist da noch Storage Technology, ein Unternehmen, das bereits eine 3390-kompatible Platte anbietet und bis 1992 noch einen Schritt weiter gehen will. Der Spezialist für High-end-Speichereinheiten will ein Mainframe-Speichersystem mit Höchstleistungen auf den Markt bringen. Mit diesem System - Code-Name "Iceberg" -will Storagetek einen Plattenspeicher anbieten, dessen Features über das IBM-Angebot hinausgehen, das aber wesentlich weniger kostet. Auch Iceberg soll SMS unterstützen.

Analysten raten allen Anwendern, die nicht 200 000 Dollar und mehr für die 3390-Platten bezahlen wollen, erst einmal abzuwarten.

Anwender mit extrem großen Installationen, die 3390-Platten benötigen, können bereits jetzt nach Angaben von Marktbeobachtern bei Big Blue Rabatte heraushandeln.