Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

17.08.2001 - 

Abspecken lernen von der Old Economy

Analysten verringern Erwartungen

MÜNCHEN (CW) - Das zu erwartende Wachstum der IT-Industrie wird von den Analysten grundsätzlich als langsamer eingeschätzt als in den vergangenen Jahren. Namhafte US-Investmentbanken reduzierten in Folge der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse ihre mittelfristigen Gewinnerwartungen - und gingen mit den einschlägigen Herstellern hart ins Gericht.

Der IT- respektive Internet-Hype an der Börse ist zu Ende. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hat, haben ihn vergangene Woche einige der renommierten US-Investmentbanken geliefert. UBS Warburg, Credit Suisse First Boston und Deutsche Banc Alex Brown reduzierten drastisch ihre Gewinnerwartungen für den Standard & Poors 500 Index - dem nach Ansicht von Fachleuten nach dem Dow Jones wichtigsten Börsenbarometer an der Wallstreet. Rund ein Drittel der 500 im Standard & Poors gelisteten US-Firmen sind dem IT-Sektor zuzuordnen; mehr als 15 Prozent der Gewinne, die im vergangenen Jahr von den S&P-500-Firmen erzielt wurden, kamen aus dem Bereich der Computerindustrie. Dieser Anteil dürfte im laufenden Jahr, so die Schätzungen der Analysten, auf unter neun Prozent sinken - Tendenz weiter fallend.

Nach dem dramatischen Einbruch des IT-Marktes im Frühjahr hat sich die Financial Community in New York endgültig von der Vorstellung verabschiedet, dass es sich bei den jüngsten Quartalsergebnissen der einschlägigen Hersteller um eine Art Betriebsunfall gehandelt hat. Man stellt sich jetzt vielmehr auf eine längere Erholungsphase ein. "Die vielfach geäußerte Erwartung, dass sich der IT-Markt schon im zweiten Halbjahr wieder beleben wird, ist derzeit nicht zu stützen", äußerte sich Edward Yardeni, Chefkoordinator der Investments bei Deutsche Banc Alex Brown, skeptisch. Konsequenz: Viele Investmentbanken würden den Anteil von IT-Aktien in ihren Portfolios mangels Ertragsperspektive eher "untergewichten".

Der Marsch durch das Tal der Tränen sei für die IT-Branche noch nicht zu Ende, heißt es weiter. Über ein Jahrzehnt habe die Computerindustrie einzig der Vision eines grenzenlosen Wachstums gehuldigt und im Gegensatz zu anderen Industriebereichen dem Gewinnen von Marktanteilen mehr Beachtung als einem effizienten Kosten-Management geschenkt, fasste UBS-Warburg-Chefanalyst Edward Kerschner seine Kritik zusammen. Kerschners wenig erbauliches Fazit: "Die Old Economy ist in Sachen Krisenbewältigung und Verschlankung eine Dekade voraus."