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02.03.2007

Anbieter polieren ERP-Suiten auf

Auf der diesjährigen CeBIT wird es eine Reihe neuer und überarbeiteter ERP-Pakete zu sehen geben. Vor allem mittelständische Kunden umwerben die Anbieter mit neuen Oberflächen und verbesserter Integration.

Die Anbieter von Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) wittern Morgenluft im deutschen Markt. Laut einer Umfrage von Raad Marketing Consult (RM Consult) erwarten die Anwender für das laufende Jahr eine Steigerung ihrer IT-Budgets um 1,3 Prozent. Damit liegen die Erwartungen so hoch wie schon seit Jahren nicht mehr. Am Ende könnte die Steigerung noch wesentlich höher ausfallen. Für das vergangene Jahr hatten die IT-Verantwortlichen 2005 mit stagnierenden Budgets gerechnet. Heraus kam ein Plus von 4,2 Prozent.

Weitere ERP-Anbieter im Überblick

• Abas (Halle 5, Stand A18) will sich mit seiner Business-Software stärker auf die global ausgerichteten Anforderungen seiner Kunden einrichten. Vor allem die Integration und der Workflow sollen effizienter werden.

• AP AG (Halle 5, Stand C46) stellt seine neue Produktgeneration "APplus" vor. Das System bietet eine User-zentrierte Benutzerführung. Mit Hilfe einer Workflow-Komponente lässt sich das auf .NET basierende Produkt individuell an einzelne Rollen anpassen.

• Coda (Halle 5, Stand A28), der britische Spezialist für Rechnungswesen und Controlling, zeigt die Betaversion seines "Coda Financial Management".

• CSB System (Halle 5, Stand D16) demonstriert mobile Unternehmensprozesse und RFID-Lösungen.

• CVS (Halle 5, Stand A16) hat in seine ERP-Software "Alphaplan" Unicode implementiert. Zudem bietet das System CRM-Funktionen und mobilen Datenaustausch.

• Fibunet (Halle 5, Stand 48/1) hat eine Texterkennungssoftware in sein Web-basierendes Rechnungseingangsbuch integriert.

• Ebootis (Halle 1, Stand 406-30) versorgt die Besucher mit Vitamin "e". Das auf dem "e.bootis-ERP-III" basierende System bietet CRM- und Reporting-Funktionen.

• Nissen & Velten (Halle 5/Stand A37) zeigt neben der aktuellen Version 4.9 von SQL Business erste Anwendungen und neue Funktionen von "Nvinity", beispielsweise eine rollenbasierende Benutzerverwaltung und ein Webshop-Modul.

• Oxaion (Halle 5, Stand 38) stellt das neue Release 6.1 seiner gleichnamigen ERP-Lösung vor. Mit einem integrierten Helpdesk sowie einer Geräteakte soll das ERP-System After-Sales-Prozesse effektiver unterstützen.

• Proalpha (Halle 3, Stand C17) präsentiert die neue Version seines Einführungswerkzeugs "Golive 3.0". Mit dem neuen Tool soll sich ein breiteres Spektrum von ERP-Projekten planen und steuern lassen.

• PSI (Halle 5, Stand 26/1) zeigt neue Funktionen unter anderem das Enterprise Project Management (EPM) "Psi Professional".

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

588033: Godesys baut SOA auf Open-Source-Basis;

587876: DSAG: SAP-Kunden wollen Mysap ERP 2005;

587617: SAP liefert Enterprise Services Repository aus;

587499: IDC: Oracle und Sage setzen SAP unter Druck.

Wer bekommt das größte Stück?

Die ERP-Anbieter wollen sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen sichern. Dabei helfen sollen neue Produkte, mit denen SAP & Co. derzeit vor allem mittelständische Kunden locken. Neben zusätzlichen Funktionen rücken die Hersteller vor allem verbesserte Möglichkeiten zur Integration in bestehende IT-Infrastruktur und aufpolierte Benutzeroberflächen in den Vordergrund.

Microsoft (Halle 4, Stand A38) stellt die neue Version 5.0 von "Dynamics NAV" in den Mittelpunkt seines CeBIT-Auftritts. Das überarbeitete ERP-Release, das erst in Hannover offiziell vorgestellt werden soll, werde enger mit den anderen Microsoft-Lösungen gekoppelt, hieß es im Vorfeld. Demnach ist die Business-Software dem Hersteller zufolge vollständig in "Office 2007" integrierbar. Darüber hinaus soll es zusätzliche Funktionen für die Bereiche Supply-Chain-Management, Lagerverwaltung, Business Intelligence und Finanz-Management geben. Auf Basis einer optimierten Anbindung an SQL Server 2005 könnten Anwender komplexere Datenabfragen mit dem neuen Release bewältigen.

Neben dem neuen NAV-Release zeigt Microsoft die aktuelle Version 4.0 von "Dynamics AX", die im September vergangenen Jahres herausgekommen war. Einen ersten Blick können interessierte Kunden außerdem auf das kommende Dynamics-CRM-Release 4.0 werfen. Zudem arbeitet Microsoft an einem Dynamics-Client, der als einheitliche Benutzeroberfläche für die gesamte Business-Softwarepalette zum Einsatz kommen soll.

SAP (Halle 4, Stand D12) stellt auf der diesjährigen Messe seine Mittelstandsprodukte in den Vordergrund. Bereits im Vorfeld der Messe wurde heftig über eine neue Lösung spekuliert, mit der SAP beharrliche Verweigerer seiner Software ködern will. Sie wird jedoch erst nach der CeBIT debütieren.

Stattdessen zeigt SAP die neue Version von All-in-One. Das für bestimmte Branchen vorkonfigurierte ERP-Paket basiert nun komplett auf den aktuellen Kernprodukten der Walldorfer, Mysap ERP 2005 und Netweaver. Zuvor bauten die All-in-One-Produkte zum Teil noch auf dem Vorgängersystem R/3 auf. Technisch handle es sich bei dem neuen Release um ein vorkonfektioniertes Mysap ERP 2005. Aufgewertet wird All-in-One aus Sicht der SAP auch mit erweiterten Funktionen für das Customer-Relationship-Management (CRM). Neben dem bisherigen Benutzer-Interface können Anwender die Software über den "Netweaver Business Client" bedienen.

Angesichts des strikten Mittelstandsfokus geraten die übrigen SAP-Themen etwas ins Hintertreffen. Zu Unrecht, denn auch hier stehen im laufenden Jahr einige Neuigkeiten an. So ist für 2007 der Abschluss der Enterprise-SOA-Strategie geplant. Die gesamte Suite soll demnach künftig auf einer Service-orientierten Plattform aufbauen. Bereits vor der CeBIT hat SAP sein Enterprise Service Repository (ESR) an seine Kunden ausgeliefert.

SOA macht die Runde

Doch nicht nur die großen Applikationsanbieter basteln an ihren SOA-Strategien, auch die ERP-Anbieter aus der zweiten Reihe haben sich das Konzept auf ihre Fahnen geschrieben und arbeiten an entsprechenden Lösungen. So hat beispielsweise der Mainzer Softwarehersteller Godesys (Halle 5, Stand A35) mit dem "Open Business Framework" einen auf offenen Standards basierenden Software-Stack zusammengestellt, der künftig eine Service-orientierte Grundlage für die eigenen ERP-Lösungen aus der "SO: Business-Software"-Reihe sowie die Anbindung von Fremdprodukten bilden soll. Das Open-Source-Paket besteht aus Produkten von Eclipse, Apache, Tomcat, Hibernate, Jboss und Liferay.

"Es geht nur um Marktanteile"

Godesys-Chef Godelef Kühl will mit seinem Ansatz einen Gegenentwurf zu den Strategien der ERP-Größen bieten. Diesen wirft er vor, die SOA-Idee mit proprietären Bestandteilen zu korrumpieren. Demnach funktioniere bei SAP nichts ohne Netweaver, und bei Microsoft kreise alles um .NET. Mit diesen Komponenten würden die Softwarekonzerne "proprietäre Standards" und Abhängigkeiten schaffen mit dem Ziel, die eigenen Pfründe und Marktanteile zu sichern.

Auch Infor (Halle 5, Stand C24) sucht mit "Open SOA" den Weg in die neue Service-orientierte Softwarewelt. Bis auf die üblichen Versprechen von mehr Flexibilität und verbesserter Integration auf Anwenderseite sowie die Beteuerungen, man werde sich strikt an Standards halten, war bislang allerdings noch wenig über die Infor-SOA zu erfahren. Es gehe grundsätzlich darum, die Software stärker zu modularisieren, hieß es. Anwendungen sollen in einzelnen Breichen gekapselt und Schnittstellen eingezogen werden. Über eine Integrationsplattform könnte man diese Komponenten dann als Services miteinander koppeln.

Neben der Plattformstrategie wollen die Infor-Verantwortlichen auf der Messe funktionale Erweiterungen ihrer Produkte präsentieren. So soll beispielsweise das neue Release 10 von SRM Supplier Web die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten verbessern.

SoftM setzt auf Semiramis

SoftM (Halle 5, Stand C04) ordnet derweil seine ERP-Schwerpunkte neu. Der Münchner ERP-Anbieter wird sich künftig verstärkt um das im Herbst vergangenen Jahres zugekaufte Portfolio von "Semiramis" kümmern. Das vor einem Jahr gemeinsam mit Bison begonnene "Greenax"-Projekt soll in Zukunft in erster Linie der Schweizer Kooperationspartner vorantreiben.

Auf der CeBIT zeigt SoftM die neuen Versionen 4.3 von Semiramis und 6.4 von Greenax. Das Semiramis-Release bietet den Nutzern zusätzliche Funktionen für Beschaffung, Vertrieb und Logistik. Greenax wird in Sachen Chargen-Rückverfolgung, Kontraktabwicklung und Business-Process-Management (BPM) ausgebaut. Zudem zeigen die Münchner erstmals das Java-basierende Rechnungswesen "Greenax Finance". Mit Hilfe von SOA-Technik soll diese Lösung mittelfristig auch als "Semiramis Finance" angeboten werden.

Sage puscht CRM-Produkte

Sage (Halle 5, StandB04) bringt zur CeBIT in einem Rundumschlag neue Funktionen und Releases seiner Business-Software. So demonstriert der Hersteller beispielsweise mit "ACT!9", "Sage CRM 6.0" und "SalesLogix 7" ein runderneuertes Portfolio für sein Kunden-Management. Die zugekauften Bäurer-Lösungen "Industry" und "Trade" bekommen in Version 6.0 mit "Bäurer Open Access" (Boa) eine eigene Plattform. Mit dieser technischen Basis und offenen Standards wie Java, XML und Web Services bewegt sich auch Sage in Richtung SOA. Außerdem präsentiert der Hersteller ein Business-Intelligence-Produkt spe- ziell für kleine und mittelgroße Unternehmen.

Neben den zusätzlichen Funktionsmodulen zeigt Sage auch die aktuellen Versionen seiner ERP-Pakete. Neben Version 6.0 von Bäurer Industry und Trade, die mit einer überarbeiteten Oberfläche aufwarten, sind das Bäurer WinCarat Release 5.2 und die Klassiker "Office Line" und "Classic Line".

Auch Wilken (Halle 5, Stand C38) hat sein ERP-Paket runderneuert. Der Ulmer ERP-Anbieter zeigt in Hannover erstmals Einzelheiten seiner "Wilken Suite 2008". Dazu gehört ein neues Web-Frontend, das mit Hilfe von Ajax-Technik entwickelt wurde. Laut Hersteller beschleunigt dies die Web-Anwendung. Zudem berücksichtige die neue Bedienerführung die Ergebnisse des vor rund einem Jahr gestarteten Usability-Tests.

Dazu gehört, dass sich die kommende ERP-Standard-Suite für bestimmte Kundengruppen vorkonfigurieren lässt. Damit entfiele das aufwändige Einstellen von Parametern. Die Software präsentiert nur die Attribute, die der Nutzer einer bestimmten Branche benötigt. Zum festen CeBIT-Inventar der Ulmer gehört eine exotische Küche. Neben ERP-Lösungen bekommen die Kunden deshalb auch flambierte Scampi mit einem kreolischen Dip serviert. u