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18.04.1995

Andere PC-Hersteller wollen noch dieses Jahr Systeme anbieten Intels P6-Prozessor erstmals in Systemen von Intergraph gezeigt

MUENCHEN (jm) - Gerade erst beginnt der Pentium-Prozessor, seinem 486-Vorgaenger den Rang abzulaufen, da stehen schon PCs mit Intels neuer "P6"-CPU vor der Tuer. Die Intergraph Computer Systems stellte als erstes Unternehmen auf der Siggraph '95 Rechner vor, die mit Intels Pentium-Nachfolger arbeiten. Die meisten bedeutenden PC-Hersteller aeusserten, sie wuerden sofort P6-Systeme verfuegbar haben, wenn Intel den neuen Chip herausbringt.

Bislang wird das Ende des dritten Quartals 1995 als Ankuendigungsdatum fuer den P6-Prozessor gehandelt. Inoffizielle Quellen gehen allerdings davon aus, dass sich dieser Termin auf Ende Oktober/Anfang November verschieben wird. "Bis dahin", so die Pressesprecherin eines bekannten PC-Herstellers, "haben wir uns gegenueber Intel zum Schweigen verpflichten muessen."

Intels Deutschland-Sprecherin Marlo Thompson sagte, noch stehe ein Vorstellungstermin nicht definitiv fest. Allgemeine Sprachregelung sei das vierte Quartal 1995. Sie bestaetigte allerdings, dass mit der Vorstellung auch eine ausreichende Anzahl von Prozessoren verfuegbar sein werde. Das wuerde es den Top-PC- Anbietern ermoeglichen, P6-Systeme sofort nach der Freigabe der Intel-CPU auf den Markt zu bringen. Die Betatests, so Thompson weiter, waeren bei Intels OEM-Kunden bereits angelaufen.

Die Intergraph Computer Systems, ein Geschaeftsbereich der Intergraph Corp., preschte schon vor und zeigte auf der Siggraph Ein- und Zwei-Prozessor-Rechner mit der P6-CPU. Die Prozessoren arbeiteten mit 133 Megahertz Taktrate. Allerdings handelt es sich bei den Intergraph-Maschinen zunaechst um Technologie- Demonstrationen.

Intergraph wird die auf der Siggraph 95 gezeigten Systeme wohl fruehestens im ersten Quartal 1996 auf den Markt bringen, sagte Gregg Kessloff, der bei Intergraph fuer alle technischen Aspekte des Marketings zustaendig ist.

Messebesucher konnten sich an den mit mindestens 32 MB Arbeitsspeicher (Ein-Prozessor-Maschinen) ausgestatteten 3D- Grafik-Workstations, auf denen Windows NT lief, einen Eindruck von der Leistungsfaehigkeit des neuen Intel-Prozessors machen.

Intel-PCs als Alternative zu Workstations?

Die Maschinen nutzten zudem Beschleunigerkarten fuer Microsofts Implementation der Open-GL-Grafikbibliothek. Ausgeruestet mit Intergraphs eigenen Grafikbeschleunigern wird in Zukunft, so ein Unternehmenssprecher, eine ganze Auswahl von P6-Systemen zur Verfuegung stehen.

Intel wird den P6-Chip zunaechst wahrscheinlich in den Varianten mit 133 und 150 Megahertz Taktrate anbieten. Der Prozessorkroesus hatte anlaesslich einer kuerzlich abgehaltenen Technologiedemonstration P6-CPUs mit einer Taktrate von 133 und 150 Megahertz gezeigt. Allerdings gehen Industrieanalysten davon aus, dass die 150-Megahertz-Variante zunaechst bei weitem nicht in so grossen Stueckzahlen verfuegbar sein wird wie die etwas leistungsschwaechere Version.

Mit 150 Megahertz getaktet, soll der P6 nach ersten Schaetzungen einen Specbasefp92-Wert von 215 und einen Specbaseint92-Wert von 220 erzielen.

Intel hat ferner die Absicht signalisiert, Multimedia- Erweiterungen in zukuenftige P6-Designs zu integrieren - in aehnlicher Weise, wie der Prozessorhersteller das schon beim Pentium-Chip "P55C" macht.

Intel-Offizielle aeusserten, der Speicher-Bus des mit 133 Megahertz getakteten Chips arbeite mit einer schnelleren Geschwindigkeit (66 Megahertz) als seine 150-Megahertz-Variante (Speicher-Bus: 60 Megahertz). Insofern sei er vor allem in Server-Systemen besonders geeignet.

Analysten vertraten die Ansicht, der P6-Prozessor koenne sich durchaus als leistungsstarke Alternative fuer den Grafik- Workstation-Bereich anbieten. Andrew Allison, Herausgeber des US- Newsletters "Inside the New Computer Industry", sagte, die Intel- CPU uebertreffe leistungsmaessig bereits durchschnittliche Systeme der Silicon Graphics Inc. (SGI). Grafik-Workstations von SGI benutzen den "R4400"-RISC-Prozessor der Mips Technologies Inc., einer hundertprozentigen Tochter von SGI.

Allerdings duerfte nach Meinung Allisons beim P6-Chip vor allem interessant sein, ob und in welchen Stueckzahlen er verfuegbar sein wird, wenn er auf den Markt kommt. Denn besonders die Anbieter von Server-Systemen werden ein erhoehtes Interesse an Intels neuem Flaggschiff-Prozessor anmelden.

Intergraph hatte sich Anfang 1994 von seiner eigenen "Clipper"- RISC-Architektur verabschiedet, seine komplette Entwicklungsmannschaft Suns Geschaeftseinheit Sparc Technology Business (STB) uebereignet und sich fortan ganz auf die Intel- Prozessorarchitektur konzentriert.