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10.01.2003 - 

Interview mit Sun-Chef Scott McNealy

"Andere sollen Vendettas austragen"

10.01.2003
MÜNCHEN (CW) - Sun nimmt es in Sachen Server mit IBM, bei den Prozessoren mit Intel und mit Software gegen Microsoft auf, brüstet sich Firmenboss Scott McNealy in einem Interview. Zu Unrecht sei sein Unternehmen bei den Analysten in Ungnade gefallen.

"Wir sind schon immer der Underdog der Branche gewesen. Aber wir können damit leben", so McNealy in einem Interview mit dem Nachrichtendienst des IDG-Verlags. Mit diesem Fazit zieht der Sun-Chef eine Bilanz der letzten Jahre. Es gebe wohl kaum ein anderes Unternehmen, das trotz einer negativen Presse zuletzt erfolgreicher gearbeitet habe. "Immer wieder wurde geschrieben: Sun ist tot, Sun ist Geschichte, oder Sun ist am Ende. Wir aber haben die Köpfe zusammengesteckt und hart gearbeitet."

Dass dabei nicht notwendigerweise etwas spektakulär Neues herauskommen muss, gibt McNealy zu. "Es läuft nicht anders als zu jeder anderen Zeit." Letztlich gehe es nur darum, Produkte weiterzuentwickeln, sie beim Kunden einzuführen und den dazugehörigen Support und Service zu bieten. "Das ist nichts Neues." Das Geschäft von Sun sei es, Unternehmen und Serviceanbieter mit dem notwendigen IT-Equipment auszustatten. Sun werde nicht dazu übergehen, Drucker zu verkaufen oder sich als Systemintegrator beziehungsweise Hosting-Unternehmen anzudienen.

Den Vorwurf, Sun habe sich in einzelnen Segmenten wie zum Beispiel in Sachen Linux oder Intel-kompatible Einstiegs-Server verspätet, will der Sun-Mitbegründer nicht gelten lassen. Sun besitze neben Microsoft die einzige ernst zu nehmende Entwicklergemeinde für seine Plattformen. Außerdem tue man alles, um Sun-Technologie wie Sun ONE, Java und XML den Weg zu ebnen. Davon würden am Ende auch Plattformen wie Linux oder die Intel-kompatiblen Rechner von Sun profitieren.

Wenig Lust auf Streit

Auf Streitigkeiten innerhalb der Branche will sich McNealy nicht einlassen. Auch wenn HP-Chefin Carleton Fiorina behaupte, Sun werde die Krise nicht schadlos überstehen, werde sein Unternehmen mit dem weitermachen, was es könne. "Die anderen sollen ihre Vendettas austragen." Einen kleinen Seitenhieb auf den Konkurrenten kann sich der Sun-Chef allerdings nicht verkneifen. Egal wo und welchen Kunden er spreche, überall ständen IBM und Sun auf der Auswahlliste für Server. HP tauche höchstens auf, wenn es darum gehe, die abzulösende Hardware näher anzuschauen.

Seinem Unternehmen will McNealy noch eine Weile erhalten bleiben. An den Beispielen IBM, Hewlett-Packard, Dell und letztendlich auch Microsoft lasse sich erkennen, dass Gründer, die das Ruder lange Zeit in der Hand hielten, der Firma eine positive Richtung geben könnten. Außerdem sei Stabilität wichtig für eine gesunde Firmenkultur. Die Mitarbeiter wüssten immer, woran sie sind. Das bedeute jedoch nicht, dass die Firmengründer ohne Schwächen agierten. Aber er nehme an, die Organisation habe diese erkannt und könne damit umgehen, erklärte der Sun-Chef. Allerdings verschwende er nicht viel Zeit, über diesen Punkt nachzudenken. "Ich habe dem Aufsichtsrat gesagt, wenn sie mich loswerden wollen, sollen sie mich rausschmeißen. Bis dahin werde ich so hart weiterarbeiten, wie ich kann." (ba)