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17.03.2000 - 

Unternehmenskunden sollen besser betreut werden

Andersen baut Microsoft eine Service-Company

MÜNCHEN (CW) - Mit 385 Millionen Dollar stattet Microsoft ein Joint Venture mit Andersen Consulting aus, das Avanade heißen soll. Ziel des neuen Unternehmens ist es, Dienstleistungen für Unternehmenskunden auf Basis des Server-Betriebssystems Windows 2000 anzubieten.

Die Gründung von Avanade schließt eine empfindliche Lücke im Microsoft-Angebot. Im Servicebereich hat sich das Unternehmen bislang fast ausschließlich auf Partnerunternehmen verlassen. Unternehmenskunden wollen aber häufig direkt vom Hersteller betreut werden. Das gilt insbesondere im Geschäft mit Server-Plattformen, bei dem sich Microsoft einen Nachfrageschub aufgrund des neuen Server-Betriebssystems Windows 2000 erhofft. Insbesondere bei der Betreuung von Großkunden konnte Microsoft bislang nicht mit Konkurrenten wie IBM oder Oracle mithalten, die über umfangreiche Dienstleistungsorganisationen verfügen. Vielmehr war die Gates-Company bei großen Deals auf deren Hilfe angewiesen. Für Andersen Consulting ist der Deal nicht unproblematisch. Sich so weitgehend auf die Technologie eines Anbieters festzulegen, könnte dem Unternehmen den Ruf der Unabhängigkeit kosten und Kunden etwa aus dem Sun- oder Linux-Umfeld vergraulen.

Avanade spezialisiert sich auf Dienstleistungen für Rechenzentren, Anwendungsintegration, hochverfügbare Web-Infrastrukturen und Entwicklung verteilter Anwendungen, für die Microsoft Techniken unter dem Sammelbegriff Distributed Internet Applications Architecture (DNA) bereit-hält. Microsoft betont vor allem, dass hier E-Commerce-Anwendungen entstehen sollen, die sich mehrfach einsetzen lassen. Neben den 500 größten Unternehmen der Welt soll die neue Firma Internet-Startups und Konzernableger als Kunden gewinnen. Zu den ersten Aufgaben des frischgebackenen Avanade-Chefs Mitchell Hill, einem langjährigen Andersen-Geschäftsführer, gehört es, in den kommenden zwei Jahren 3000 Technologiefachleute mit Microsoft-Erfahrung anzuheuern und von Seattle aus Zweigstellen in aller Welt zu etablieren.

In Avanade investiert Microsoft neben 385 Millionen Dollar in bar technisches Wissen und Unterstützung für Unternehmenslösungen, die Andersen erarbeiten soll. Der Dienstleister steuert zudem Mitarbeiter und sein Service-Know-how bei. Gegenstand der Vereinbarung ist zudem eine Ausweitung der bestehenden Kooperation, für die jetzt 25000 Andersen-Fachleute (ein Drittel der Mitarbeiter) für die Microsoft-Produkte Windows 2000, SQL Server, Exchange Server, Windows DNA 2000, Visual Studio sowie für die Internet-Werkzeuge des Unternehmens ausgebildet werden sollen. Schließlich hat sich Andersen bereit erklärt, eine Microsoft-Organisation innerhalb des eigenen Unternehmens aufzubauen, die mit 3000 so genannten Architekten für Geschäftslösungen auf Basis von Windows 2000 ausgestattet sein soll. Den Gesamtwert des Deals beziffern die Partner auf eine Milliarde Dollar.