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01.08.1986

Anforderungen an Bedienerfreudlichkeit steigen:Software-Checkilste für Business Grafik

Die zunehmende Leistungsfähigkeit preisgünstiger Mikrocomputer- und Peripheriesysteme wie Plotter oder Tintenstrahldrucker einerseits und das steigende Interesse an Grafiksoftware im Personal-Computer-Bereich andererseits lassen auf diesem Sektor hohe Wachstumsraten erwarten. So prognostizierte IDC für den Bereich der Business Grafiken bis Ende der achtziger Jahre eine jährliche Wachstumsrate von 40 Prozent.

Die Qualitätsanforderungen der Anwender an Präsentationsgrafiken im PC-Bereich orientierte sich häufig zum einen an der heute zur Verfügung stehenden Großrechnersoftware, die hochauflösende Grafiken bereitstellt. Zum anderen wachsen allgemein die Ansprüche mit der Häufigkeit der Anwendung der eingesetzten PC-Grafiksoftware. Der Anwender gewinnt schnell eine gewisse Vertrautheit im Umgang mit den Grafikprogrammen; er gestaltet bald vorzeigbare Linien-, Balken- und Tortendiagramme. Doch damit allein gibt er sich noch nicht zufrieden.

Business Grafik wird von den unterschiedlichsten Anwendern mit verschieden stark ausgeprägten Anforderungen in Anspruch genommen, um komplexe Zusammenhänge oder relevante Details grafisch aufbereitet zu veranschaulichen. Anwender sind beispielsweise Finanz- und Strategiemanager, Statistiker und Benutzer, die mit der modernen Datenverarbeitung vertraut sind, also das DV-Management, Softwareentwickler und Techniker.

Faßt man den Terminus "Business" nicht zu eng, so schließt er den Bereich des Projektmanagements - Projektplanung und -verfolgung - mit ein. Meist spricht man auch von Präsentationsgrafik, zum Beispiel bei der Darstellung von Organigrammen und Ablaufplänen bis hin zur freien grafischen Gestaltung. Damit gesellen sich zu dem Benutzerkreis weitere professionelle Anwender mit einer festen Vorstellung über das, was derartige Grafiksysteme - wenn sie zum Einsatz kommen sollen - zu leisten haben. Von daher und insbesondere von der Seite der Pilotanwender werden nunmehr Anforderungen, vergleichbar mit denen der Großrechnerwelt, an die Hersteller der PC-Business Grafik-Software gestellt.

Arbeiten wie bisher - nur effizienter

Die Anforderungen bestehen in Fragen nach der Funktionalität und der Leistungsfähigkeit der Systeme. Nicht die Sofwaresysteme allein sind hier gemeint, sondern die komplette Einrichtung, also sicherlich Hardware, aber insbesondere die Peripheriegeräte und -medien sowie die Kommunikationsfähigkeit. Es interessiert den Anwender eben weniger, welche technischen Lösungen der Softwarelieferant im einzelnen einsetzt, oder welcher "genialen" Speicheralgorithmen er sich bedient. Er will etwas Vorzeigbares auf den Tisch legen oder ohne viel Kommentar versenden können. Oder er möchte es als Dia oder beziehungsweise Overheadfolie projizieren. Und natürlich will er arbeiten wie bisher - nur eben effizienter, denn was sonst sollte eine DV-Unterstützung liefern? Die Forderungen der Anwender an die Grafiksoftwaresysteme sind also in der Regel geprägt von einer DV-fremden Gedankenwelt.

Das Grafikbewußtsein der meisten professionellen Mikrocomputeranwender wurde gefördert durch den Einsatz der sogenannten Spreadsheetprogramme für die Tabellenkalkulation. Als typisch kann hier das verbreitete Lotus 1-2-3 gelten. Einfache Grafikfähigkeiten, wie zum Beispiel Balken- oder Tortendiagrammdarstellungen, stehen zur Verfügung und werden aufgrund ihrer Aussagefähigkeit auch häufig benutzt; Zahlenkolonnen bekommen Gestalt und zeigen Tendenzen.

Die Grafikfähigkeit dieser sogenannten integrierten Softwarepakete findet ihre Grenze, wo der Anwender spezifische Anpassungen wünscht, indem er Schriftart, -typ- und -höhe zu wechseln beabsichtigt oder mehrere Grafiken auf einer einzigen Seite kombinieren möchte. Ferner bieten diese Softwarepakete nicht die gewünschte Ausgabequalität - also scharf konturierte Linien, klare Buchstaben und Farboptionen.

Schlagworte wie Datenbankmanagement, freie Gestaltung, Grafikeditor und Einbindung statistischer Funktionen unterstreichen die Forderungen der Anwender. Es gilt, Mischformen der Diagramme zu ermöglichen denn nicht alles kann mit einer Diagrammart dargestellt werden. So besteht zum Beispiel auch vielfach der Wunsch, mit variablen Strichstärken zu arbeiten.

Bereits vorhandene Datenbestände in gängigen Datenformaten sollen ohne weiteres in Grafik umsetzbar sein. Denn die Eingabe über Tastatur kann nur für wenig Daten sinnvoll sein.

Einmal erstellte Grafiken sollen abgespeichert werden können, um sie später mit gleichen oder geänderten Werten auszugeben. Erstellte Diagramme oder Grafiken sollen durch weitere Spezifikationen verändert werden können. So sollte ein anderer Maßstab ausprobiert, eine andere Farbe, Form oder Rasterung sowie eine andere Verteilung der Muster gewählt werden können.

Schneller Einstieg

Der Anfänger wünscht sich in aller Regel zunächst einige wenige Kommandos und ein verfügbares Symbol- und Grafikrepertoire, um somit einfache Grafiken zu erstellen. Der fortgeschrittene Anwender wünscht die Zusammenstellung mehrerer Grafiken auf einem Blatt, die Ausgabe einer Ausgleichskurve, die Verknüpfung von Daten mittels numerischer Operationen (wie Summen, Durchschnitte und Abweichungen) sowie die Kombination von Diagrammen und Texten und dreidimensionale Darstellungsmöglichkeiten.

Da bekanntlich "mit dem Essen der Appetit kommt", wird es schwierig sein, einen allgemeingültigen und allen Anwendungswünschen gerecht werdenden Anforderungskatalog abzufassen. Er erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt aber eine Checkliste zur Orientierung dar:

- Berücksichtigung von Farben. - Windowtechnik. - Verschiedene Linienarten mit unterschiedlichen Strichstärken.

- Angebot mehrerer gängiger Schrifttypen mit verschiedenen Schriftgrößen.

- Gängige Symbol- beziehungsweise Zeichensätze wie zum Beispiel mathematische Zeichen.

- Vorkonfektionierte Darstellungen, die entweder durch den Hersteller bereits geliefert - oder durch den Anwender nach und nach gefertigt und abrufbar gespeichert werden. Insbesondere kommt dies den Erfordernissen der "Ad-hoc-Grafik", dem betrieblichen Normungsinteresse und dem Wunsch nach Zeiteinsparung entgegnen.

- Freie grafische Gestaltung zum Erzeugen von "Ablaufdiagrammen, Schemata der Vignetten.

- Zoom: Vergrößern, Verkleinern und Verschieben von grafischen Objekten.

- Perspektivische Darstellungen.

- Freie Skalierung.

- Verdichtete Abbildung mehrerer separater Darstellungen, eventuell mit unterschiedlichen Skalierungen auf einer Seite oder vergleichbare Darstellungen grafisch aufbereiten.

- Volle Integration von Text- und Grafikverarbeitung.

- Konvertierungseinrichtungen zur Übernahme fremderstellter Text- und Grafikdaten.

- Kommunikationssoftware zur optimalen Aussteuerung der Ausgabemedien; Layout-lntelligenz ermöglicht zum Beispiel eine Grafikausgabe auf Papier und die zusätzliche Ausgabe auf Film (etwa für ein Dia 24 mal 36 mm).

- Unterstützung der gängigsten Ausgabegeräte.

- Darstellung von Zeitreihen, Ausgleichskurven und Splinefunktionen.

- Beachtung von Datenschutzaspekten.

Portabilität macht unabhängig

Aus diesen mehr formalen technisch-grafischen Anforderungen sowie den bisherigen Erfahrungen vieler Anwender können jeweils entsprechende Auswahlkriterien abgeleitet werden, wobei der Anwender je nach Einzelfall den Anforderungen verschiedene Prioritäten zuordnen muß, um eine Entscheidung zu treffen. Hinzu kommen Standardanforderungen wie die vielzitierte Benutzerfreundlichkeit. Ferner ist Flexibilität ein wesentlicher Faktor, um für die Software eine breite Anwendung und Einsetzbarkeit zu erzielen. Qualität bedeutet, daß der erstellte Output einen professionellen Eindruck hinterläßt und so die Berichterstattung, Kommunikation und Entscheidungsfindung effektiver gestaltet

Portabilität macht unabhängig vor zukünftiger Hardwareentwicklung und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, unterschiedliche Grafikausgabegeräte und -arten (Papier, Folie Film) benutzen zu können.

Die Integration in die bestehender Datenhaltungen ist sicherlich einer der wichtigsten Aspekte. Erst die Zugriffsmöglichkeit auf die Daten ermöglicht einen breiten Nutzwert der Busineßgrafik-Softwaresysteme für Anwender und Anwendungen.

Nur selten sind Softwarepakete, so auch in diesem Anwendungsbereich, selbsterklärend, und von daher sollte eine gute Dokumentation mit exemplarischen Anwendungsfällen nie fehlen.

Wartung und Pflege bedeutet Fehlerbeseitigung, Verbesserung der Leistungsfähigkeit bis hin zur Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten. Somit stellen sich Fragen wie: Wer installiert die Updates? Wer gewährleistet, daß das Produkt "lebt", weiterentwickelt wird und die Interessen der Anwender berücksichtigt werden? Die Auswahl derartiger Systeme ist also von den unterschiedlichsten Überlegungen aus zu treffen, und letztlich kommt die Eigeneinschätzung des Anwenders hinzu.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schulung der Anwender: Wer nimmt diese Schulung vor oder wer kann generell mit Rat und Tat zur Seite stehen?

Eine gute Beratung ist besonders für den Start wichtig. Wie ist Beratung verfügbar, erhältlich? Gar nicht, schriftlich, persönlich, telefonisch? Inwieweit erzeugt sie zusätzliche Kosten?

Daß das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen muß, steht natürlich außer Frage und ganz oben.

Auf der Hardwareseite werden immer bessere Grafikkarten, Eingabegeräte und Monitore gebaut. Softwareseitig bemüht man sich, mit anwendungsfreundlichen Programmen durch möglichst wenig Eingaben ein Höchstmaß an Nutzen zu erzielen.

Der Anwender erwartet, daß die von ihm eingesetzten Programme auch seine individuellen Wüsche verwirklichen, so wie es heute die guten Textverarbeitungsprogramme bieten.

Steht dem Anwender erst einmal die Möglichkeit zur Erstellung von Business- oder Präsentationsgrafiken zur Verfügung, so finden automatisch mehr Einsatzbereiche den Zugang als ursprünglich erwartet. Denn die schnelle Änderungsfähigkeit, der Rückgriff beziehungsweise Zugriff auf bestehende Grafiken, die Einbindung von Texten für Berichte Tagungen oder Besprechungen stellt sich als wirtschaftlich heraus.

* Peter Vehling ist Leiter der grafischen Abteilung der Telecomputer Software GmbH, Essen.