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15.01.2016 - 

7 Tipps für das Selbstmarketing

Angeben 2.0 für Fortgeschrittene

Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
Prahlen ist peinlich? Wir sagen: kommt darauf an, wie man es macht. Wir geben praktische Tipps für intelligentes Aufschneiden. Nicht nur für Angeber. Aber auch.

Wenn irgendwer wissen muss, wie man Schwung in Karrieren bringt, dann ist es der Online-Personalvermittler Monster.de. Auf dessen Webseite gibt es nicht nur Jobs, sondern diverse Ratgebertexte zur Selbstverkaufe.

Einer davon trägt die Überschrift: "Karriere mit Selbstmarketing - nicht nur für Angeber." Weiter unten im Text heißt es dann: "Letztlich geht es darum, die eigenen Fähigkeiten und Leistungen für andere sichtbar zu machen. … Ansonsten werden Sie hinter Ihren beruflichen Möglichkeiten zurück bleiben. Wollen Sie im Ernst anderen, die weniger auf dem Kasten haben, den Vorrang lassen, nur weil sie sich besser vermarkten?"

Wir sagen: Nein, das wollen wir auf keinen Fall. Und auch unseren Lesern können wir keine grenzenlose Zurückhaltung anempfehlen.

Stattdessen wollen wir im Sinne der alten Weisheit "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr" praktische Tipps geben für intelligentes Aufschneiden. Nicht nur für Angeber. Aber auch.

1. Immer bei der Wahrheit bleiben

Einer der begnadetsten Angeber der Geschichte war der Schriftsteller Karl May. Es vergingen Jahrzehnte, bis ihm jemand drauf kam, dass er keine einzige seiner Abenteuergeschichten selbst erlebt hatte. Statt sich überflüssigen Gefahren auszusetzen, ließ May seiner Phantasie im heimischen Sachsen freien Lauf.

Mit großem Erfolg. Doch Angeben geht heute anders als vor 150 Jahren. In Zeiten der Totalvernetzung und der sozialen Netzwerke bleibt nichts mehr geheim.

Heldentaten oder irgendwelche biografischen Details schlicht zu erfinden, ist brandgefährlich

Und grenzenlos peinlich, falls es rauskommt. Dann nämlich ist ihr Image dauerhaft ruiniert. Und nichts ist wichtiger als dieses Image - wie wir noch sehen werden.

2. Nicht "Ich, ich, ich", sondern "Wir"

Bei kleinen Jungs finden wir Sätze wie: "Ich kann viel schneller laufen als die anderen aus der Klasse" noch süß, aber bei Menschen jenseits der 14 oder 15 sind sie nur noch peinlich.

Trotzdem ist es natürlich wichtig, auf die eigenen Verdienste hinzuweisen. Was gut ankommt, ist dabei ein geschickt eingesetztes "Wir" im Gegensatz zum "Ich".

Sagen Sie beispielsweise: "Schon vor Ende des Projekt war klar, dass wir mit unserer Herangehensweise genau richtig lagen."

Wen Sie mit dem Wir genau meinen, ist bei solchen Sätzen eigentlich egal. Sie verbuchen den Erfolg immer (auch) für sich, kommen aber zugleich als Teamplayer rüber. Und wer fände Teamplayer nicht super?

Selbst wer von sich sprechen möchte, sollte am Satzanfang eher das Wort "wir" verwenden.
Selbst wer von sich sprechen möchte, sollte am Satzanfang eher das Wort "wir" verwenden.
Foto: Pressmaster - shutterstock.com

3. Fakten ersetzen Eigenlob

Sie tragen diesen positiven Fakt vor, also wird, klar, dass Sie (zumindest) mitverantwortlich sind dafür.

Noch eine Methode, um die eigene Leistung zu betonen ohne als Ego-Shooter dazustehen, ist die Beschränkung auf Fakten. Beispiel: "Die Reklamationsquote (beim Produkt xy) ist zuletzt bis auf 10 Prozent zurückgegangen."

Eine solche Formulierung wirkt besser und nachhaltiger als jedes "Mir ist es gelungen, dass…".

4. Klamotten: leicht overdressed!

Natürlich ist die Garderobe gerade unter Männern (und erst recht in der IT-Branche) eigentlich kein Thema zum Angeben.

Eigentlich. Denn spätestens unter Führungskräften - oder unter denen, die es werden wollen - senden die Klamotten wichtige Signale aus, die in diesem Zusammenhang auch wichtig sind.

Ständig völlig overdressed zu sein empfiehlt sich zwar nicht. Aber es schadet nichts, seinen Aufstiegswillen auch an einer dazu passenden Garderobe sichtbar zu machen.

Wer nach oben will, sollte das auch an seinem Outfit deutlich machen.
Wer nach oben will, sollte das auch an seinem Outfit deutlich machen.
Foto: olly - Fotolia.com

Botschaft: "Ich gehöre eigentlich schon auf eine andere Ebene". Dieser Eindruck prägt sich ein. Jeder, der einmal an einem Meeting mit vielen Personen saß, deren Rollen er im Detail nicht kannte, hat das schon erlebt: Ob man diesen und jenen Teilnehmer für einen Abteilungsleiter hält, hängt (auch) von dessen Kleidung ab.