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19.02.1999 - 

Angeblich keine Mammut-Übernahme im IP-Sektor

Angeblich keine Mammut-Übernahme im IP-SektorSiemens IC zeigt sich offen für weitere Veränderungen

BERLIN (gh) - Der im Oktober 1998 neu formierte Siemens- Konzernbereich Information and Communication (IC) will in den kommenden fünf Jahren stärker als der Markt wachsen.

Großer Bahnhof und große Worte waren angesagt, als sich der neue Siemens-Konzernbereich IC vergangene Woche mit Blick auf die CeBIT erstmals öffentlich präsentierte. IC-Chef Jung unterstrich vor der internationalen Fach- und Wirtschaftspresse noch einmal die Bedeutung der vergangenes Jahr vorgenommenen Restrukturierung: Mit den drei IC-Units Produkte (ICP), Netze (ICN) und Dienstleistungen (SBS) verfüge das Unternehmen über "klare Strukturen für die Wachstumsmärkte der Zukunft".

Entsprechend ehrgeizig sind die Vorhaben der Münchner. So soll IC im laufenden Geschäftsjahr 1998/99 (30. September) mit rund 110000 Beschäftigten einen Umsatz zwischen 51 und 54 Milliarden Mark erzielen. 1997/98 hatten die entsprechenden Aktivitäten rund 47 Milliarden Mark in die Konzernkasse gebracht. Klares Ziel sei es, so Jung, in den kommenden Jahren in den IC-Geschäftsfeldern stärker als der Markt zu wachsen - also mindestens zehn Prozent.

Zu den Gewinnerwartungen machte Jung keine Angaben. Ausführlich setzte sich der IC-Chef jedoch mit der von Fachleuten immer wieder geäußerten Kritik auseinander, die IuK-Sparte des Konzerns sei nach wie vor zu groß, unüberschaubar und damit unflexibel. "Wir müssen nicht alles selber machen", deutete der Siemens-Manager weitere Veränderungen an.

Alle Geschäftsfelder müssen profitabel sein

Für die einzelnen, insgesamt mehr als 50 IC-Geschäftsfelder gelte, daß sie ihre führende Marktposition halten oder eine solche zumindest mittelfristig erreichen müssen - entsprechende Erträge inklusive. Ansonsten müsse man über "Deinvestitionen" nachdenken.

Was mögliche Partnerschaften angeht, nannte Jung unter anderem den derzeit in SBS zusammengefaßten Dienstleistungsbereich, den man "sogar komplett in eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen einbringen könnte". Eine Entscheidung hierzu sei aber noch nicht gefallen. Auch Spekulationen über einen Kauf der Telecom-Italia- Servicetochter Finsiel seien gegenstandslos, hieß es. Mutmaßungen, daß sich die Münchner nach dem gescheiterten Verkauf ihrer PC- Fertigung an Acer über kurz oder lang doch noch aus dem PC- Geschäft zurückziehen könnten, erteilte Jung ebenfalls eine Absage. Es werde auch in Zukunft "Siemens-PCs im Markt geben" - insbesondere, weil die Business Unit "profitabel arbeitet". Allerdings suche man aus Kostengründen nach wie vor "ohne Eile" nach einem Produktionspartner.

Darüber hinaus kündigte Jung für die kommenden Monate die Übernahme von ein oder zwei kleineren US-Firmen mit IP-Know-how an. Ansonsten wollen die Münchner hier vor allem auf bestehende Kooperationen mit 3Com und Newbridge setzen. Sich an der derzeitigen "Mergermania" zu beteiligen - viele Experten erwarten von Siemens einen großen Deal ê la Lucent/Ascend - lehnte der Siemens-Manager indes kategorisch ab. Man wolle kein Geld in ein aufgrund der Marktüberhitzung letztlich viel zu teures Investment stecken. Schließlich wäre es, so Jung, den Aktionären kaum zu vermitteln, "20 Milliarden Dollar oder mehr für ein Unternehmen mit 1,6 Milliarden Dollar Umsatz und 200 Millionen Dollar Verlust zu bezahlen".