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01.04.1994

Angeblich Verstoss gegen Verbot der vergleichenden Werbung Intel schickt der IBM und Apple sowie Motorola eine Abmahnung

MUENCHEN/HANNOVER (jm) - Die Intel GmbH zeigt angesichts der Konkurrenz aus dem Power-PC-Lager offenbar Nerven: Mitarbeiter des PC-Prozessor-Monopolisten ueberreichten Firmenvertretern von IBM, Motorola und Apple auf der CeBIT Abmahnungen. Unter Androhung einer Vertragsstrafe forderte Intel das Triumvirat auf, den wettbewerbsrechtlich unzulaessigen Vergleich zwischen mit Intel- Prozessoren ausgestatteten Rechnern und Power-Macintosh-Systemen auf Basis der Power-PC-CPU zu unterlassen.

Waehrend Norbert Dagge, bei der IBM in Deutschland fuer Industriekontakte zustaendig, die Angelegenheit nicht kommentieren wollte, waren Vertreter von Apple und Motorola etwas gespraechiger.

Angelika Andreae, Sprecherin bei der Apple Computer GmbH, bestaetigte, dass eine Intel-Delegation auf dem Apple-Stand mit einem Abmahnungsschreiben vorstellig wurde: "Wir haben diese Abmahnung nicht anerkannt", erklaerte Andreae. Man habe auch die von Intel angemahnte Unterlassungserklaerung nicht unterzeichnet, "weil uns der Leistungsvergleich rechtmaessig erscheint".

Apple hatte sowohl waehrend der Pressekonferenz anlaesslich der Vorstellung der Power-Macs als auch fuer das Messepublikum in Halle 2 ein Pentium-System gegen einen mit dem Power-PC-Prozessor ausgestatteten Macintosh-Rechner antreten lassen. Auf beiden liefen gleiche Software-Applikationen wie etwa Photoshop. Aehnliche Demonstrationen gab es auf den Staenden von IBM und Motorola zu sehen.

Der PC-Pionier, dessen Unternehmenszukunft in hohem Masse vom Markterfolg der Power-Macs abhaengen wird, konterte die Intel- Offensive am kaempferischsten: "Wir haben die Vergleichstests trotz der Abmahnung weiter durchgefuehrt", erklaerte Andreae.

Anders reagierte Motorola. Geschaeftsfuehrer Axel Hartstang vertrat die Auffassung, Motorola liege nichts daran, sich mit einem Marktkonkurrenten vor Gericht zu treffen. Aus diesem Grunde habe man das "CISC-System, das wie ein Power-Mac konfiguriert war", nach Eingang der Abmahnung vom Stand genommen. Probleme bereitet es Motorola allerdings, den Vorgang richtig einzuordnen. Hartstang: "Wir wissen nicht genau, was Intel mit der Abmahnung eigentlich bezweckt."

Marktinsider sind diesbezueglich hellsichtiger. Wie Will Zachmann, President der Beratungsfirma Canopus Research Inc. aus Duxbury, Massachusetts, sind sie ueberzeugt, dass Apples Power-PC-basierte Macrechner ein echter Hit in der PC-Branche werden. Zachmann: "Sowohl die IBM als auch Microsoft unterschaetzen die Rolle, die Apple (mit den neuen Rechnern, d. Red.) spielen wird."

Weder IBM noch Apple hatten ein Hehl daraus gemacht, mit ihren Power-PC- und Power-Mac-Systemen Intel das Wasser abgraben zu wollen. Ganz unverhohlen strich Apple dabei die ueberlegene Rechenleistung der Power-Macs im Vergleich zu Pentium-PCs heraus.

Hiergegen wandte sich Intel. Sprecherin Birgit Fischer erklaerte, Apple-Personal habe waehrend der Vergleiche darauf hingewiesen, dass die Power-Macs um den Faktor drei schneller seien als Pentium- Systeme: "Diese Art der vergleichenden Werbung ist in Deutschland nicht legal."

Anlaesslich der Praesentation der neuen Pentium-Chip-Familie verteilte Intel allerdings selbst Pressematerial, in dem die Spec- Benchmark-Werte von Pentium-Rechnern mit Systemen von DEC, Silicon Graphics, Sun, HP sowie IBM verglichen werden. Dies sei, so Fischer, zulaessig.