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Bisheriger Mitinhaber Strässle kauft Softwarehaus rwt komplett

Angeschlagene Deckel AG zieht sich aus dem CIM-Geschäft zurück

04.01.1991

MÜNCHEN/STUTTGART (CW/vwd) - Die in finanzelle Schwierigkeiten geratene Deckel AG, München, hat sich von einer weiteren Tochtergesellschaft, der rwt - Rechnersysteme für Wissenschaft und Technik - an der sie bisher 78 Prozent der Anteile hielt, getrennt, Nutznießer ist die vorher lediglich mit 19,7 Prozent beteiligte Strässle Datentechnik Holding GmbH, Stuttgart.

Damit hält das auf die Fertigungsindustrie spezialisierte Systemhaus jetzt knapp 98 Prozent an der rwt. "Mit der Übernahme der 78 Prozent Anteile der Deckel AG wurde ein wesentlicher Schritt zum Gesamtsystem-Lieferanten und führenden Partner der Fertigungsindustrie getan", erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Strässle Gruppe, Wolfgang Dietrich.

Deckel begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit zur weiteren Konsolidierung, die angesichts eines Verlustes in Höhe von 45 Millionen Mark im Jahr 1989 auch durchaus angebracht zu sein scheint. Zwar ist über das Volumen der Transaktion nichts bekannt gegeben worden, aber da rwt 1989 einen Umsatz von 20 Millionen Mark erwirtschaftete und im laufenden Geschäftsjahr Einnahmen von 25 Millionen Mark erwartet werden, trägt der Verkauf der Anteile sicher zu einem besseren Ergebnis bei Deckel bei. Peter-Jürgen Kreher, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, gab sich jedenfalls zuversichtlich was die weitere Entwicklung des Werkzeugmaschinenbauers angeht. Man werde bereits 1991 wieder ein ausgeglichenes und 1992 ein positives Betriebsergebnis erreichen, ließ er verlauten.

Zusätzliche Verkäufe von Konzernteilen sind nach Angaben des Unternehmens derzeit nicht geplant. Allerdings soll die Beschäftigungszahl bis Mitte 1991 auf unter 2000 Mitarbeiter reduziert werden. Mitte des vergangenen Jahres beschäftigte das Unternehmen noch 2300 Mitarbeiter.

Die Strässle-Holding, die im vergangenen Jahr einen Gruppenumsatz von 93 Millionen Mark erzielte, sieht in der Übernahme von rwt vor allem eine Ergänzung zur bisherigen Produktpalette, da sich nach eigenem Bekunden das Produktangebot des Münchner Softwarehauses "nahtlos" in die von Strässle angebotene Palette einreiht. Nach Unternehmensangaben verfügt man jetzt gemeinsam über fast 3500 Kunden in der Industrie.

Offenbar planen die Stuttgarter nicht, die eigene Organisation auf rwt zu übertragen. Die Gesellschaft soll auch nach der Übernahme ein selbständiges Unternehmen bleiben, das nur durch den Vorsitz im Beirat von Strässle kontrolliert wird. Diese Position wird Dietrich einnehmen. Die Geschäftsführung von rwt soll nicht ausgetauscht werden. Außerdem ist eine weitere Zusammenarbeit mit der Deckel AG geplant. Wie eine Sprecherin bei Strässle betonte, werde unter anderem das werkstattorientierte Programmiersystem WOP-NC, das von rwt entwickelt wurde, weiter durch Deckel vertrieben.