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26.03.1999 - 

Angriff auf den unteren Mittelstand

Angriff auf den unteren Mittelstand J.D. Edwards versucht sich in Comet-Klasse

HANNOVER (bs) - Dem Possenstück "Wie gewinne ich Comet-Kunden" wurde auf der CeBIT ein weiterer Akt hinzugefügt. Nach gescheiterten Versuchen der Baan Comp., Anwender der betriebswirtschaftlichen Software Comet für sich gewinnen zu können, schielt nun J.D. Edwards auf diese Klientel.

Unterstrichen wird dieses Vorhaben durch eine Kooperation zwischen der Softwareschmiede aus Denver, Colorado, und der SAM GmbH. Als "Vollpartner" von J.D. Edwards soll SAM die Betreuung von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 50 und 150 Millionen Mark übernehmen.

Neben 750 Bestandskunden verfügt SAM über das Tool "Cross 2000", das Comet mit relativ geringem Aufwand Jahr-2000- und in eingeschränktem Maße auch Euro-fähig macht. Ziel sei es, Kunden erst einmal über die Jahrtausendhürde zu helfen, sie zu "parken" und zu einem späteren Zeitpunkt für einen Umstieg zu gewinnen, erklärte S.A. Memar, Geschäftsführer von SAM.

Genau diese Strategie hatte schon Baan verfolgt, als man Mitte 1997 das Comet-Geschäft mit dem dazugehörigen Tochterunternehmen Q.4 IBS von Siemens-Nixdorf übernahm. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Wie Insider berichten, entschied sich nur ein Dutzend Anwender für den Umstieg.

Baan hatte wenig Freude an Comet-Kunden

Aufgrund der dramatischen Gewinneinbrüche trennte sich Baan zu Beginn des Jahres von der Comet-Software nebst Q.4 IBS. Baan-Geschäftsführer Jürgen Richter damals zur CW: "Comet-Kunden waren nie die erklärte Zielgruppe von Baan." Diese Unternehmen bevorzugten eine Out-of-the-Box-Lösung ohne Konfigurationsaufwand. Das ist für J.D. Edwards anscheinend kein Hinderungsgrund: Klaus-Peter Franz, Geschäftsführer von J.D. Edwards Deutschland, beschreibt den Versuchsballon "unterer Mittelstand" wie folgt: "Mit der Kenntnis des anvisierten Marktsegmentes und der Erfahrung im Comet-Umfeld ist SAM für uns der ideale Partner in diesem Segment." Man gehe mit der Kooperation keinerlei Risiko ein.

Memar, der nach eigenen Aussagen auch auf Kooperationen mit anderen Software-Anbietern geschielt hat, habe sich aufgrund der schnellen Einführungsmöglicheit für eine Zusammenarbeit mit J.D. Edwards entschieden. Aus seiner Sicht sei das Produkt sehr wohl für kleinere Unternehmen zu gebrauchen. Daß der geschäftstüchtige SAM-Manager aber nicht ausschließlich auf die eigene Kundenbasis und ein mögliches J.D.-Edwards-Ablösegeschäft hofft, beweist die Kooperation mit dem derzeitigen Comet-Besitzer Q.4 IBS.

Den Paderbornern bietet SAM nämlich auch das hauseigene Umstellungswerkzeug an, um möglichst viele Kunden auf eine Datum-2000- und Euro-fähige Comet-Version zu bringen. Q.4 IBS verfolgt mit diesen etwa 5000 Kunden auch eigene ehrgeizige Pläne, denen die J.D.-Edwards-Strategie nun einen Strich durch die Rechnung machen könnte: Ab dem nächsten Jahr will Q.4 IBS ein eigenentwickeltes Comet-Nachfolge-produkt an die Kunden verkaufen, bei denen das System den Jahreswechsel überlebt hat. Der lachende Dritte im Bunde möchte SAM-Geschäftsführer Memar sein, der in der Doppelstrategie keinen Widerspruch sieht.