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04.07.2006

Angst vor der nächsten Internet-Blase

Aufwärtstrend in der digitalen Wirtschaft verlockt zu Selbstüberschätzungen.

Gute Nachrichten verbreitete Arndt Groth, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), auf dem "Deutschen Multimedia Kongress Digitale Wirtschaft" in Berlin: Das Jahr 2005 war für die Branche sehr erfolgreich, die Zahl der Internet-Nutzer wächst rapide, der E-Commerce brummt und Triple Play kommt. Nach einer neuen Langzeitstudie des BVDW steigen die Umsätze und Mitarbeiterzahlen der Unternehmen kontinuierlich. Im laufenden Jahr rechnen befragte Dienstleister mit einem Zuwachs von mehr als 17 Prozent.

Doch die Entwicklung sollte nicht überbewertet werden. Man sei eigentlich wieder da ankommen, wo man schon einmal gestanden hatte, bevor das Platzen der Dotcom-Blase vor allem die Web-Agenturen das Fürchten lernte. Auch leide die Branche unter einem wachsenden Fachkräftemangel, an dem die Unternehmen nicht ganz unschuldig seien, da sie während der mageren Jahre zu wenig in die Aus- und Weiterbildung investiert hätten: "Experten für das Online-Geschäft werden händeringend gesucht", sagte BVDW-Präsident Groth vor 450 Teilnehmern.

Feiern wie zu Dotcom-Zeiten

Auch gebe es erneut Gebaren und Akteure in der Szene, die nur allzu sehr an dunkle Zeiten erinnerten: Auf Partys sortierten sich die Gäste wieder nach Gründer, Geld- und Ideengeber oder "Enabler", und auch die Tradition eines "First Tuesday" lebe wieder auf. Viele Unternehmen beruhten mehr auf netten Ideen als auf einem soliden Business-Modell. Manche Gründer hätten völlig überzogene Erwartungen, und strebten gar einen schnellen Börsengang an. Man müsse deshalb in den Verbänden alles tun, um eine zweite Internet-Blase zu verhindern, mahnte Groth.

In einem war sich der Kongress einig: Das Internet werde zum Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen und sozialen Wandels. Klassische Medien müssten sich fortan nach den Prinzipien der Online-Werbung richten. Doch es fehle noch an passenden Internet-Werbeformen für Unternehmen, kritisierte Christian Bachem, Geschäftsführer der Strategieberatung .companion aus Berlin. Dies liege auch daran, dass sich Internet-Surfer zunehmend selbst organisieren und Informationen untereinander austauschen. Unternehmen und Werbetreibende würden dadurch die Kontrolle über potenzielle Kunden verlieren.

Was sich dagegen machen lässt, blieb in Berlin offen. Man müsse bei der Entwicklung von Web-Auftritten eine "Kommunikationsstrategie" mit den Kunden finden, versuchte sich stellvertretend Markus Frank, Director Sales bei MSN, mit einer Antwort. "Die Kunst besteht darin, Nutzer für sich zu gewinnen, ohne ihnen das Gefühl zu geben, gelenkt zu werden", ergänzte Berater Bachem.