Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.05.2004 - 

Entwicklungsrückstand bei Open Source

Angst vor Microsofts Longhorn

MÜNCHEN (CW) - Die mit dem Windows-XP-Nachfolger "Longhorn" geplante Integration von Desktop- und Web-Anwendungen bereitet der Open-Source-Community Kopfzerbrechen. Vertreter der Mozilla Foundation und der Gnome Foundation diskutierten Ende April Möglichkeiten, Microsoft gemeinsam Paroli zu bieten.

Die Kombination des .NET-Frameworks mit der für die Erstellung von Desktop-GUIs (Graphical User Interfaces) entwickelten Markup-Sprache "XAML" (Longhorn Markup Language, http://longhorn.msdn.microsoft.com/lhsdk/core/overviews/about%20xaml.aspx) und der Grafik-Engine "Avalon" soll im Web vorgehaltene Inhalte hochgradig mit lokalen Anwendungen integrieren. Dafür spreche auch die Ankündigung von Microsoft, künftig keine Stand-alone-Version des Internet Explorer mehr anzubieten.

Die mit Longhorn versprochenen Funktionen könnten quelloffene Software schnell ins Hintertreffen geraten lassen, befürchten Open-Source-Veteranen wie der Javascript-Erfinder Brendan Eich und Nat Friedman, Mitbegründer von Ximian. Der in einem Team gebündelten Entwicklungsmacht Microsofts für Web- und Desktop-Rendering sei nur schwer etwas entgegenzusetzen. Eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Open-Source-Anwendungen schreiben die Entwickler der Markup-Sprache XUL (Extensible User Interface Language) zu. Mit Hilfe der vor fünf Jahren von Mozilla entwickelten Technologie lassen sich relativ einfach Anwendungen entwickeln, die im Browser ausgeführt werden können. Auch Teile von Mozilla selbst basieren auf XUL. So wird zum Beispiel die Benutzerführung mit Hilfe von Standards wie XML (Extensible Markup Language) und CSS (Cascading Style Sheets) dargestellt.

Integration der APIs

Die Experten erwägen nun, XUL auch für den Aufbau von grafischen Desktops wie der von Gnome zur Verfügung gestellten Oberfläche zu nutzen, um Web-Anwendungen und Desktop enger miteinander zu verknüpfen. Dafür sei XUL jedoch nicht geeignet, heißt es bei Microsoft, und in puncto Leistungsfähigkeit mit der hauseigenen XAML nicht vergleichbar. Mozilla sei zwar ein brauchbarer Web-Browser, für die Integration von Desktop-Anwendungen aber nur bedingt geeignet, sagte Ed Kaim, Produkt-Manager für die Windows Developer Platform.

Laut Bruce Perens, Executive Director des Desktop Linux Consortium, wäre es auch möglich, die Gnome-API (Application Programming Interface) über XUL zugänglich zu machen. Die beiden Open-Source-Projekte Mozilla und Gnome unter einen Hut zu bekommen, sei allerdings nicht einfach. Bis sie an einem Strang ziehen, werden Jahre vergehen, befürchtet Perens. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Longhorn-Entwicklung voraussichtlich bis Ende 2006, eventuell bis 2007, hinzieht, werde es schwierig für die Open-Source-Bewegung, den von Microsoft geplanten Technologien gleichwertige Alternativen entgegenzusetzen. (lex)