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11.07.1997 - 

IT-Controlling/Kommentar

Angst vor schlafenden Hunden

Es herrscht Sparzwang im Land. Themen wie "Total Cost of Ownership" und IT-Controlling sind schlagzeilenwürdig. Nun müßte man annehmen, daß in den Unternehmen auch entsprechend gehandelt würde. Man dürfte auch erwarten, daß ein Heer von Beratern mit Verbesserungsvorschlägen aufwartet. Doch weit gefehlt.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen bleibt es überwiegend beim Lippenbekenntnis. Und das muß auch nicht verwundern. Denn wer weckt schon gerne schlafende Hunde? Die Erkenntnis, in der eigenen IT noch ungenutzte Sparpotentiale zu haben, wird oft gleichgesetzt mit dem Eingeständnis, bisher alles falsch gemacht zu haben. Die Angst davor verhindert kontinuierliche Verbesserungen.

Paradoxerweise tragen auch Berater Schuld an diesem Zustand. Unübersehbar ist ihr Analysearsenal, doch nur selten bieten sie darauf aufbauende verbessernde Maßnahmen an. Das wirkt wie eine Diagnose ohne anschließende Behandlung der Krankheit.

Wenn Berater nicht das Know-how, die Tools und die Verfahren für konkrete Verbesserungen mitbringen, ist ihre Analyse und Beschreibung von Zuständen einfach wertlos. Noch schlimmer: Was von solch einer Beratung bleibt, ist die Diskreditierung des IT-Managements durch den impliziten Vorwurf, zuviel Geld auszugeben. Und dann ist wirklich nicht zu erwarten, daß sich IT-Verantwortliche mit Elan des Themas annehmen.

Wer als Geschäftsführer von seiner IT-Abteilung eine Bestandsaufnahme fordert, muß auch bereit sein, in Verbesserungen zu investieren. Wer als Berater Analysen anbietet, muß auch Maßnahmen unterstützen können. Wer als IT-Verantwortlicher langfristig Kosten sparen will, braucht Mut zur Selbstkritik.

Wolfgang Schur, Softrust Consulting, Neu-Isenburg