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03.03.1995

Anhaltende Bedenken gegen Atlas und Kooperation mit Sprint Bruessel und Washington stellen Telekom Hindernisse in den Weg

BRUESSEL (CW) - Die Plaene der Deutschen Telekom AG in Sachen internationale Allianzen stehen weiter auf toenernen Fuessen. Dies betrifft sowohl das mit France Telecom geplante Joint-venture "Atlas" als auch die Zusammenarbeit beider Telecom-Giganten mit dem US-Carrier Sprint.

Dem ehemaligen Bonner Postunternehmen droht nach dem Verbot der mit Bertelsmann und der Kirch-Gruppe geplanten Media Service GmbH (MSG) nun offensichtlich ein weiteres Veto aus Bruessel. EU- Wettbewerbskommissar Karel van Miert machte anlaesslich des G7- Gipfels den zustaendigen deutschen und franzoesischen Ministern klar, dass seine Behoerde nach wie vor grosse Bedenken gegen das deutsch-franzoesische Gemeinschaftsunternehmen Atlas hat.

Zweck des Joint-ventures duerfe, wie van Miert sich zitieren liess, nicht sein, andere Konkurrenten vom Markt auszuschliessen. So ist seit laengerem bekannt, dass man in Bruessel vor allem Bauchschmerzen hinsichtlich einer Zusammenlegung des Datex-P-Dienstes der Telekom mit seinem franzoesischen Pendant, der France-Telecom-Tochter Transpac, hat. Insider gehen daher davon aus, dass beide Telefongesellschaften ohne weitreichende Nachbesserungen keine Betriebsgenehmigung fuer Atlas erhalten werden.

Darueber hinaus ist aber nach wie vor auch die kartellrechtliche Genehmigung der geplanten Allianz zwischen der Telekom, France Telecom und dem US-Carrier Sprint ungewiss. Dies machte ein Sprecher der zustaendigen US-Aufsichtsbehoerde Federal Communications Commission (FCC) deutlich. Die Europaeer haetten, wie der FCC-Vertreter betonte, auch nicht annaehernd genug getan, um ihre Telecom-Maerkte fuer auslaendische Anbieter zu oeffnen.

Die juengste Kritik aus Washington bezieht sich vor allem auf die gescheiterte Beteiligung des US-Telecom-Unternehmens AT&T am staatlichen franzoesischen Computerkonzern Bull. AT&T habe sich aus dem Geschaeft mit Bull zurueckgezogen, weil die Regierung in Paris das Monopol fuer Ferngespraeche nicht vor 1998 lockern wollte. Unter diesen Umstaenden koennten, so der Sprecher, "weder die Franzosen noch ihre europaeischen Partner von der amerikanischen Seite besonderes Entgegenkommen erwarten". Die Sprint-Telekom-France- Telecom-Allianz muss sowohl von der FCC als auch vom amerikanischen Justizministerium abgesegnet werden.