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21.10.1994

Anlaesslich der Object World Germany OT-Anwendungen mit dem "Object World Award" geehrt

FRANKFURT (CW) - Mit mehr als 800 Besuchern und 49 Ausstellern verzeichnete die "Object World Germany" in diesem Jahr einen nahezu doppelt so grossen Andrang wie im Jahr zuvor. Hoehepunkt der dreitaegigen Konferenzmesse, die kuerzlich in Frankfurt am Main zu Ende ging, war die Verleihung der "Object World Awards" an IO Software, British Airways, Finsiel, BASF und Bonndata.

Nach dem Vorbild der US-amerikanischen "Object World" hatten IDG World Expo und die Object Management Group (OMG) als Veranstalter des Events diesmal einen Entwicklerwettbewerb auf europaeischer Ebene ausgeschrieben. Praemiert wurden Anwender, die die Objekttechnik erfolgreich eingesetzt hatten, um Inhouse- Applikationen zu erstellen.

Als Jury fungierten Ralf Cordes von Bosch Telecom, Ralf Jungclaus von der Deutschen Bundespost Telekom, Thomas Neumann von SMS Consulting, Hauke Peyn vom Medienkonzern Bertelsmann, Michael Wagner, OO-Spezialist und Doktorand an der TU Muenchen, sowie Roberto Zicari von der deutschen OMG-Vertretung Logon Transfer GmbH, Kronberg.

Die Verleihung fand im Rahmen einer kleinen Feier statt, die unter anderem von der "Computerwoche" und der IBM Informationssysteme GmbH gesponsert wurde. Als Zeremonienmeister bewaehrte sich der launige Richard Soley, Vice President of Technology bei der OMG. "Die erfolgreichen Implementierungen dieser Leading-Edge- Technology bestaerken uns in der Ansicht, dass die Objektorientierung auf dem Weg ist, die am breitesten akzeptierte Technologie innerhalb der Software-Entwicklung zu werden", kommentierte Soley den Anlass.

In fuenf Kategorien hatten sich die Unternehmen um einen Preis bewerben koennen. Als "beste Implementierung einer verteilten Anwendung mit Hilfe der Objekttechnik" wurde eine Applikation von IO Software ausgezeichnet, die die Bezeichnung "Engineering Documentation & Service System Navigator" (EDS-Navigator) traegt. Damit setzte sich das kleine Software-Unternehmen aus den neuen Bundeslaendern gegen den Mitfinalisten Deutsche Aerospace AG und Arts in Apples Ltd., Slovakei, durch.

Bei dem EDS-Navigator handelt es sich um ein Peer-to-peer-System verteilter Objekte (Services). Vorhandene Anwendungen werden als verteilte Objekte gekapselt und ueber ein Service-Interface ins Netz eingebunden. Diese Schnittstellen sind in der OMG-eigenen Interface Definition Language (IDL) beschrieben.

Klasse von Schnittstellen zwischen C++ und SQL

Die zweite Kategorie hiess: "Beste Implementierung einer wiederverwendbaren Entwicklungsumgebung fuer unternehmensweite Anwendungen". Den Sieg trug hier das Luftfahrtunternehmen British Airways davon, das damit das ABB Forschungszentrum und das Heidelberger IBM Scientific Center aus dem Feld schlug.

British Airways hat eine eigene C++-basierte Entwicklungsumgebung implementiert, die sich aus drei Komponenten zusammensetzt. Zunaechst bietet sie einen Satz von unternehmensweiten Klassenbibliotheken und Frameworks, darunter eine Klasse von Schnittstellen fuer die Verbindung von C++ und SQL. Der Browser fuer diese C++-Klassen ist ueberraschenderweise in Smalltalk geschrieben. Last, but not least soll ein ebenfalls in Smalltalk und Parts geschriebenes Bulletin-Board den Entwicklern ein Forum fuer den Informationstausch bieten.

Der italienische Software- und Service-Konzern Finsiel SpA gewann den Preis fuer den "besten Einsatz von Objekttechnologie innerhalb eines Unternehmens oder einer grossen Systemumgebung". In die engere Wahl waren auch Applikationen von Classix Software und Cap Debis gekommen. Die erstplazierte Anwendung nennt sich "Financial Contracts Management" und wurde im Auftrag des Automobilherstellers Fiat erstellt. Sie soll helfen, ein internationales Finanzabkommen zwischen Fiat und der Republik Algerien zu erfuellen, das auf vier Jahre befristet ist.

Mit einem System fuer die verteilte Produktion von technischen Plastikstoffen (Distributed Production of Technical Plastics = Duplis) hatte sich der Chemiekonzern BASF um den Titel "beste kostensenkende Implementierung mit Objektansatz" beworben - und gewonnen. Das Nachsehen hatten wiederum das ABB Forschungszentrum mit seinem Projekt "Kreisl" und das IBM-Wissenschaftszentrum mit der "Chemical Data Definition Library".

Duplis wurde fuer die BASF-Abteilung KTU entwickelt, die bis zu 3500 verschiedene Plastikmassen herstellt. Das System basiert auf einer Client-Server-Architektur und wird von mehr als 90 Anwendern eingesetzt. Fuenf Einzelmodule sollen die folgenden Aufgaben erfuellen: Verwaltung von Anwenderrechten, Adminstration der Basisdaten, Anforderungs-Management, Materialverwaltung und Prozessdaten-Registrierung.

Objektbasiert ohne OO-Tools

Wie in den USA, so auch in Frankfurt, erhielt neben diesen mit OO- Tools erstellten Applikationen auch eine Anwendung einen Preis, die erklaertermassen mit nicht-objektorientierten Werkzeugen erstellt wurde, aber trotzdem eine "objektbasierte" Architektur aufweist. Den Lorbeer durfte sich das Bonner Software-Unternehmen Bonndata ans Revers heften. Dessen "Refinancing Information System" (Refi) ueberzeugte die Jury-Mitglieder offenbar noch mehr als die eingereichten Projekte der Gebaeudeversicherung Baden- Wuerttemberg und der AOK Gesundheitskasse Thueringen.

Refi richtet sich speziell an Versicherungsunternehmen, denen es die Handhabung von Refinanzierungen erleichtern soll. Neben Smalltalk wurden bei der Entwicklung auch C und Cobol sowie Assembler eingesetzt.