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Fertigungsvorbereitung bei BMW

Anlaufsteuerung im Dialog

26.03.1976

MÜNCHEN - "Das ist ein Klacks für mich", meinte der Programmierer - und damit hatte das Programm "Klax 1" seinen Namen weg. Es gehört zu einem Softwarebündel, das, 1973 beginnend, bei BMW in München entwickelt wurde, um die Fertigungsvorbereitung im Dialog am Bildschirm zu steuern.

Klax dient der Planung, Abstimmung, Überwachung und Anmahnung von Terminen für die Erteilung von "Freigaben". Bei Projekten für neue Fahrzeuge oder Aggregate - durchschnittlich 30 laufen in dem Unternehmen parallel - werden für "kritische" Produktionsmittel Termine festgelegt, zu denen diese neuen Werkzeuge oder Anlagen verfügbar sein müssen. Sie sind zunächst zu konstruieren und dann für die Herstellung im eigenen Werkzeugbau oder zur Beschaffung freizugeben. Die Daten werden über Bildschirm erfaßt, verwaltet und abgefragt - Handlisten und Notizzettel ebenso wie die Diskussion, wer wann was zugesagt (und vielleicht nicht gehalten) hat, sind weggefallen. Auf Schriftwechsel kann weitgehend verzichtet werden - statt früher 24 erhalten jetzt noch 8 Stellen im Unternehmen DV-Ausdrucke mit Daten der Freigabe-Verfolgung.

Wenn die Freigabe erfolgt ist, hat ein Produktionsteil damit sozusagen seinen "Geburtsschein". Er enthält die Stammdaten wie Sachnummer und Benennung, den Verwendungsnachweis, wie oft das Teil in welchen Fahrzeugen benötigt wird, und regelt die Erlaubnis zur Aufnahme der Produktion bzw. Beschaffung sowie das Ende der Verwendung bis zur Verschrottung von Betriebsmitteln hin. Zweck ist die zentrale Dokumentation aller BMW-Teile und ihrer Gültigkeit.

Das bisher manuell geführte Zentralpapier wird jetzt automatisch - das ist der zweite Teil des Softwarebündels - erstellt und verwaltet. Insgesamt erfaßt sind derzeit 97000 gültige Teile - wobei allein 1975 rund 97000 Änderungen nötig waren.

Dritter Teil des Systems ist die Anlaufsteuerung. Hier werden neue Maschinen und Werkzeuge sachlich und terminlich den jeweiligen Projekten zugeordnet. Er dient der Planung, Konstruktion, Beschaffung und Kontrolle aller Fertigungsmittel aller Werke. Zur Verbesserung der Investitionskontrolle soll noch ein Soll/Ist-Vergleich zwischen geplantem Aufwand und angeforderten Geldmitteln eingebaut werden - er wird auch ermöglichen, laufend abzufragen, wieviel Investitionsmittel noch verfügbar sind.

Jedes Muster unter Kontrolle

Ein weiteres Programm "Verfolgung Muster- und Anlaufteile" kontrolliert die ausstehenden Bestellungen. Da Großwerkzeuge nämlich in der Regel erst kurz vor Beginn der Serienfertigung vollendet sind, werden die für Null-Serie und Tests erforderlichen Teile beim Lieferanten des Werkzeugs gefertigt. Der pünktliche Eingang dieser Teile wird mit DV verfolgt. Zusätzlicher Vorteil: BMW-Reiseingenieure, die die Arbeit der Zulieferer kontrollieren und ihre Termine immer kurzfristig festlegen, können jederzeit zur Reiseplanung am Bildschirm abfragen, wer womit im Rückstand ist, und haben dadurch eine bessere und aktuellere Unterläge.

Im Laufe dieses Jahres soll auch die Erstellung der Arbeitspläne mit Fertigungsstückliste - derzeit gibt es davon rund 12000 bei BMW - voll dialogfähig sein und am Bildschirm ablaufen.

Netzpläne nur begrenzt brauchbar

Netzpläne werden bisher nur für einzelne Fertigungsmittel oder Produktionsmittel-Gruppen erstellt - aber nicht für ganze Projekte: "Bei dieser Produktbreite - wir benötigen zwischen 3500 und 4000 Fertigungsmittel oder -einrichtungen für einen Pkw-Bautyp - haben sich Netzpläne nicht bewährt."

Während sich die Terminplanung der Konstruktion von Fertigungsmitteln inzwischen durchgesetzt hat, ist die Terminierung der Konstruktion neuer Autos oder Autoteile "erst am Kochen": Der verbindliche Entschluß, wurde bisher nicht gefaßt, von einem Designer eine Terminangabe zur verlangen, wann er mit dem "Face-Lifting" für die neue Version eines Pkws fertig zu sein hat. Terminplanung und -kontrolle für den Entwurf neuer BMWs ist bislang erst ein Wunsch der BMW-Planer. -py