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10.04.1998 - 

Java-Companies und Venture-Capital

Anleger hoffen auf Return on Investment durch Java

Allein im vergangenen Jahr haben nach jüngsten Erhebungen der in San Franzisko ansässigen Investment- und Marktforschungsgesellschaft Venture One US-amerikanische Risikokapitalgeber sage und schreibe mehr als sieben Milliarden Dollar in innovative High-Tech-Unternehmen investiert - was gegenüber 1996 einer Steigerung von 46 Prozent entspricht. Ein Großteil dieser Gelder floß dabei in Companies, die sich mit der Weiterentwicklung der Programmiersprache Java oder darauf aufbauenden Anwendungen beschäftigen.

Dabei sind es jedoch nicht etwa die technischen Features von Java, die die Herzen von Venture-Capital-Firmen höher schlagen lassen. Erst recht nicht die von vielen IT-Experten genährte "politische Hoffnung", daß die Entwicklung von Sun Microsystems eines Tages Windows als Desktop-Oberfläche und/oder -Betriebssystem ersetzen könnte. Vielmehr sind es die Möglichkeiten, die Java Entrepreneuren als Plattform bietet, um innovative Produkte zu entwickeln. "Kein Risikokapitalgeber investiert blindlings in einen Hype. Java ist eine Programmiersprache und damit lediglich eine Technologie, aber kein Markt. Wir treffen Entscheidungen auf der Grundlage von Perspektiven, die mögliche Anwendungen und Produkte bieten können", erklärt Ted Schlein, Mitbesitzer der Venture-Capital-Firma Kleiner, Perkins Caufield und Byers (KPCB), der die Investitionen seiner Gesellschaft beziehungsweise deren Kunden in sogenannten Java-Fonds verwaltet, das Geschäftsmodell seiner Branche.

KPCBs Java Fonds gehört jedoch zu den Ausnahmen in der Venture-Capital-Szene - auch in den USA. Ziel des Investoren-Pools war und ist es ausschließlich, den seit geraumer Zeit wie Pilze aus dem Boden schießenden Java-Startups finanziell unter die Arme zu greifen.

Kritiker sprechen von einem Marketing-Trick

Der offiziell "Java Fund" genannte Fonds erfreut sich denn auch ganz spezieller Einzahler unter den Anlegern: Mehr als 100 Millionen Dollar sollen aus den Schatullen bekannter IT-Firmen wie Sun, Netscape, Oracle, IBM, US West oder Cisco Systems auf die Geschäftskonten diverser Newcomer fließen - insgesamt investier(t)en 22 Unternehmen beziehungsweise institutionelle Anleger in den Fonds.

Allerdings stößt die "Java-Börse" längst nicht auf einhellige Zustimmung innerhalb der Venture-Capital-Branche. Einige Finanziers sehen darin nur einen billigen Marketing-Trick, der KPCB im immer härter werdenden Venture-Capital-Geschäft Platzvorteile bringen soll.

Doch zurück zum Java-Funds. Bislang haben sich bereits 15 Firmen aus dem Fonds "bedient", beispielsweise Marimba, Extensity und Wallop Software. Die Tatsache, daß Java immer ausgereifter wird, läßt offensichtlich Softwarelösungen, die auf Suns Programmiersprache basieren, für Risikokapitalgeber und Entwickler gleichermaßen attraktiv erscheinen. Zu den Java-Companies, die unterstützt werden, gehört auch Ariba Technologies. In das 1996 gegründete Unternehmen flossen bislang 19,5 Millionen Dollar an (fremdem) Eigenkapital. "Für uns war Java sehr effizient, da wir damit unser Produkt schneller entwickeln und innerhalb von sechs Monaten auf den Markt bringen konnten", erklärt Keith Krach, President und CEO des Startups. Die Software der Newcomer ermöglicht es Anwendern wesentliche Bereiche ihres operativen Geschäfts elektronisch zu verwalten. Die kurze Produktentwicklungszeit dürfte damit letztlich doch ein Feature der Java-Plattform sein, das auch die Wagniskapitalisten anspricht.