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23.12.1988 - 

"Detachering-Beratung" sorgt für effektive Rechenzentrums-Automation:

Ansätze zum organisierten Rechenzentrum

Norbert Cichy ist Geschäftsführer von Mainframe GmbH, Frankfurt.

Der Arbeitsablauf in einem Rechenzentrum sollte aus vielerlei Gründen automatisiert werden. Norbert Cichy zeigt, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind.

Folgende Bereiche sind im Rahmen einer RZ-Organisation betroffen:

- Organisatorisches Umfeld

- Mitarbeiter-Qualifikation

- Software-Tools

- Hardware-Einrichtungen

- Ausnahmesituationen.

Eine Möglichkeit, den Weg zur RZ-Automation aufzubereiten, ist die Detachering-Beratung. Der konzeptionelle Gedanke dabei deckt viele Problemfelder in einem Rechenzentrum ab. Im einzelnen wird der Kenner der Materie Funktionen in Richtung RZ-Automation wiedererkennen. Detailliert versteht man unter Detachering-Beratung:

- Schaffung einer potentiellen personellen RZ-Reserve (Aushilfe und/oder Not-am-Mann-Operator).

- Möglichkeit der kritischen Betrachtung von draußen (Schwachstellenanalyse, Verbesserungsvorschläge etc.)

- Weitgehend objektive und vielseitige Bildung von Know-how (Schulungskonzept, Inhouse-Ausbildung, Training on the job).

- Erreichung von Kompetenz durch hohen Sachverstand im RZ-Umfeld.

- Herstellerunabhängige Beurteilung von Hardware- und Software-Produkten zur Einbindung in firmenspezifische Bedürfnisse.

- Mithilfe bei allen organisatorischen und personellen Belangen (RZ-Struktur, Systemumstellungen, Neueinstellung von Mitarbeitern, Katastrophenplan).

Sicherlich sind die teilweise hochtrabenden Begriffsbestimmungen als Zielsetzung zu sehen und in den normalen, machbaren Bereich zu transferieren. Grundvoraussetzung ist, daß das organisatorische Umfeld stimmt. Dazu müssen die Kompetenz- und Verantwortungsbereiche klar abgegrenzt sein. Dies erreicht man, indem man die RZ-Organisation in folgende Teilbereiche gliedert:

- Computer- und Peripherie-Handling (Device-Operating)

- System- und Hardware-Steuerung (Console-Operating)

- Ablaufsteuerung (Arbeitsvorbereitung).

Über diesen funktionalen Gruppierungen muß ein RZ-Management stehen, das mit allen Mitteln die qualifizierte Dienstleistung zum Enduser gewährleistet. Dazu gehören unter anderem:

- Vernünftige Katalogisierung mit Namenskonventionen

- Organisierte Datensicherung und Wiederherstellungs-Prozeduren

- Fehlervermeidung durch Job-Ablauf-Management

- Systemverwaltendes Speichermanagement

- Einrichtung von Test- und Produktionsmaschinen

- Aufbau einer Ausfallorganisation bis hin zum Katastrophenplan.

Der Erfolg hängt an der Kompetenz der Mitarbeiter

Entscheidenden Einfluß können hier Einrichtungen wie Produktionsplanung,

-unterstützung und -steuerung nehmen, in denen sich diese Mittel strukturiert wiederfinden.

Um diese Mittel realistisch einsetzen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit der Systemtechnik nötig. Sie ist sicherlich nur dann möglich, wenn die RZ-Mitarbeiter als kompetente Gesprächspartner akzeptiert werden.

Seitens der Detachering-Beratung ist hier der Ansatz gegeben, Erfahrungen und objektive Mithilfe einfließen zu lassen.

Unerläßlich ist aber, daß die Mitarbeiter-Qualifikation in einem Rechenzentrum bezüglich der Systemkenntnisse wesentlich erhöht werden muß. Vor allen Dingen müssen Abhängigkeiten des Systemumfeldes erkannt und verstanden werden. Durch kontinuierliche Aus- und Weiterbildung kann dieses Verständnis geschaffen werden und gewährleistet richtige Entscheidungen bei Hardware- und Softwarefehlern, hilft bei der Fehleranalyse und deren Behebung.

Sehr wichtig ist auch das fachliche Einschätzungsvermögen zur Vermeidung von Fehlern aus Unkenntnis und Entstehung von Frustrationserlebnissen des einzelnen. Es ist klar, daß die Aufwertung der RZ-Mitarbeiter zur Kreativität und Entscheidungsfreudigkeit führt und zum Mitdenken veranlaßt.

Eine bessere Einstellung zum Job und Spaß an der Arbeit sind positiv zu vermerken.

Sicherlich wird der Detachering-Berater durch Vorschläge geeigneter Schulungsmaßnahmen, seien es offene Seminare, Inhouse-Ausbildung oder Training on the job, zur Qualifizierung der RZ-Mitarbeiter beitragen können.

Damit wäre auch die Grundlage geschaffen, die unzähligen Software-Tools, die von Computer-Herstellern und Software-Häusern entwickelt werden, als eine äußerst wichtige Komponente auf dem Weg zur Ablauf-Automation zu beurteilen. Die Implementierung solcher Produkte gibt die Möglichkeit, Systemanalysen zu betreiben, um eine optimale Ressourcen-Nutzung (wie Zeit und Speicher) anzustreben. Begriffe wie Datenschutz, Datensicherung, Restart- und Recovery-Möglichkeiten, Ablaufplanung und Accounting finden sich in den unterschiedlichsten Software-Produkten wieder.

Die Fähigkeit, derartige Routinen, Utilities und systemtechnische Programme konzeptionell, in Abhängigkeit vom firmenspezifischen Automationsbedürfnis, in den RZ-Ablauf einzubinden, erhöht den Servicegrad und die Qualitätssicherung.

RZ-Automatisierung gelingt nicht von heute auf morgen

Natürlich werden von der Systemtechnik die Entscheidungen getroffen, welche Produkte ins System passen und welche die Systemumgebung günstig beeinflussen. Die RZ-Mitarbeiter müssen aber eigenständig in der Lage sein, die Produkte anzuwenden und den größten Nutzen daraus zu ziehen.

Im Detachering-Bereich ist die Vielfalt und die Vielseitigkeit solcher Software-Tools bekannt. Man weiß über die Vor- und Nachteile Bescheid und kann bei der Implementierung helfen.

RZ-Automatisierung ist keine Zeitpunkt-, sondern eine Zeitraumbetrachtung. Es muß ständig und sukzessive daran gearbeitet werden, denn von alleine kommt sie nicht zustande.

Dazu gehören auch die Hardware-Komponenten. Genügend Puffer für Zeit und Speicher sind notwendig, denn wenn es an allen Ecken und Enden klemmt, werden die Grenzen zu schnell erreicht. Der technische Zustand des Computersystems muß ständig überwacht werden, damit im Vorfeld Mängel beseitigt werden können. Hardware-Fehler würden sonst zur Unterbrechung des automatischen Ablaufs führen.

Vorhersehbare Kompensations-Ressourcen müssen zur Verfügung stehen (zum Beispiel Notstromaggregat). Weitgehend muß an eine Backup-Einrichtung gedacht werden. Sie ist das Ergebnis aller Automations-Gedanken, denn im Notfall soll automatisch umgeschaltet werden können, das heißt, ein anderes Computersystem soll nach vorgefertigtem Konzept und Plan die laufenden Arbeiten übernehmen. Ein solches Vorhaben ist derartig komplex, daß das Zusammenspiel aller Beteiligten koordiniert werden muß.

Unerläßlich ist die konsequente Dokumentation

Damit in Ausnahme-Situationen nicht improvisiert werden muß, ist es erforderlich, alle denkbaren Fälle in planmäßige Strukturen zu leiten. Dazu gehören auch Sonderprojekte, die sonst zu besonderen Belastungen und Gefahrenquellen führen.

Bedeutend für ein gut organisiertes Rechenzentrum, Grundvoraussetzung für RZ-Automation, ist die Dokumentation. Ihr dürfen nicht Aufzeichnungen einzelner Mitarbeiter zugrunde gelegt werden, sie muß konsequent geführt werden. Sie kann wiederum durch Software-Produkte unterstützt werden. Richtig und wichtig ist, daß Veränderungen des Systemumfeldes nicht spontan durchdacht und keine "Ad-hoc"-Entscheidungen getroffen werden.

In all den angesprochenen Themenkreisen tut Beratung Not. In vielen Rechenzentren müßten alte Zöpfe abgeschnitten werden, die teure System-Software nutzvoll eingesetzt und aus "Bedienern" RZ-Spezialisten gemacht werden. Ein Detachering-Operator kann in vielen Belangen konzeptionell beraten; durch die praktische Erfahrung und durch das vielseitige Kennenlernen von Kundenproblematik kann er zur Realisierung einer RZ-Automation beitragen.