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30.11.1984 - 

IDC-Prognosen bescheinigen SW-Anbietern erfreuliche Zukunft, aber:

Anteile am SW-Kuchen werden sich verschieben

WIESBADEN (hh) - Rosige Zeiten erleben die Unternehmen im Software- und Servicebereich auch in der Zukunft, Nach einem diesjährigen. Wachstum von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr können die europäischen SW-Anbieter nach Prognosen des Wiesbadener Marktforschungsunternehmens IDC International Data Corporation bis 1989 ebenfalls mit einem durchschnittlichen Wachstum in dieser Größenordnung rechnen.

Der Gesamtmarkt im Bereich Software und Dienstleistungen erreichte 1983 ein Volumen von 12,2 Milliarden Dollar und wird für dieses Jahr auf 14,7 Milliarden geschätzt. 1989 soll er eine Größenordnung von über 40 Milliarden Dollar erreicht haben.

Gravierende Unterschiede in einzelnen Marktsegmenten sind jedoch unter diesen Gesamtzahlen subsumiert. Bestimmt wird die zukünftige Entwicklung von den steigenden Softwareaktivitäten der Hardwarehersteller und den Anstrengungen von Drittanbietern.

Bei der Marktsegmentierung allerdings zeigen sich interessante Aspekte für die einzelnen Anbietergruppen. So haben Unternehmen, die Processing Services (Rechenzentren, die für eine große Klientel arbeiten) im vergangenen Jahr zwar mit 39 Prozent Anteil ein großes Stück des verteilten Kuchens erwirtschaftet, werden aber mit, aufgrund einer Stagnation bei Local-Batch-Arbeiten an Boden verlieren und im Durchschnitt nur noch zwölf Punkte pro Jahr zulegen. Die Marktforscher gehen davon aus, daß der Anteil am Gesamtmarkt dann auf 23 Prozent schrumpft.

Mit einem erwarteten Wachstum von jährlich 24 Prozent steigt allerdings der Anteil der zweitgrößten Gruppe, der unabhängigen Anbieter von Standard- und Individualsoftware, von derzeit 27 auf 29 Punkte von Hundert. Als unübersehbaren Branchentrend werten die Wiesbadener das Bemühen der Hardwarehersteller um diesen Bereich.

Ihre Anstrengungen in diesem Sektor führen zu einer Erhöhung des derzeitig 20prozentigen Anteils am Marktgeschehen, auf 29 Prozent in fünf Jahren. Mittleres Wachstum in diesem Zeitraum: 30 Prozent.

In dieser Größenordnung bewegen sich auch die Systemhäuser, die ihren Marktanteil von 10 auf 14 von Hundert steigern. Diese Anbieter stehen allerdings nach IDC-Meinung vor dem Problem, immer umfassendere Serviceleistungen offerieren zu müssen, was zu einem verschärften Wettbewerb führen wird.

Trainingsbereich hält sich

Keine große Bedeutung erlangen in Europa die Facilities-Management-Unternehmen, die sämtliche DV-Verarbeitungsleistungen mit eigenem Personal auf einem Klientensystem als Dienstleistung anbieten. Ordentlich zulegen wird ein Markt, der aufgrund der spürbaren Rezession bislang eine recht schwache Entwicklung zeigte: Mit einem Wachstum von durchschnittlich 22 Prozent hält der Trainingsbereich auch weiterhin fünf Prozent am Gesamtmarkt.

Zunehmende Tendenz verzeichnet die Standardsoftware in den nächsten fünf Jahren bis 1989. Sie wird fast die Hälfte des gesamten Marktes bestreiten, prognostizieren die IDC-Mitarbeiter. Die restlichen 50 Prozent teilen sich zu fast gleichen Teilen die Processing Services und die Individualsoftware.

Die Hauptanwendungsbereiche von Standardsoftware sind die Finanzbuchhaltung (29 Prozent) und das Finanzierungs/Versicherungswesen (23 Prozent), zwei Gebiete, wo große Datenmengen absolut zuverlässig nach starr festgelegten Regeln bewegt werden müssen. Beide Applikationen zusammengenommen machen 52 Prozent des gesamten Standardsoftwaremarktes aus. Zieht man noch die Lohnbuchhaltung mit 11 Prozent hinzu, so ergeben sich sogar 63 Prozent. Der technisch-wissenschaftliche Einsatz spielt praktisch keine Rolle, wohl aber (eine wenn auch untergeordnete) der Industriesektor (mit 14 Prozent an dritter Stelle).

Hingegen liegt der Anwendungsschwerpunkt von Individualsoftware eindeutig in der industriellen Produktion (26 Prozent). Zieht man die Standardsoftware im Industriebereich (14 Prozent) hinzu, so wird klar, daß hier ein insgesamt für die Softwarebranche wichtiger Anwendungsbereich liegt. Technisch-wissenschaftliche Applikationen sind mit immerhin 14 Prozent an dritter Stelle von Bedeutung. Bemerkenswert aber ist, daß das Finanzierungs/ Versicherungswesen nicht nur bei Standardsoftware an Position zwei steht, sondern ebenfalls bei Individualsoftware.

Dieser Aspekt wird noch deutlicher, wenn man berücksichtigt, daß 20 Prozent der Processing-Service-Umsätze ebenfalls mit Finanzierungs/Versicherungsapplikationen getätigt werden. Der Schwerpunkt bei Processing Services liegt allerdings eindeutig bei Buchhaltungsaufgaben. Finanz- und Lohnbuchhaltung zusammengenommen stellen 40 Prozent des Umsatzes. Industrieanwendungen spielen hier praktisch kaum eine Rolle.