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29.07.1977

Antiautoritäre Einführung der EDV:". . . erst einmal dran spielen"

SAARBRUCKEN (sf) - Daß die Einführung von EDV in Zeitungsverlagen zumindest bei den Redakteuren durchaus mit dem nötigen psychologischen Einführungsvermögen erfolgen kann soll bei der "Saarbrücker Zeitung" (tägliche Auflage: 200 000 Exemplare) demonstriert werden. "Wir wollen nicht die Fehler wiederholen, die etwa beim Stuttgarter Modell begangen wurden", versichert Dr. Hans Stiff, Verlagsdirektor der Verlag und Druckerei GmbH, Saarbrücken. Soll heißen: Das 6,5 Millionen Mark teure Projekt (Kosten für zwei Siemens-Rechner 7.738 sowie ein Lichtsatz-Doppelsystem Digiset 40T30) wird - zumindest was die redaktionellen Veränderungen anbetrifft - in enger Zusammenarbeit mit den Journalisten durchgeführt.

Um eine möglichst befriedigende Regelung zu erzielen, informierte sich eine Gruppe von Redakteuren während eines "Europa-Trips" bei zahlreichen Verlagen über deren Lösungswege bei der Einführung einer "bleifreien Zeitung". Die positiven Erfahrungen dieser Tour sollen nun im eigenen Haus genutzt werden.

Was den Zeitplan der Saarbrücker anbetrifft, so wurde dabei - im Gegensatz zu den "Holzhammer-Methoden" anderer Verlage - besonders auf die geringe Beziehung eines Tageszeitungsredakteurs zur Elektronik Rücksicht genommen: Rund ein Jahr haben die Journalisten zur Umstellung Zeit. Zunächst soll ab März 1978 lediglich ein Bildschirm in der Redaktion installiert werden. "Da können die Leute erst mal dran spielen und so vielleicht nach und nach ihre Scheu davor ablegen", hofft Verlagsdirektor Dr. Hans Stiff.

Langfristig gesehen wird wohl - Fingerspitzengefühl hin, Psychologie her - die kürzlich vom Präsidenten des Bundesverbandes der Zeitungsverleger, Johannes Binkowski, gestellte Frage "Wird der Bildschirm in den Redaktionen aus dem Redakteur tatsächlich einen Redaktoniker machen?" mit "Ja" beantwortet werden müssen.