Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.11.1991 - 

Unklarheiten um OS2-Zukunft und Apple-Deal

Antitrust-Behörde verlangt Klarheit über Big Blues Pläne

MÜNCHEH(CW) - Die amerikanische Antitrust-Behörde läßt die Aktivitäten von IBM nicht mehr aus den Augen. So müssen Apple und Big Blue jetzt zusätzliche Informationen über ihre Allianz nachreichen. Aber auch das OS/2-Betriebssystem könnte nach Meldungen den britischen Branchendienstes "Computergram" ein Fall für die US-Behörde werden.

IBM steht vor allem wegen der Zusammenarbeit mit Apple auf der Watchlist der für Wettbewerbsverletzungen zuständigen Federal Trade Commission. Um eine mögliche Kartellbildung zu verhindern, hat die Behörde kürzlich nach Informationen von" Computergram" zusätzliche Informationen über die Art der Beziehung zwischen den beiden Partnern angefordert. IBM und Apple geben sich allerdings gelassen: Die erneute Anfrage der Antitrust-Behörde könne die gemeinsamen Pläne weder bremsen noch zum Scheitern bringen, so die Reaktion der Vertragspartner.

Mit Protesten muß die IBM auch wegen ihrer OS/2-Pläne rechnen. Aufgrund des proprietären Rufs des Unternehmens stößt die Ankündigung, das Betriebssystem nicht nur für PS/2Rechner, sondern auch für PCs anzubieten, bei den potentiellen OEM-Partnern auf Mißtrauen. Gegenüber dem britischen Branchendienst äußerten PC-Anbieter die Befürchtung, Big Blue könnte ihnen bei der Ubernahme von OS/2 auf ihre Rechner technische Details verheimlichen, die den PS/2-Entwicklern im eigenen Hause zur Verfügung stünden. Eine solche Bevorzugung könnte dazu führen, daß OS/2 auf PS/2-Rechnern besser läuft als auf "normalen" Pcs.

Doch schon der Hauch eines Verdachtes, so " Computergram", die Armonker mißbrauchten ihre intimen Betriebssystem-Kenntnisse in der beschriebenen Weise, würde die Antitrust-Behörde auf den Plan rufen. Eine entsprechende Untersuchung brächte in der Folge sowohl die IBM als auch ihr OS/2-Betriebssystem in ernsthafte Schwierigkeiten.

Die IBM versucht, derartigen Problemen aus dem Weg zu gehen, indem sie andere Vetriebspartner für das OEM-Geschäft sucht. Noch in diesem Jahr soll es nach Informationen der Briten zu einer Vertragsunterzeichnung kommen. In die Verhandlungen seien Lotus, Borland und Micrografx involviert.

Allerdings suche Big Blue derzeit nach einem Partner, der weniger als die genannten Unternehmen im Anwendungsgeschäft engagiert sei. Hier biete sich der gerade von IBM-Partner Novell aufgekaufte Microsoft-Mitbewerber Digital Research an. Dieser Partner habe für sein Betriebssystem DR DOS bereits die OEM- und Vetriebskanäle aufgebaut, die der OS/2Anbieter brauche.