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03.10.1986

Anwender akzeptieren CD-ROMs erst, wenn der Preis stimmt

"Als Konkurrenz zu derzeit am Markt verfügbaren magnetischen Datenträgern können optische Speichermedien so lange nicht angesehen werden, wie diese lediglich das Speichern und Lesen von Daten zulassen, aber keine anschließende Änderung ermöglichen" - so beurteilt Wolfgang Rothmeier, DV-Leiter bei der Münchner AOK, die Situation auf dem CD-ROM-Sektor. Er sieht, wie viele seiner Kollegen, bislang nur ein sehr eingegrenztes Anwendungsspektrum für diese neue Speichertechnik. Einen ähnlichen Anforderungskatalog hat der Leiter der Systemprogrammierung bei Brunata in Leinfelden-Echterdingen, Günther Flaig: "Sollte es längerfristig bei einer nur einmaligen Beschreibbarkeit bleiben, so erscheint der Einsatz von Speichersystemen auf optischer Basis nur dann rentabel, wenn der Preis für diese Medien entsprechend reduziert wird. Flaig sieht in der optischen Platte allerdings eine "Fülle vorstellbarer Anwendungen, wobei jedoch von vornherein die Frage der Kompatibilität zu derzeit installierten Systemen geklärt werden muß."

Wolfgang Rothmeier

DV-Leiter, AOK München

Die AOK ist ein Unternehmen im Bereich der Sozialversicherung. Die von uns auftragsgemäß zu speichernden Daten sind ihrer Natur nach sehr sensibel im Hinblick auf den Datenschutz und die Datensicherheit. Unter dieser durch Gesetz und Verordnung geregelten Vorgabe müssen unsere Entscheidungen im Hinblick auf das maschinelle Speichern von Daten getroffen werden.

Vom Standpunkt der sicheren maschinellen Speicherung (...) gesehen, genügen optische Speichermedien durchaus den erforderlichen Ansprüchen. Die Frage ist allerdings, wie weit sie als Alternative zu magnetischen Datenträgern gelten können. Hier muß für die weitere Betrachtung zwischen sequentiellen Datenspeichern (Magnetbänder) und den Speichern mit direktem Zugriff (Magnetplatten) unterschieden werden.

Mit Ausnahme der laufenden Datensicherung könnten optische Speichermedien als Ergänzung oder auch als Ersatz für Magnetbandspeicherung in Frage kommen - vor allem bei der Archivierung großer Datenmengen mit der Möglichkeit, Daten schnell zu finden und wiederzugeben. In diesem Speicherbereich erscheinen optische Speichersysteme sinnvoll, wenn Hardware und dazugehörige Software genügend kompatibel zu vorhandenen DV-Anlagen sind. Entscheidend wird letztlich aber der Preis von vorhandenen und kommenden optischen Speichern sein, um mit herkömmlichen Lösungen konkurrieren zu können.

Als Konkurrenz zu den derzeit am Markt angebotenen Magnetplatten können optische Speichermedien so lange nicht gesehen werden, wie auf ihnen nur gespeichert und gelesen, aber nichts verändert werden kann. Damit liegt der Zeitpunkt des konkurrierenden Einsatzes zu Magnetplatten aber noch in ziemlicher Ferne.

Es ist denkbar, daß optische Speichermedien einen Platz im Einsatzbereich von Datenspeichern finden werden - vielleicht zwischen Magnetband, Mikrofilm und Mikrofiche. Um aber Magnetplatten der vorhandenen und nächsten Generation zu verdrängen, müssen den Entwicklern optischer Speichermedien gewaltige Sprünge nach vorne, das heißt zu besserer und preisgünstigerer Einsatzfähigkeit, gelingen.

Werner Schulz

Leiter Datenverarbeitung, Apollinaris Brunnen AG, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Read Only Memory contra Random Access Memory? Diese Grundfrage stellt sich eigentlich gar nicht, denn die ersten mir bekanntgewordenen ROMs waren - mit Verlaub - die Bibel und dann etwas später die gute alte Lochkarte.

Natürlich wurde die Lochkarte im Laufe der Jahre zu unhandlich; folglich mußten neue Speichertechnologien entwickelt werden, um größere Datenmengen für immer aussagefähigere Auswertungen speichern zu können. Gleichzeitig veränderte sich das Informationsbedürfnis: Nicht mehr nur Zahlen waren gefragt, sondern zusätzliche Bildverarbeitung (Zeichnungen, Konstruktionspläne und Grafiken) wurde gefordert.

Diese neuen Forderungen sind mit den heute üblichen Speichermedien nicht zu erfüllen. Sie sind zu teuer und bei großen Datenmengen zu langsam. Einen Ausweg zeigen neuere Speichermedien wie Festwertspeicher und Bildplatte. Hier können große Datenbestände ganz unterschiedlicher Herkunft in digitalisierter Form auf kleinstem Raum gespeichert und sehr schnell verarbeitet werden. Zwar ist diese Technik noch nicht ausgereift und die Preise sind sehr hoch, aber diese Probleme haben sich in der Datenverarbeitung noch immer gelöst, siehe Preis-Leistungs-Verhältnis der Speichermedien heute.

Bleibt ein Contra? Wohl nicht: ROMs und RAMs werden sich ergänzen. Es lohnt sich, diese Entwicklung wohlwollend kritisch zu beobachten und die Einsatzmöglichkeiten der ROMs bei neuen Anwendungen zu prüfen. Letztlich werden die Art der Daten, ihre Verwendung und natürlich auch die Kosten über den Einsatz entscheiden.

Günther Flaig

Leiter Systemprogrammierung, Brunata-Wärmemesser, Leinfelden-Echterdingen

Für den Einsatz von optischen Speichermedien ist zu unterscheiden zwischen:

- Einsatz in der konventionellen DV im direkten Austausch für bereits vorhandene magnetische Medien und dem - Einsatz als komplett neues Medium, für das das Anwendungsspektrum noch völlig offensteht.

Bei einem möglichen Einsatz als Ablösung von bestehenden magnetischen Datenträgern wird fast ausschließlich der Preis (im erweiterten Sinn: Investition in neue Software, neue Organisationsformen, Änderung der Klimabedingungen, neue Wartungsformen etc.) die Nachfrage bestimmen. Sollte es längerfristig bei einer nur einmaligen Beschreibbarkeit bleiben, so ist allenfalls bei einer Preisreduzierung stark unter das bestehende Preisniveau von Magnetbändern ein Einsatz als Sicherungsmedium zu erwarten.

Sollte allerdings eine Wiederbeschreibbarkeit möglich sein (den Angaben verschiedener Hersteller zufolge waren Laborversuche bereits erfolgreich), so kann es langfristig mit dem Einsatz auch von Magnetplatten und ähnlichen Medien werden. Dies, zumal Techniken zu erwarten sind, die einen Zugriff ohne mechanische Bewegung zulassen - damit also sehr schnelle Zugriffszeiten.

Wenn optische Speichermedien preisgünstig in einer Form angeboten werden sollten, die für den Anwender transparent ist, also keiner Änderung in bestehender Anwendungssoftware bedürfen, so ist mit einem raschen Austausch zu rechnen, der mit dem Austausch von Kernspeichern gegen die heute üblichen Hauptspeichermedien in den 70er Jahren vergleichbar ist. Als komplett neues Medium sind für die optische Datenspeicherung sehr viele Möglichkeiten vorstellbar. Ob alle vorstellbaren Einsatzmöglichkeiten jemals zum Einsatz gelangen werden, wird sich sehr stark an der preislichen Entwicklung orientieren - ein typisches Beispiel hierfür war der Magnetblasenspeicher.

Technische Aspekte, die heute mit nur wenig Phantasie vorstellbar sind, und darauf fußende Anwendungen seien nachfolgend erwähnt.

- Kopierfähigkeit ohne Belastung der DV allein mit optischen Mitteln. Bei Daten, die keiner oder nur geringer Aktualisierung unterliegen, kann hiermit eine große Auflage erzeugt werden.

- Zugriff ohne mechanische Bewegung mit Hilfe von elektromagnetisch zu beeinflussenden Polarisationsfiltern oder ähnlichem. Wenn große Datenmengen mit kurzen Antwortzeiten im Zugriff sein sollen, so ist heute die mechanische Bewegung im Zugriffsmechanismus die Begrenzung. Hier ist vorstellbar, daß selbst höhere Preise als bei herkömmlichen Medien üblich in Kauf genommen werden.

- Mit den Möglichkeiten der Holographie bereits in den Daten enthaltene Fähigkeiten nutzen, beim Auslesen Selektionsmechanismen hardwaremäßig zu aktivieren. Ein quasiassoziativer Zugriff ist vorstellbar, wenn auch sicher nicht ohne weitere Entwicklung möglich.

- Denkbar sind auch Hybrid-Anwendungen, bei denen eine große Datenbasis auf optischen Speichern zur Verfügung steht und Updates auf konventionellen Datenträgern geführt werden.

Für uns kommt aus der derzeitigen Anwendungssituation ein Einsatz von optischen Speichern nur in Frage, wenn Kompatibilität zu bestehenden Speichermedien gewährleistet ist und somit keine Investitionen in Anwendungssoftware gefährdet sind. Als neue Anwendung, deren Konsequenzen für unsere Firma noch zu überdenken sind, käme eine Versendung von Basisdaten an den Außendienst in regelmäßigen Abständen in Frage.