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19.07.2007 - 

Kolumne

Anwender aller Länder

Gründet einen Verein! Natürlich gibt es User Groups, in denen sich Kunden meist großer Anbieter organisieren. Teilweise lassen sich diese aber von "ihren" Herstellern unterstützen und sind deshalb zumindest in ihren öffentlichen Äußerungen sehr vorsichtig. Ihre Kritik äußern sie zumeist in bilateralen Gesprächen mit dem jeweiligen Anbieter. Die Öffentlichkeit suchen sie wenn überhaupt nur als letztes Mittel. Einzig die deutsche Oracle-User Group macht da eine Ausnahme. Sie liest ihrem Hersteller regelmäßig in Sachen Support und Service die Leviten (siehe Seite1). Allerdings gibt es wenn man einmal vom CIO Circle absieht keinen Zusammenschluss, der die Interessen von IT-Anwenderunternehmen gegenüber Anbietern oder der Politik vertritt. Auch der inzwischen 600 IT-Manager starke Circle versteht sich eher als Forum für Erfahrungs- und Informationsaustausch denn als Pressure Group. Im Interview mit der computerwoche (siehe Seite5) beklagt Bayer-CIO Andreas Resch das Fehlen einer produktunabhängigen Interessensvertretung. "Ich empfinde die Unorganisiertheit der Anwender jenseits der an Herstellern orientierten User Groups als sehr schmerzlich. Das Fachwissen ist da und die Macht, Einfluss auf Standards zu nehmen, eigentlich auch. Da müssten wir mehr tun, vor allem in Deutschland." Die Deutschen könnten sich ein Beispiel an ihren französischen Kollegen nehmen, die in der Cigref eine Interessenvertretung der großen Anwender unterhalten. Da mutet es seltsam an, dass es in Deutschland, dem Land der Vereine eingetragene gibt es fast 600 000 -, keine solche Organisation gibt. Man stelle sich vor: Auf Druck einer Interessenvertretung, die genügend Einkaufsmacht repräsentiert, um ernst genommen zu werden, würden plötzlich Standards einheitlich implementiert. Schnittstellen zwischen den Produkten wären kein Übel mehr, sondern ließen sich problemlos beschicken. Sicher käme ein solcher Verein die Form der Organisation ist dabei Nebensache mit den Anbietern auch ins Gespräch über Support- und Servicequalität, Release- und Lizenzpolitik.

Nicht falsch verstehen: Das hat nichts mit einer Anwendergewerkschaft zu tun, sondern damit, Kräfte zu bündeln, Macht zu organisieren. In Deutschland werden der Interessenvertretung der Anbieter, dem Bitkom, zufolge, Jahr für Jahr für mehr als 140 Milliarden Euro ITK-Produkte geordert. Der Branchenverband bezieht nicht zuletzt aus dieser enormen Summe seinen Einfluss. Warum schaffen Anwender nicht ein Gegengewicht? Schließlich erzielen die Anbieter die Umsätze mit dem Geld der Anwenderunternehmen.

Was meinen Sie? Brauchen Anwender eine Interessenvertretung, die unabhängig von Produkten agiert und die vor allem gegenüber Anbietern als Pressure Group agiert? Diskutieren Sie mit im Blog der computerwoche unter: http://blog.computerwoche.de