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27.11.1992 - 

Forum für Lösungen zur Client-Server-Thematik

Anwender diskutieren über das Thema DV-Neustrukturierung

MÜNCHEN (CW) - Offene Systeme und Downsizing sind Schlagworte, die in aller Munde sind. Die Probleme, die mit der Dezentralisierung von Rechenleistungen und dem wachsenden Einsatz von Arbeitsplatzrechnern in heterogenen Netzen entstehen, wollen die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und die Informationstechnische Gesellschaft (ITG) in den Griff bekommen.

Hierzu gründeten sie die Fachgruppe "Arbeitsplatz-Rechensysteme" (APS). Die Fachgruppe wendet sich gleichermaßen an Anwender, an Entwickler und an Anbieter von Systemen in der Industrie und an Universitäten.

Ausgehend von dem Trend, zentrale DV-Strukturen der Mainframe- und Terminal-Topologien durch vernetzte Clients und Server abzulösen, ergibt sich für die Initiatoren die Notwendigkeit, den hierdurch entstehenden Problemen entgegenzuwirken.

Schwierigkeiten bei der Veränderung der DV-Landschaft sehen die APS-Gründer aus dem Hochschulbereich (Fernuniversität Hagen, Fachbereich Informatik, Ansprechpartner Professor Tavangarian, und Universität Hannover, Institut für Rechnerstrukturen und Betriebssysteme, Ansprechpartner Professor Müller-Schloer) vor allem bei Anwendern von offenen Systemen. Von diesen werde nämlich im Zuge der Verteilung von Rechenleistung auf dezentrale Systeme mehr Selbständigkeit verlangt.

Außerdem gestalten sich nach Meinung der Hochschullehrer Verwaltung und Kontrolle von dezentralen Systemen problematisch. Auch der soziologische Aspekt der Veränderung von Arbeitsplätzen spielte eine Rolle. Zudem monieren die Initiatoren der Anwender-Selbsthilfe, daß die Integration heterogener Hardware in einheitlich erscheinende Systeme noch weitgehend dem Anwender überlassen werde.

Auch erkennen die Professoren zu Recht, daß die Portierbarkeit von Software auf unterschiedliche Plattformen bislang nur ansatzweise möglich sei Standards zudem erst im Entstehen begriffen seien.

Wie Müller-Schloer sich gegenüber der COMPUTERWOCHE ausdrückte, wolle man "versuchen, Dienstleistung anzubieten". Hierzu gehört auch die Stellungnahme zu aktuellen Trends. Als Beispiel nannte er die zunehmende Diskussion über das Microsoft-Betriebssystem Windows NT. "Da so Müller-Schloer, "findet in Moment eine Versicherung beim Anwender statt." Der hab sich eigentlich für Unix entschieden - "und ich rate ihn auch dringend, bei diesem Betriebssystem zu bleiben" - aber die Microsoft-Werbeaktivitäten haben eben doch zu eine gewissen Desorientierung geführt.

Überblick über neue Trends

An diesem Beispiel zeige sich recht eindringlich, in welche Weise das Anwenderforum in Zukunft durch Informationsaustausch Trends am Markt durchsichtiger werden lassen könne.

Für ein anwenderbezogene Diskussionsforum spreche zudem, daß Benutzer sich heutzutage vor die Notwendigkeit gestellt sähen, immer auf den neuesten Stand der Technologie-Entwicklung stehen und Trends erkennen zu müssen um langfristige Entscheidungen für ihre Unternehmen treffen zu können. Schließlich sei auch der in und für dezentrale Umgebungen arbeitende Entwickler gezwungen, immer engen Kontakt zu Anwendern zu pflegen um deren Probleme und Bedürfnisse rechtzeitig zu eruieren und entsprechende Lösungen offerieren zu können.

Integration und Standardisierung

Aus diesem Anforderungskatalog ergeben sich Themenschwerpunkte, denen sich die Fachgruppe APS in Zukunft in Diskussionen und Workshop sowie durch das Versenden von Mitteilungsblättern widmen will: Hierzu gehören die Erörterung von Systemarchitekturen von Problemen, die sich beim Downsizing und bei der Integration von Rechnersystemen in Netzen ergeben, sowie die Diskussion, wie der Betrieb und die Organisation auf neue DV-Strukturen eingestellt werden sollen. Auch die Hard- und Software-Integration und die Standardisierung von Arbeitsplatz-Rechensystemen sollen unter anderem zukünftige Themen des Anwenderforums sein.

Ein Workshop zum Thema "Workstations: Architekturen, Anwendungen und Entwicklungstrends" findet vom 25. bis 27. Mai 1993 in Hagen statt. Die Mitgliedschaft in der Fachgruppe ist kostenlos. Tavangarian ist Sprecher der Fachgruppe APS, Müller-Schloer stellvertretender Sprecher.