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30.11.1979

Anwender erwarten mehr Publimkationsbereitschaft vom Hersteller

Die Planung für 1980 ist in den meisten EDV-Abteilungen bereits abgeschlossen - die Weichen für die 80er Jahre sind gestellt. Erwartungen Hardware-Hersteller oder Software-Häuser wurden zwar formuliert, noch nicht ans "Christkind" adressiert. Clemens Cordes, DV-Chef bei Stahlwille in Wuppertal, hofft auf eine erhöhte Publikationsbereitschaft Hardware-Lieferanten über die geplanten technologischen Entwicklung hinaus: "Dies würde dem Anwender ermöglichen, eine schnellere und bessere Entscheidung zwischen Kauf, Miete oder Leasing zu treffen. "Auch für Ferdinand Heinrichs, EDV-Leiter bei der Jülicher Simex GmbH, wäre es "wünschenswert, wenn der Hersteller nicht nur neue Hardware, sondern auch die nötige Systemliteratur zur Verfügung stellen würde". DV-Chef Hans Kurz (Alfred Kärcher GmbH & Co" Winnenden) erhofft sich eine Entspannung des derzeitigen DV-Arbeitsmarktes: "Zusätzliche Arbeitskräfte sind Voraussetzung zur Realisierung der geplanten Aufgaben." ha

Clemens Cordes, EDV-Leiter, Eduard Wille GmbH & Co (Stahlwille), Wuppertal

Nachdem wir zwischen 1970 und 1972 externe DV mit einer IBM-Anlage betrieben haben, stellten wir auf ein Siemens-System 4004/35 um. Momentan werden im Batch-Betrieb die Verkaufs- und Lagerabwicklung, Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie die Betriebsabrechnung durchgeführt. Mit dem Siemens-Softwareprodukt ISI verwalten wir Stücklisten, Arbeitspläne und Betriebsaufträge. In unserer EDV-Abteilung arbeiten wir mit jeweils zwei Organisatoren, Programmierern und Operatoren. Dies zum heutigen Status-Quo.

Für 1980 haben wir den Kauf des Siemens-Systems 7.022 mit mehreren Bildschirmen geplant. In der Dialogverarbeitung sollen damit künftig Einkaufs- und Verkaufsabwicklung, Buchhaltung und die Betriebsdaten abgewickelt beziehungsweise erfaßt werden.

Ein personeller Ausbau der DV-Abteilung ist für das nächste Jahr nicht vorgesehen. Allerdings wollen wir zusätzliche Programmierkapazität einkaufen. Unsere Erwartungen an den Hersteller beziehen sich auf eine erhöhte Publikationsbereitschaft über die geplante technologischen Entwicklungen hinaus. Diese würde dem Anwender ermöglichen, eine schnellere und bessere Entscheidung zwischen Kauf, Miete oder Leasing der Hardware zu finden.

Hinsichtlich unserer Softwareerwartungen hoffen wir auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Verfassern von informationsschriften (respektive Bedienungsanleitungen) und den Systemprogrammierern der Software-Anbieter. Hierdurch könnte künftig vermieden werden, daß - aufgrund nicht aktualisierter Informationsbroschüren des Herstellers - der Anwender gezwungen ist, Systemberater des Herstellers bei Problemen hinzuzuziehen.

Robert Hallstein, DV-Leiter, Maschinenfabrik Hemmer GmbH & Co, Aachen

Für die EDV-Abteilung der Firma Hemmer stehen im Jahre 1980 entscheidende Ergebnisse bevor: Drei Jahre nach der Einführung der DV im Unternehmen schickt sie sich an, ihre Tätigkeit auf den gesamten Unternehmensablauf auszudehnen.

Letzte, noch offenstehende Aufgaben, wie etwa die Integration von Kostenrechnung und Auftragsverwaltung sowie einige Randgebiete der Fertigungssteuerung, sollen bis zum Frühjahr DV-technisch gelöst und eingeführt sein.

Eine bedeutende Änderung in der Fertigungsplanung, die komplett über EDV durchgeführt wird, wird die Freigabe des letzten Teilbereichs einer auftragsbezogenen Materialdisposition sein. An der Realisierung dieses EDV-Wunschtraumes der Einzel- und Kleinserienfertiger arbeiten wir bei Hemmer seit knapp einem Jahr.

Nach rund sechs Monaten Einsatz in der Praxis scheint das neue umfangreiche Paket ausgetestet und fehlerfrei. Für die Arbeitsvorbereitung und Fertigungssteuerung

bietet es umfangreiche Abfrage- und Informationsmöglichkeiten, die auf noch besseren Ablauf in der Fertigung der komplizierten Textilausrüstungsmaschinen hoffen lassen.

An Hardware-Erweiterungen sind bei Hemmer im Jahre 1980 keine entscheidenden Veränderungen zu erwarten. Wir werden uns auf die Installation weiterer Bildschirme und einer eventuell damit notwendigen Kernspeichererweiterung (momentan 200 KB) beschränken. So ist insbesondere an die Installation von Bildschirmen im Magazin und den einzelnen Meisterbereichen gedacht.

Eine größere Belastung für die EDV-Abteilung wird mit Sicherheit die Anpassung der Programme und Verarbeitungsabläufe an die von Nixdorf Anfang des Jahres angebotenen Hilfen zum Datenschutz mitbringen, die mit einem neuen Betriebssystemstand möglich werden.

Mit großem Interesse warten wir auf die Vorstellung eines neuen Computer-Systems der Firma Nixdorf, das, so die unbestätigten Gerüchte, auf der kommenden Hannover-Messe der Öffentlichkeit präsentiert wird. Für die Benutzer des derzeitigen Systems 8870/8 dürften sich die Fragen stellen: Löst diese neue Anlage die 8870/8 ab? Ist sie zur 8870/8 kompatibel? Wie groß ist der Aufwand, auf das neue System umzusteigen, oder wie gedenkt Paderborn den, Kunden zu helfen, die sich der oberen Leistungsfähigkeit der 8870/8 nähern? Dies dürfte bei uns wahrscheinlich im Frühjahr 1981 eintreten.

Schließlich gilt es zwei weitere Aufgaben zu lösen: Zum einen muß ein Weg gefunden werden, der sicherstellt daß der Arbeitsablauf im Gesamtunternehmen bei einem längeren Hardwareausfall nicht gefährdet wird. Die Gefahr eines solchen Stillstandes zeigt sich um so deutlicher, je mehr die EDV den einzelnen Abteilungen ihre bis "gestern gehüteten Informationen" aus der Schublade zieht. Ein Ausfall der EDV über einen längeren Zeitraum als zwei Tage wurde den Arbeitsablauf des gesamten Unternehmens gefährden.

Andererseits hat die Geschäftsleitung in den vergangenen Jahren enorme Mittel für die Anpassung der Standardsoftware an die Anforderungen eines Einzel- und Kleinserienfertigers investiert.

Diese Investition ließ sich unter anderen nur damit vertreten, daß das für uns entwickelte Paket auch anderen Interessenten angeboten werden soll. Aus diesem Grunde wurde von vornherein Wert darauf gelegt, bei der Entwicklung des Programmpaketes FORMAS (FORMAS = FertigungsORganisations MAschinenbau) den Anforderungen eines Standardpaketes gerecht zu werden. Dieses Programm soll nun im kommenden Jahr verstärkt bekannt gemacht und vertrieben werden.

Ferdinand Heinrichs, EDV-Leiter, Simex GmbH, Jülich

Wir arbeiten momentan mit einer Nixdorf 8870/8, der zwei Plattenstationen mit einer Kapazität von je 30 MB angeschlossen sind. Die Umstellung auf dieses System erfolgte im September dieses Jahres.

Bei rund 40 000 Einzelaufträgen in Zusammenarbeit mit 120 Handelsvertretern und 40 Auslieferungsspeditionen ergibt sich in unserem Unternehmen ein hoher Fakturierungs-, Buchungs- und Verwaltungsaufwand, der über unsere Nixdorf-Anlage verarbeitet werden muß. Die Störanfälligkeit des Systems ist gering und auch über den technischen Kundendienst können wir nicht klagen. Wünschenswert für 1980 wäre es jedoch, daß der

Hersteller bestrebt ist, nicht nur neue Hardware sondern auch die nötige Systemliteratur zur Verfügung zu stellen. Dies gilt analog auch für Compiler.

Für das nächste Jahrplanen wir die Umstellung auf die "Europäische Artikelnummer" (EAN). Die Durchführung ist mit einem neuen Rechnungsformular verbunden, das die Daten in neuer Konfiguration ausweist. Durch sinnvolle Gestaltung der Stammdaten werden sich künftig Folgeänderungen in vertretbaren Grenzen halten.

Weiterhin haben wir die Umstellung aller Bildschirmerfassungsprogramme von 960 auf 1920 Zeichen sowie eine Weiterentwicklung der Statistikprogramme für 1980 ins Auge gefaßt. Ein zusätzliches Ziel für das nächste Jahr sehen wir in einer größtmöglichen Standardisierung unserer eigenen Programmpakete. Wir hoffen, daß dadurch künftig weniger Programmänderungen notwendig sind und uns mehr Zeit für Neuentwicklungen bleibt.

Hans Kurz, EDV-Leiter, Alfred Kärcher, GmbH & Co., Winnenden

Bedingt durch das in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstum unseres Hauses waren wir gezwungen, in relativ kurzer Zeit unsere Anwendungen dieser neuen Situation anzupassen. Dies bedeutete eine schnelle Ablösung und Reorganisation der Abwicklungen zugunsten Celineorientierter Systeme, insbesondere in den Gebieten Debitorenbuchhaltung, Kundenauftragsverwaltung, Lagerbestands und Disposition.

Dialogsysteme sollen bei uns im kommenden Jahr noch weiter ausgebaut werden. Daher planen wir die Installation des von der IBM angebotenen Programmpakets "Online-Einkauf" mit Wareneingang und Rechnungsprüfung. Außerdem wollen wir das im Bereich Materialwirtschaft eingesetzte Pics durch Copics ablösen. Voraussetzung jedoch ist, daß die IBM Cormes in Copics integriert hat.

Die heute noch im Stapelbetrieb laufende Kreditoren- und Sachkontenbuchhaltung wird im Frühjahr 1980 durch ein Dialogsystem ausgetauscht. Dies macht auch eine Änderung der Kostenrechnung einschließlich BAB erforderlich.

Im Januar 1980 wird das bei uns eingesetzte Betriebssystem DOS/VS durch DOS/VSE ersetzt, wir rechnen mit einem einfacheren Operating und einer leichten Verbesserung der Performance. Dazu erwarten wir von IBM auch, daß ein, eventuelles neues Release tatsächlich einfacher und schneller als bisher eingespielt werden kann.

Die bei uns im Hause eingesetzte Anlage IBM 370/138 wird durch ein Duplex-System IBM 4341 abgelöst. Die geplanten Online-Anwendungen und auch das Preis-/ Leistungsvehältnis machen diese Umstellung erforderlich.

Weiterhinerhoffen wir durch das Duplex-System unsere Ausfallzeiten auf ein Minimum zu reduzieren, einen besseren Testbetrieb einrichten zu können, um kürzere Antwortzeiten zu erreichen. Für das nächste Jahr erwarten wir eine starke Ausweitung der Anzahl der Bildschirmarbeitsplätze. Wir wünschen uns, daß die oft ablehnende Haltung in der Fachabteilungen zu diesen Arbeitsplätzen weiter abgebaut werden kann. Dazu ist notwendig, daß generelle Richtlinien über das Arbeiten oder die Arbeitszeit am Bildschirm erstellt werden. Diese sollten unter anderem ergonomische Gesichtspunkte des Arbeitsplatzes beinhalten.

Die Hoffnung, daß sich die Lage auf dem EDV-Arbeitsmarkt etwas beruhigt, wollen wir nicht aufgeben, denn zusätzliche qualifizierte Arbeitskräfte sind die Voraussetzung der Realisierung unserer geplanten Aufgaben.

Bernd Zimmermann, EDV-Leiter, Busak & Luyken GmbH & Co., Stuttgart-Vaihingen

Momentan arbeiten wir noch mit einer IBM 3-15d, der insgesamt 15 Bildschirme angeschlossen sind. Da wir ein Großhandelsuntemehmen sind, müssen wir verstärkt bildschirmorientiert arbeiten. Für das nächste Jahr hatten wir ursprünglich das System /38 eingeplant. Durch die Lieferverschiebung des Marktführers wird der Datenbankcomputer voraussichtlich erst 1981 verfügbar sein. Als Folge der Verzögerung werden wir Anfang 1980 unsere Plattenkapazität erhöhen. Da wir unsere derzeitigen Programme nicht auf die /38 übernehmen wollen, wollen wir uns im nächsten Jahr vorwiegend mit der Organisation und Programmierung des neuen System beschäftigen. Unsere 3-15d haben wir nicht in

die Planung einbezogen.

Die Manpower in unserer Abteilung Wird vorerst trotz und Verstärkten Arbeitslaufwandes in der jetzigen Kapazität bestehenbleiben.