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27.04.1990 - 

Grafische Benutzeroberflächen

Anwender favorisieren OSF/Motif vor Open Look

FRAMINGHAM (IDG) - Die grafische Benutzer-Schnittstelle Open Look von AT&T und Sun Microsystems befindet sich auf dem absteigenden Ast. Einem Bericht der CW-Schwesterpublikation Computerworld zufolge dürfte sich das Konkurrenzprodukt "Motif" von der Open Software Foundation (OSF) als De-facto-Standard durchsetzen.

Nach Angaben der OSF/Motif-Managerin Kathryn Birkbeck haben bis dato etwa 120 DV-Unternehmen Produkte für die OSF-Oberfläche angekündigt. Von diesen Angeboten befinden sich allerdings noch einige in der Entwicklungsphase. Weitere 600 Unternehmen haben sich Lizenzen des Motif-Sourcecodes besorgt. Dagegen berichtet AT&Ts Unix Software Operation (USO) von nur 23 Hardware- und Systemsoftware-Anbietern, die beim Vertrieb ihrer Produkte die Oberfläche Open Look mitliefern wollen.

Beide Benutzer-Schnittstellen basieren auf einem X-Windows-System und sind für den Einsatz unter Unix-Systemen geeignet, die den vom X/Open-Konsortium festgelegten Spezifikationen genügen. Nach Einschätzung vieler Analysten wird die Motif-Schnittstelle vom Anwender eher akzeptiert, weil diese Oberfläche Ähnlichkeiten mit IBMs grafischem OS/2-Benutzer-Interface, dem Presentation Manager, aufweist.

Trotz negativer Prognosen rechnen die Hersteller von Open Look weiter mit dem Erfolg ihres Produktes: "Wir befinden uns derzeit noch in einer Vorbereitungsphase", erläutert Dick Gorman, Direktor für das Softwareprodukt-Marketing bei Sun Microsystems. Marktbeobachter nehmen an, daß sich Sun beeilen wird, Open Look äußerlich stärker der Motif-Oberfläche anzupassen.

Kritische Branchenkenner wie George Schussel, Präsident der Digital Consulting in Andover/Massachusetts, prophezeien sogar eine totale Niederlage der Benutzer-Schnittstelle: "Zwei oder drei Jahre noch, und Open Look hat das Rennen verloren."

Entsprechende Vorahnungen lassen sich auch aus dem Verhalten des engsten Open-Look-Kreises schließen: Bereits im vergangenen Jahr hat sich die Unix International Inc. gegen eine weitere Unterstützung von Open Look entschieden. Hersteller AT&T wird die nächste Version von Unix System V definitiv nicht im Bundling mit der hauseigenen Benutzer-Schnittstelle ausliefern.