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16.01.1987 - 

Marktforscher befragen europäische Großkunden der IBM:

Anwender gehen Disoss schlechte Noten

LONDON (CW) - Eine Untersuchung des englischen Marktforschungsunternehmens Xephon bei mehr als 60 Großanwendern in Europa fiel für die IBM wenig schmeichelhaft aus: Ihr "Distributed Office Support System" (Disoss) ist demnach schwerfällig, teuer und bringt nur bescheidene Leistungen.

Gleichwohl, so ein weiteres Ergebnis der Studie, ist Disoss aus der Sicht der befragten User unverzichtbar, wenn es darum geht, in einer reinen IBM-Umgebung die interne Kommunikation zu verbessern; sie nehmen daher die Unzulänglichkeiten des Produkts in Kauf. Big Blue habe so die für seine Mainframes konzipierte Software mit einigem Erfolg als Grundlage für die Office-Automation-Strategie der Unternehmen verkaufen können.

Disoss ist laut Xephon vor allem deswegen so komplex und so umfangreich, weil es auf einer Reihe von - nicht miteinander verträglichen - IBM-Rechnern lauffähig sein müsse. Offenbar sei sogar geplant, mit der Software die gesamte Produktpalette vom PC über die /36 und /38 bis hin zur 9370-Familie abzudecken.

Kein Anwender, dessen Ziel ein durchgängiges Büro-System mit benutzerfreundlichem Interface, guter Leistung, Zuverlässigkeit etc. sei, beginne mit der Verknüpfung von mehr als sieben Gerätetypen (Drucker nicht eingeschlossen), die noch dazu über völlig unterschiedliche Architekturen, Datenformate und Kommunikationsprotokolle verfügten. Es sei daher kaum verwunderlich, daß Disoss schwerfällig sei, viel Speicherplatz und viel Support benötige. "Planen Sie den fünffachen Support ein, den IBM selbst empfiehlt", zitiert Xephon einen Anwender, "und verdoppeln Sie den angegebenen Implementierungsaufwand."

Auf die Frage nach dem erwarteten Nutzen von Disoss wurden seitens der Unternehmen folgende Aspekte hervorgehoben: Mit mehr als 60 Prozent steht die Verbesserung der internen Kommunikation mit weitem Abstand an erster Stelle. Dahinter folgen mit abnehmender Wichtigkeit die Archivierung von Dokumenten, Electronic Mail, Document Retrieval, eine Erweiterung des bereits vorhandenen Office-Automation-Equipments von IBM, Unterstützung in der Sachbearbeiter-Ebene, eine Verringerung der Sprachkommunikation sowie schließlich der Ersatz von Microfiche- und Fax-Systemen.

Trotz aller Einschränkungen gaben 56 Prozent der befragten Manager an, der erhoffte Nutzen sei eingetreten, weitere 20 Prozent waren zum Teil zufrieden. Demgegenüber erklärten 14 Prozent, ihre Erwartungen seien nicht erfüllt worden.

Insgesamt rechnet Xephon-Experte Geoffrey Norman, der auch die Untersuchungsergebnisse zusammengefaßt hat, daß Disoss zwar weiterhin das IBM-Produkt für Bürokommunikation auf Großrechnern bleibe, sich jedoch durch neuere Software-Entwicklungen die Funktionalität in Richtung Archiv-Managementsystem verändere - zugunsten von Big Blues "Professional Office System (Profs)".