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27.05.1994

Anwender in Sachen ATM nach wie vor zurueckhaltend High-speed-Networking wird durch TK-Tarife ausgebremst

BERLIN (ms) - Wer heute grosse Datenpakete, bewegte Bilder und Grafiken schnell transportieren will, kommt in der Regel mit 64 Kbit/s nicht mehr aus. High-speed-Networking heisst das Schlagwort, das in diesem Zusammenhang in aller Munde ist - kombiniert mit Begriffen wie Frame Relay, ATM und DQDB. Fuer mehr Transparenz in diesem Begriffswirrwarr zu sorgen, war erklaertes Ziel der "2. High Speed Networking Conference", die Ende April in Berlin stattfand.Eingeladen in das Berliner Congress Center hatten die im schwaebischen Gaeufelden ansaessige Tele-Consulting GmbH beziehungsweise der Count e.V., Benutzerforum fuer Netzwerktechnologie und Kommunikation. Mit seinem Appell nach "mehr Mut fuer neue Methoden" forderte Dieter Steinle, Vorsitzender des Count e.V., die rund 70 Kongressteilnehmer auf, kritischer als bisher "hinter die Kulissen" moderner Netztechiken zu blicken. Telekom-Tarife bedeuten ein Investitionsrisiko Dies gelte, so Steinle, vor allem beim Thema ATM. Obwohl der neue Hoffnungstraeger in puncto Multimedia-Uebertragungstechnik schon seit laengerem die Gemueter erhitzt und der Markt mit einer Vielzahl von Produkten geradezu ueberschwemmt wird, scheint sich, wie die Berliner Konferenz deutlich machte, die Begeisterung der Anwender bis dato in Grenzen zu halten. Fehlende Standards, zu hohe Preise sowie Tarifwucher der Telekom fuehren jedenfalls dazu, dass viele Entscheidungstraeger in den Unternehmen eine Investition in ATM- Technik als zu grosses Risiko ansehen.Oekonomische Loesungen mit ATM sind moeglich Bedenken dieser Art seien zwar verstaendlich, aber nicht mehr angebracht, meinte indes Olaf Walter von der Frankfurter Pan Dacom GmbH. Gerade im Bereich ATM habe sich, so der Netzwerkspezialist, in letzter Zeit viel getan, vor allem auch bei der Standardisierung durch Organisationen und Gremien wie der CCITT oder dem ATM-Forum. Das "flexible Netz mit unterschiedlicher Bandbreite" erlaube nicht nur die Uebertragung der Daten in kuerzester Zeit. Schon heute koennten die Anwender im LAN- und WAN- Bereich "oekonomische ATM-Loesungen" realisieren, die eine "echte Alternative zu FDDI" bilden. Der Vorteil gegenueber klassischen LANs sei dabei, wie Ulrich Killat von der Technischen Universitaet Hamburg-Harburg betonte, die "garantiert von der Netzbelastung unabhaengige Bandbreite". Vor allem fuer spezielle Anwendungen wie das Uebertragen von Bildern in der Medizin oder im Druck- und Verlagswesen benoetigten die Anwender kuenftig eine Netzinfrastruktur beziehungsweise Techniken, die sich flexibel "auf einen Mix von Verbindungen" einstellen lassen. Das Uebertragungsverfahren der Zukunft sowohl fuer WANs als auch Inhouse-LANs hat allerdings seinen Preis: Fuer eine Bandbreite (Nettobitrate) von 1,7 Mbit/s muessen pro Stunde im Ortstarif 46,80 Mark berappt werden; Weitverkehrszonen wie etwa der Grossraum Leipzig kosten stuendlich 469,80 Mark. Bei Bandbreiten von 31,1 Mbit/s muessen die Anwender 349,80 Mark (Ortstarif) beziehungsweise 3499,80 Mark (Weitverkehrzone) an die Telekom entrichten - Summen, die sich ein Mittelstaendler kaum leisten koenne, wie die meisten Konferenzteilnehmer die Gebuehrenpolitik der Telekom kritisierten.DQDB als Alternative zu LANs und WANs Wem die Zukunftsmusik ATM momentan noch zu schrill in den Ohren klingt, der sollte sich vielleicht lieber auf bewaehrte und bezahlbare Wege begeben, lautete beispielsweise die Empfehlung von Roland Hohl, Marketing-Leiter der Alcatel SEL AG, Stuttgart. Die heute zur Verfuegung stehenden Metropolitan Area Networks auf DQDB-Basis - zwei gleichberechtigte Datenring-Busse mit einer Uebertragungsgeschwindigkeit von 34 oder 140 Mbit/s - haetten jedenfalls, so der Alcatel-Manager, sowohl im LAN- als auch im WAN-Bereich ihre Funktionalitaet hinlaenglich unter Beweis gestellt.