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30.07.1993 - 

KOLUMNE

Anwender: kein Pardon geben

Die Untersuchung der Geschaeftspraktiken des PC-Software-Highflyers Microsoft durch die amerikanische Kartellbehoerde FTC (Federal Trade Commission) geraet immer mehr zur Farce (Seite 1). Verlierer werden am Ende wohl doch Bill Gates und seine Manager sein. Zwar profitiert Microsoft noch davon, dass ein Patt im FTC-Quartett besteht und folglich im Moment gar nichts passiert, aber der Druck auf die Clinton-Administration waechst, so oder so zu entscheiden - vom Ergebnis her egal, wie nicht nur Gates-Kritiker meinen. Selbst wenn es zu einem Unbedenklichkeitsurteil kaeme (Microsoft kein Monopolist!), bliebe ein bitterer Nachgeschmack zurueck. Leumunds- Lorbeeren sind jedenfalls fuer Gates & Co. nicht zu holen. Es verwundert denn auch, dass sich die Microsoft-Oberen in Siegerpose praesentieren: Seht her, wir haben nichts zu verbergen!

Gates weiss natuerlich, dass in der Sache nichts geklaert ist. Ihre Jubelarien moegen sich die Microsoft-Manager fuer die Aktionaersversammlung aufsparen. Nachpruefbar ist die Bilanz - und die sieht in der Tat sehr gut aus. Nicht nachvollziehbar sind vorerst die Erkenntnisse der FTC-Mitglieder, die sie zu jeweils anderen Schlussfolgerungen in bezug auf die Rolle Microsofts kommen lassen. Dass sich in diesem und durch dieses Gremium nichts bewegt, von dieser aus Anwendersicht traurigen Tatsache immerhin - aber nur davon - konnte Microsoft ausgehen. Da faellt es leicht, anderen eine Nase zu drehen. Wer den Schaden hat, braucht fuer den Spott nicht zu sorgen - auf Lotus, Borland und Novell, die auf ein Verfahren gegen Microsoft gedraengt hatten, trifft diese bitterboese Spruchweisheit zu.

Nicht auf die Anwender. Dazu ein Beispiel: Auf der Konferenz "PC- Trends 94" der MZ Projekte Beratungsgesellschaft im bayerischen Gut Ising wurde die Frage "Wer hat die Macht im PC-Geschaeft?" diskutiert. Der Beitrag von Dietrich Lueben, Leiter Buerokommunikation beim ADAC und Praesident der deutschen Microcomputer Managers Association, liess einiges von der Wut ahnen, die sich bei den Anwendern aufgestaut hat: "Wir wollen jetzt endlich den Return on Investment, der uns von den Anbietern seit zehn Jahren versprochen worden ist."

Lueben weiss, wovon er spricht: "Wovor wir Anwender Angst haben, das sind die raeuberischen Erpressungen der Vergangenheit. Ich darf nur an das Image der IBM in den 80er Jahren denken. Das raecht sich heute fuer Big Blue." Die Anspielung galt Microsoft - ob sie von Bill Gates und seiner Mannschaft auch verstanden wird? Dazu noch einmal der ADAC-Vertreter: "Die IBM hat frueher die externen OS/2- Entwickler gnadenlos haengenlassen. Schauen wir mal, ob Microsoft nicht den gleichen Fehler begehen wird." Die Prognose faellt leicht:

G e g e n die Anwender kann Gates nicht gewinnen.