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15.09.1995

Anwender klagen ueber Nichteinhaltung der TK-Bestimmungen Nur Mehrwertdienste sichern Carriern kuenftig das Ueberleben

15.09.1995

PARIS (hi) - Dass den Carriern auf dem Weg in die Informationsgesellschaft eine enorme, wenn nicht gar entscheidende Bedeutung zukommt, darueber waren sich die Teilnehmer des European IT Forums weitestgehend einig. Unterschiedliche Ansichten gibt es allerdings darueber, welchen Stellenwert die Carrier dann spaeter in der Information Society haben werden und ob die Telecoms mit ihrer Tarifierung womoeglich den Fortschritt bremsen.

Entgegen dem sonstigen Multimedia-Hype sieht beispielsweise Alan Cane, Telecom-Korrespondent der Financial Times, Videokonferenzen und den Aufbau von Virtual Private Networks als wesentliche Antriebsfedern der Entwicklung. Wie zahlreiche andere Anwender sehnt Cane den 1. Januar 1988 herbei, damit es im Zuge der Deregulierung in Europa endlich freien Wettbewerb gebe und Universal Services fuer jeden zu bezahlen sind. So seien heute die Dienste in Europa im Durchschnitt zehnmal teurer als in den USA.

Zudem, so der Korrespondent weiter, wuerden die Carrier teilweise mit extremen Tricks arbeiten, um die restliche Zeit ihrer Monopole noch auszunutzen. Doch auch nach dem magischen Datum duerften die alten Monopolisten, die schon heute zahlreiche Allianzen schmieden, als Global Super Carrier noch ein gewichtiges Wort mitreden.

Konkurrenz droht den Carriern kuenftig wohl auch von einer ganz anderen Seite: In Grossbritannien investieren beispielsweise die Betreiber der TV-Kabelnetze in Glaserfaserinfrastruktur, um so kuenftig einen alternativen Highway zu den PTTs anbieten zu koennen.

Allerdings ist, so Gigi Wang, Senior Vice-President bei IDC, in Zukunft nicht die Bandbreite, sondern der angebotene Mehrwert in Form von Inhalten fuer die Wettbewerbsfaehigkeit eines Carriers entscheidend. Wang erwartet deshalb eine Aenderung des alten Infrastrukturmodells der Informationsverarbeitung, in der spezielle Informationen fuer spezifische Distributionskanaele mit festgelegten Endgeraeten generiert wurden. Glaubt man ihren Ausfuehrungen, dann werden diese Unterschiede mit dem Modell des Shared Highways verschwinden.

Fuer die Carrier ist es dabei Wang zufolge unabdingbar, dass sie kuenftig nicht nur Uebertragungskapazitaet verkaufen, sondern auch Mehrwert in Form von Inhalten erarbeiten, wenn die PTT ihre wichtige Rolle beibehalten wollen. Beispiele fuer solche Mehrwertdienste sind fuer sie die AT&T Notes Services oder EDI. Ebenso muessten sich die Carrier, wenn sie auch kuenftig erfolgreich wirtschaften wollten, staerker auf die Belange des Consumer-Markts konzentrieren. In diesem Bereich koennten die Telecoms beispielsweise eine Partnerschaft mit der Industrie eingehen und dieser beim Verkauf ihrer Produkte an die Consumer unter die Arme greifen.

Diese Ansicht teilt Girolamo Di Genova, Executive Vice-President Business Divison bei der Telecom Italia. In der neuen Welt der Informationsgesellschaft, so Di Genova, "werden Wettbewerb und Zusammenarbeit Hand in Hand gehen".

Zumindest derzeit, wie sich Michael Potter, Praesident von Esprit Telecom, beschwert, koenne davon in Europa keine Rede sein. Zwar seien die technischen Moeglichkeiten wie E1-Verbindungen vorhanden, doch koenne sich kaum ein Unternehmen diese Dienste leisten. Schuld an dieser Misere sind fuer den Telecom-Boss die Carrier. Deshalb koenne in Europa von einem Information-Superhighway noch nicht gesprochen werden.

Den klassischen Telecoms wirft Potter vor allem vor, fuer ihre Leased Lines Preise zu verlangen, die durch die entstandenen Betriebskosten in keinster Weise gerechtfertigt seien. Zudem habe er den Eindruck, die Carrier wollten in den verbleibenden Jahren des Monopols noch soviel wie moeglich abkassieren. Verwundert zeigt sich der Esprit-Manager darueber, dass die Mitgliedsstaaten der EU die Einhaltung der bereits bestehenden Gesetze in Sachen Telekommunikation nicht erzwingen. Denn, so Potter weiter, die kriminelle Konspiration der Monopolisten fuege der Wirtschaft schwere Schaeden zu und verringere Europas internationale Wettbewerbsfaehigkeit.