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14.11.1997 - 

Interview

"Anwender können Java mit der bestehenden DV nutzen"

CW: Es sieht so aus, als würde Java vor allem bei Mobiltelefonen, Set-top-Boxen oder Smartcards Verbreitung finden. Hingegen konnten Sie am Desktop Bill Gates wohl noch keine Kunden wegnehmen. Wann wird sich das ändern?

Baratz: Dieser Einschätzung möchte ich widersprechen, es verhält sich nämlich gerade umgekehrt. Java hat sich sehr erfolgreich in der Unternehmens-DV durchgesetzt, bei Client- und Server-Programmen. Es beginnt erst jetzt, den Markt für Kleingeräte zu erobern. Andererseits existiert Java schon heute auf über 70 Millionen PCs und Desktop-Rechnern, es gibt bereits Tausende von Anwendungen. Über die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten entwickeln mittlerweile in Java. Dazu gehören beispielsweise Firmen wie AT&T, Bell Atlantic, CSX Corp. oder Federal Express.

CW: Im Markt für Kleingeräte tritt Microsoft mit Windows CE gegen Java an. Wie stark schätzen Sie diese Konkurrenz ein?

Baratz: Derzeit ist Windows CE einfach zu groß, um in Geräten mit wenig Speicher ablaufen zu können. Außerdem verfügt es nicht über alle notwendigen Funktionen, besonders fehlt die Java-Unterstützung. Und die wird beispielsweise bei Web-TV unabkömmlich sein. Wahrscheinlich wird Windows CE überhaupt nie Java ausführen können, weil Microsoft nur eine Lizenz für das komplette Java, nicht aber für Personal Java besitzt. In Geräte wie Set-top-Boxen paßt nur diese Variante.

CW: Und Sie wollen Microsoft keine Lizenz geben?

Baratz: Für den richtigen Preis werden sie vielleicht eine bekommen. Ein solcher wäre beispielsweise die Einhaltung des bereits vorhandenen Java-Vertrags. Wir werden kaum einen neuen Vertrag abschließen, solange sie den alten nicht einhalten.

CW: Java erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei der Öffnung von Legacy-Anwendungen in Richtung Internet und Intranets. Die Bedeutung dieses Anwendungszwecks unterstreichen auch die zahlreichen Java-Tools für den Zugriff auf 3270- und 5250-Applikationen. Deutet dies darauf hin, daß NCs als idealtypische Java-Computer weniger PCs als vielmehr Terminals ersetzen sollen?

Baratz: Wir erwarten von unseren Anwendern gar nicht, daß sie ihre vorhandene DV ersetzen. Sie können Java-Anwendungen auf ihren bestehenden Systemen nutzen. Ich gehe davon aus, daß NCs in vielen Bereichen Verwendung finden, ohne daß PCs oder Workstations verschwinden werden. Allerdings werden immer weniger Entwickler ihre Programme für bestimmte Betriebssysteme schreiben, sondern die Java-API nutzen. Java fungiert nämlich als einheitliche Softwareschicht, auf der alle Anwendungen unabhängig von der darunterliegenden Plattform ablaufen können.