Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.12.2001 - 

Wenig Spielraum für Experimente

Anwender konzentrieren sich auf interne IT-Systeme

LONDON (rg) - Vorsichtig optimistisch äußerten sich die Analysten von AMR Research auf ihrem diesjährigen Kongress in London: Im zweiten Halbjahr 2002 soll sich die IT-Branche langsam erholen. Bei der Auswahl ihrer Projekte legen Anwender jedoch andere Schwerpunkte als während der Blütezeiten.

Wie derzeit fast alle Veranstaltungen dieser Art war die zweite AMR Research European Executive Conference in London von der Frage geprägt, wann die IT-Branche wieder besseren Zeiten entgegenblicken kann. Anthony Friscia, President und CEO von AMR, machte in seiner Eröffnungsrede klar, dass die für das kommende Jahr prognostizierten IT-Budgets keine großen Würfe erlauben. In Europa lägen die IT-Ausgaben der Unternehmen durchschnittlich bei drei Prozent ihres Umsatzes.

In vielen Unternehmen spiele nun der CFO (Chief Financial Officer) die Rolle eines Sheriffs. Dies habe zur Folge, dass häufig nur noch überschaubare Projekte genehmigt würden, die einen schnellen Return-on-Investment versprächen.

Bei einer soeben abgeschlossenen Befragung von 100 Anwenderunternehmen erhielten die Marktforscher ein widersprüchliches Bild: Während knapp 40 Prozent angaben, ihre IT-Ausgaben im kommenden Jahr zu erhöhen, und rund 20 Prozent mit einem gleichbleibenden Budget rechnen, gehen nur etwas mehr als 20 Prozent davon aus, Kürzungen vornehmen zu müssen. Auf die Frage, wie sich der wirtschaftliche Abschwung und die Terroranschläge vom September ausgewirkt hätten, antworteten zirka 76 Prozent der Unternehmen, sie hätten ihre Pläne nicht geändert. Lediglich neun Prozent haben demnach Projekte gestrichen, weitere elf Prozent verschieben einen Teil ihrer Vorhaben.

Außerdem legte Friscia Zahlen vor, wonach das auch von AMR-Analysten vor einem Jahr bereits totgesagte Enterprise Resource Planning (ERP) einen zweiten Frühling erlebt. Während die ERP-Umsätze im laufenden Jahr mit einem Plus von einem Prozent nahezu stagnieren, rechnen die Marktforscher 2002 mit einem Anstieg von sechs Prozent. Für die Mehrzahl der Anwender stelle ein integriertes ERP-Backbone die Basis für E-Business-Anwendungen aller Art dar. Diesem Trend steht eine zunehmende Zurückhaltung der Unternehmen bei den nach außen gerichteten E-Business-Aktivitäten gegenüber. Die Wachstumsraten liegen zwar weit über denen im Bereich ERP, bewegen sich jedoch im laufenden Jahr deutlich unter denen des Vorjahres. Der Markt für Supply-Chain-Planning-Anwendungen sei 2000 um 28 Prozent gewachsen, 2001 waren es nur noch 13 Prozent. Beim Customer-Relationship-Management hat sich der Zuwachs im gleichen Zeitraum von 33 auf 15 Prozent abgeschwächt, E-Procurement-Applikationen fielen von einem 47-prozentigen Plus auf 29 Prozent. Insgesamt hätten Business-Applikationen 2001 um neun Prozent zugelegt, im Vorjahr waren es noch 29 Prozent.

Abb: Folgen der Krise

Von 100 im November befragten Unternehmen gaben 20 Prozent an, einen Teil ihrer Projekte zu streichen oder zumindest zu verschieben. Quelle: AMR Research