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Funktionsfülle zwingt zu gründlicher Vorbereitung

Anwender sollen für Windows 2000 planen

16.12.1998
NIZZA (ws) - Mit der Windows 2000 Deployment Conference verfolgte Microsoft das Ziel, Anwender schon heute auf den Einsatz des NT-Nachfolgers vorzubereiten. Die etwa 2000 Teilnehmer erhielten dabei einen Eindruck von der enormen Komplexität des Systems, mit dem die Gates-Company die Unterhaltskosten von PCs senken will.

Während sich die Parteien im amerikanischen Monopolverfahren darüber streiten, ob die Integration des "Internet Explorer" in das Betriebssystem rechtens war, setzt Microsoft beim Einbau zusätzlicher Dienste in Windows 2000 neue Maßstäbe. Dort findet sich nicht nur der umstrittene Web-Browser als Standardoberfläche wieder: Der NT-Nachfolger ist kein Betriebssystem im gewohnten Sinne mehr, sondern enthält unter anderem eine Umgebung für das System-Management, den "Internet Information Server" (IIS), den Verzeichnisdienst "Active Directory" sowie ein fest verdrahtetes Komponentenmodell inklusive Transaktionskontext und Message Queueing. Dazu kommen die zuvor separat vermarkteten Terminal-Services, Replikationsmechanismen für Benutzerdaten, Netzwerkfunktionen inklusive Routing auch für Einwählverbindungen, Verschlüsselungsmechanismen und Key- sowie hierarchisches Speicher-Management (HSM). Dieses ehrgeizige Unterfangen macht dem Hersteller zu schaffen und wird Systemverwaltern sowie Entwicklern hohen Lernaufwand abverlangen. Microsoft konnte bei Fragen nach der Fertigstellung des umfangreichen Systems jedenfalls immer noch keinen Termin nennen, sondern machte die Auslieferung von der Qualität der Software abhängig. Daß diese noch weit von Marktreife entfernt ist, belegten regelmäßige Programm- und Systemabstürze während der Präsentationen.

Ein Großteil der Komplexität geht auf die System-Management-Funktionen zurück, die Unternehmen davon überzeugen sollen, am Desktop-Computing festzuhalten. Allerdings verleiht die enge Verstrickung der zahlreichen Systemdienste untereinander der Microsoft-Plattform einen hermetisch abgeschlossenen Charakter. Die Verflechtung von Betriebssytem und Zusatzfunktionen nötigt Anwender, Dienste zu nutzen, die sie bereits in Applikationen oder Konkurrenzprodukten in Anspruch nehmen. Dazu zählen etwa Directory- und Web-Server, System-Management-Software oder auch Terminal-Dienste.

Besonderes Augenmerk legte der Veranstalter auf das Active Directory, dem eine ganze Vortragsreihe galt. Nach der Vorstellung von Microsoft sollen Windows-Rechner damit zur Schaltzentrale des "digitalen Nervensystems" von Unternehmen werden.

Die Funktionsfülle von Windows 2000 bewegte Microsoft neben der gestiegenen Prozessorleistung dazu, die Lizenzbedingungen zu ändern. So wird die Standardversion des Servers nur mehr zwei CPUs unterstützen, lediglich bei Updates können Benutzer die bisherige Vier-Prozessor-Lizenz beibehalten. Allerdings zweifelten Teilnehmer an der Notwendigkeit vieler Funktionen, die sie mit Windows 2000 zwangsläufig einkaufen. So konnten die Microsoft-Vertreter keine überzeugende Antwort auf die Frage geben, wieso für das Netzwerk-Routing statt einer eigens dafür geschaffenen Hardware ein schwergewichtiges Allzweck-Betriebssystem verwendet werden sollte. Ähnliche Kritik äußerten Anwender auch an den Funktionen zum hierarchischen Speicher-Management, die in der Praxis zugunsten verläßlicherer Hardwarelösungen zurückstehen müßten.